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5 ETF-Strategien für Beginner – ETF Rendite steigern

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  • ETFs sind die beste Möglichkeit für Anfänger in den Aktienmarkt zu investieren. Doch dabei sollte man nicht nur wissen was ETFs überhaupt sind, sondern mit welcher Strategie man in sie investieren sollte. Daher zeige ich dir 5 ETF-Strategien, mit denen du deine Rendite steigern kannst.

Exchange Traded Funds (ETFs) eignen sich aufgrund ihrer zahlreichen Vorteile, wie den geringen Kosten, vielfältigen Anlageoptionen, Diversifikation und der niedrigen Mindestanlagesumme, ideal für Anfänger. Diese Eigenschaften machen ETFs auch zu perfekten Instrumenten für verschiedene Handels- und Anlagestrategien, die von neuen Anlegern und Investoren verwendet werden können. Nachfolgend sind die meiner Meinung nach fünf besten ETF-Handelsstrategien für Anfänger aufgeführt (Reihenfolge irrelevant).

Was du wissen solltest

  • Ein Exchange Traded Fund (ETF) arbeitet nach dem Prinzip, den zugrundeliegenden Index möglichst genau nachzubilden.
  • ETFs bieten Anlegern eine sofortige Diversifizierung und Kosteneffizienz kombiniert in einem einzigen Produkt.
  • Aufgrund ihrer Einzigartigkeit können verschiedene Strategien zur Maximierung der ETF-Investitionen eingesetzt werden.

1. Dollar-Cost-Averaging

Beginnen wir mit der grundlegendsten Strategie – dem Dollar-Cost-Averaging (DCA). Bei dieser Strategie werden in regelmäßigen Abständen mit einer gleichbleibenden Summe, Anteile eines bestimmten ETFs gekauft. Weil sich die Kurse bewegen und du in regelmäßigen Abständen den gleichen Betrag investierst, erhältst du je nach Marktlage entweder mehr oder weniger Anteile für das gleiche Geld. Fallen die Kurse beispielsweise, erhältst du mehr Anteile für dein Geld. Steigen die Kurse hingegen, passiert genau das Gegenteil. Durch dieses Vorgehen entsteht mit der Zeit ein Durchschnittswert, der als Dollar-Cost-Average bezeichnet wird.

Wenn du diesen Artikel liest, bist du vermutlich noch recht jung, besucht vielleicht noch die Schule oder hast bereits deine Ausbildung oder dein Studium begonnen. Daraus schließe ich mal, dass du auch keine riesigen Geldbeträge zur freien Verfügung hast. Vielleicht verdienst du hier und da mal ein paar Euro, doch große Ersparnisse entstehen dadurch nicht.

Genau für Leute wie dich und mich eignen sich Sparpläne. Diese ermöglichen es dir, mit einem geringen Betrag (ab 25€ monatlich) mit dem Investieren zu beginnen. Wie du einen Sparplan aufsetzt und wie du dein erstes eigenes Depot als Minderjähriger eröffnest, habe ich bereits in vorherigen Beiträgen erklärt. Setzt du also deinen Sparplan auf und investierst monatlich immer den gleichen Betrag, kannst du ganz einfach von der oben genannten Strategie Gebrauch machen.

Vorteile

Es gibt drei Hauptvorteile einer regelmäßigen Investition für Anfänger. Der erste ist, dass es deinem Sparprozess eine gewisse Disziplin verleiht. Denn auch hier gilt, dass du dich selbst immer zuerst bezahlen solltest! Dieses Ziel erreichst du durch regelmäßiges Sparen.

Der zweite Vorteil besteht darin, dass du nicht versuchen musst, den Markt zu timen. Das heißt also, dass du nicht versucht den richtigen Einstiegszeitpunkt zu finden – was auch nicht möglich ist – sondern dass du ganz rational in allen Marktphasen investierst. Und mal ganz nebenbei, erwirtschaftest man besonders als Beginner eine bessere Rendite als Anleger, die versuchen den richtigen Einstiegszeitpunkt zu finden.

Und zu vernachlässigen ist auch nicht die massive Zeitersparnis eines solchen ETF-Sparplans. Denn sobald er einmal aufgesetzt wurde, musst du dich praktisch um nichts mehr kümmern und kannst dich ganz auf das Geldverdienen konzentrieren.

2. Asset-Allocation

Die Asset Allocation bezeichnet die Aufteilung des Portfolios in verschiedene Asset-Klassen wie Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Bargeld bedeutet, um das Risiko deiner Investments möglichst breit zu streuen (Diversifizierung). Aufgrund der Tatsache, dass ETFs von Grund auf schon recht gut diversifiziert sind, eignen sie sich perfekt für dieses Vorhaben. Förderlich ist dabei auch die Tatsache, dass ein ETF bei den meisten Brokern schon ab 25€ monatlich bespart werden kann. Dies erleichtert Anfängern die Implementierung einer grundlegenden Asset-Allokationsstrategie, abhängig von seinem Anlagehorizont und seiner Risikotoleranz.

Zum Beispiel könnten junge Anleger im Alter von 20 Jahren zu 100% in Aktien-ETFs investiert sein, da sie über einen langen Anlagehorizont und eine hohe Risikotoleranz verfügen. Bist du jedoch über 30 Jahre alt, hast eine geringere Risikotoleranz und möchtest Wertschwankungen in deinem Depot minimieren, sollte dein Depot vielleicht nur 70% Aktien-ETFs und 30% Anleihen-ETFs enthalten. Grundsätzlich gilt, dass dein Anlagehorizont und deine Risikotoleranz deine Asset-Allocation bestimmen.

3. Swing-Trading

Swing-Trader versuchen beträchtliche Schwankungen bei Aktien oder anderen Assetklassen für sich zu nutzen, indem sie von möglichst großen Kursbewegungen profitieren. Dabei bleiben ihre Positionen im Gegensatz zu Day-Tradern nicht nur einen Tag geöffnet, sondern werden mittel- bis langfristig gehalten. Im Klartext bedeutet das eine Haltedauer von ein paar Tagen bis hin zu mehreren Wochen.


ETFs eignen sich aufgrund ihrer vielen einzigartigen Merkmale sehr gut für das Swing-Trading. Zum einen kennzeichnen sie sich sowohl durch ihre starke Diversifikation, als auch auch durch die geringen Bid / Ask-Spreads (Differenz zwischen Geld- und Briefkurs). Des Weiteren haben ETFs den Vorteil, dass sie den Anlegern eine Auswahl verschiedenster Assetklassen ermöglichen. Kennt sich ein Anleger beispielsweise sehr gut mit Anleihen aus, kann er sich für einen Handel mit Anleihen-ETFs entscheiden und seine Fachkenntnisse dazu nutzen, um seine Rendite zu maximieren.


Ein weiterer Faktor der bei dem ETF-Handel nicht zu vernachlässigen ist, ist die oftmals geringere Volatilität (Schwankungen) im Vergleich zu Einzelwerten. Während ein Aktienkurs eines einzelnen Unternehmens hauptsächlich von ihrem eigenen Management, dem branchenspezifischen Risiko und dem generellen Marktumfeld abhängig ist, sieht es bei ETFs anders aus. ETFs kann man sich typischerweise als eine Art Korb aus Aktien vorstellen, die alle ein Kriterium gemeinsam haben. Dies kann zum Beispiel eine Branche wie die Finanzbranche sein oder vielleicht auch die Region.

Du als Anleger solltest jetzt aber wissen, dass ein ETF durch die Vielzahl an enthaltenen Unternehmen in der Regel geringeren Wertschwankungen als Einzelaktien ausgesetzt ist. Der Grund dafür ist recht simpel. Dadurch dass eine Vielzahl an Aktien enthalten ist, gleichen sich die Kurse aus und bewegen sich im Optimalfall insgesamt nach oben. Während der Kurs eines Unternehmens fällt, steigt ein anderer wahrscheinlich wieder. Somit bist du als Anleger vor starken und kurzfristigen Kurseinbrüchen besser geschützt, als es bei Investments in einzelne Aktien der Fall wäre.

4. Leerverkäufe

Ein Leerverkauf, also der Verkauf eines geliehenen Wertpapiers oder Finanzinstruments wird in der Regel als ein sehr riskantes Unterfangen angesehen. Besonders Privatanlegern mit wenig Börsenerfahrung wird von einer solchen Strategie abgeraten.


Leerverkäufe über ETFs sind dem Leerverkauf einer einzelnen Aktie jedoch vorzuziehen, da das Risiko eines Short Squeeze geringer ist. Ein Short Squeeze bezeichnet ein Handelsszenario, bei dem in großer Anzahl leerverkauft wurde. Steigt der Kurs des Wertpapiers entgegen der Erwartungen jedoch, müssen die Positionen der Leerverkäufer zur Verlustbegrenzung möglichst schnell wieder glatt gestellt werden. Aufgrund der Tatsache, dass viele Anleger ihre Positionen gleichzeitig glattstellen möchten, kann es zu einem sogenannten Nachfrageüberhang kommen, der den Kurs weiter nach oben treibt und die Verluste der Leerverkäufer dementsprechend weiter vergrößert.


Anfänger sollten sich jedoch auf jeden Fall von inversen ETFs mit doppelter oder dreifacher Hebelwirkung fernhalten. Ein Handel mit solchen Finanzprodukten ist schlicht und einfach gesagt fahrlässig. Hier kann es auch schnell mal zu Totalverlusten kommen. Also, Finger Weg!

5. Absicherung

Eine Absicherung des Portfolios macht hauptsächlich für ältere Leute Sinn, die ein Portfolio mit beträchtlicher Summe besitzen. Häufig ist diese Personengruppe sehr Risikoavers (Risikoscheu) und möchte große Wertschwankungen in ihrem Depot vermeiden. Sie verfolgen also offensichtlich nicht das Ziel des Wertzuwachs, sondern eher der Werterhaltung. Ein solches Szenario kann beispielsweise in Folge einer großen Erbschaft eintreten.


Angenommen du hast ein beträchtliches Portfolio bestehend aus US-amerikanischen Blue Chips geerbt und bist über die zukünftige Marktentwicklung besorgt. Eine Lösung besteht darin, Put-Optionen zu kaufen. Da die meisten Anfänger jedoch nicht mit Optionshandelsstrategien vertraut sind, besteht eine alternative Strategie darin, eine Short-Position in ETFs auf einem breitem Markt wie dem SPDR S & P 500 (SPY) oder dem SPDR Dow Jones Industrial Average ETF (DIA) zu etablieren.


Wenn der Markt wie erwartet zurückgeht, wird deine Blue-Chip-Aktienposition effektiv abgesichert, da Rückgänge in deinem Portfolio durch Gewinne in der Short-ETF-Position ausgeglichen werden. Dabei solltest du beachten, dass deine Gewinne begrenzt werden, wenn sich der Markt wieder erholt. Dennoch bietet diese Methode ETF Anfängern eine relativ einfache und effiziente Strategie zum Werterhalt deiner Portfoliobestände.

Fazit

Exchange Traded Funds (ETFs) verfügen über viele Funktionen, die sie zu idealen Instrumenten für Anfänger in der Investmentwelt machen. Besonders das Dollar-Cost-Averaging und die richtige Asset Allocation sind Strategien die jeder Anleger anwenden kann und meiner Meinung nach auch anwenden sollte. Anleger mit einer höheren Risikotoleranz können auch Leerverkäufe oder das Swing Trading einsetzen. Doch du solltest niemals vergessen: „Wo Rendite ist, ist auch Risiko“.

Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.
Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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