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5 Geldanlage-Fehler, die du unbedingt vermeiden solltest

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  • Grundsätzlich haben junge Investoren, die Flexibilität und vor allem die Zeit, Risiken einzugehen und sich von ihren Verlusten zu erholen.

Wenn es darum neue Fähigkeiten zu erlernen, ist es am besten möglichst früh damit zu beginnen. Beim Investieren ist es nicht anders. Fehler sind normal, wenn man versucht neue Dinge zu erlernen, aber wenn es ums Geld geht, können diese Fehler schwerwiegende Konsequenzen mit sich bringen. Grundsätzlich haben junge Investoren, die Flexibilität und vor allem die Zeit, Risiken einzugehen und sich von ihren Verlusten zu erholen. Damit ihr jedoch nicht unnötig die gleichen Fehler wie viele andere Anleger wiederholt, zeige ich euch heute die fünf häufigsten.

#1 | Zögern

Das Zögern vor einer Investmententscheidung kann sich nachteilig auf deine Investition auswirken. Langfristig ist der Markt gestiegen und das mit einer durchschnittlichen Rendite von 7 bis 8 Prozent über die letzten 100 Jahre. Nimmt man die letzten 40 Jahre, lag die Rendite sogar noch ein wenig höher.

Doch natürlich gibt es auch Jahre und eventuell auch längere Zeiträume in denen sich der Markt seitwärts oder nach unten bewegt. Doch gerade in diesen Zeiten profitiert man als junger Anleger enorm, denn im Gegensatz zu vielen Erwachsenen haben wir genug Zeit um den Crash auszusitzen und im Anschluss von dem starken Anstieg zu profitieren. Und das sag ich nicht nur so, denn nach fast jedem Crash hat sich der Markt wieder erholt und hat die vorherigen Höchststände sogar übertroffen.

Und dafür musst du nicht mal besondere Aktien auswählen, sondern investierst einfach in einen breit gestreuten Indexfonds oder ETF. Falls du noch nicht weißt, was das ist, klicke hier.
Nutzt du dafür einen Sparplan, wird jeden Monat ein festgelegter Betrag von deinem beiseite gelegten Geld investiert. Somit musst du dich nur einmal um die Einrichtung kümmern und kannst deinem Depot danach beim Wachsen zuschauen.

#2 | Spekulationen anstatt von Investitionen

Wie zuvor schon erwähnt haben junge Investoren einen riesigen Vorteil – Zeit. Denn grundsätzlich beeinflusst das Alter eines Anlegers, wie viel Risiko er eingehen kann. Somit kann ein junger Investor größere Risiken eingehen und hat dementsprechend auch größere Chancen auf höhere Renditen. Der Grund dafür wurde im vorherigen Tipp schon erklärt. Natürlich mag das jetzt wie ein Freifahrtsschein für alle jungen Anleger klingen, dass sie ihr Geld ruhig in alles investieren können und einfach nur geduldig genug sein müssen. Doch dem ist definitv nicht so, denn natürlich kann es auch Unternehmen geben, die substanzielle Probleme haben und auch nicht mehr durch die Zeit zu retten sind.

Was heißt das also für dich?

Anstatt bei der Aktienauswahl zu gamblen oder hochspekulative Geschäfte abzuschließen, solltest du in Unternehmen investieren, die langfristig ein höheres Risiko, aber auch ein größeres Aufwärtspotenzial aufweisen. Hier könnten dann Unternehmen aus Märkten mit geringerer Marktkapitalisierung ins Spiel kommen. In Deutschland wären das Märkte wie der MDAX oder SDAX. Diese Indizes enthalten dementsprechend kleinere, weniger etablierte Unternehmen, von denen einige das Potenzial aufweisen, in den nächst höheren Index aufzusteigen. Auch hierfür gibt es ein großes Angebot an ETFs. Andere können jedoch auch ganz von der Bildfläche verschwinden.

Um Totalverluste zu vermeiden, sollte man also ein breit aufgestelltes Depot besitzen, welches sowohl etablierte Unternehmen sowie weniger bekannte enthält. Persönlich würde ich 85 Prozent in große Unternehmen oder breit diversifizierte ETFs investieren und die restlichen 15 Prozent in Unternehmen, in denen man selber ein großes Potenzial sieht. Natürlich nur unter der Voraussetzung, dass man Geschäftsmodell wirklich versteht.

#3 | Keine Diversifikation

NIE, ich wiederhole, NIE, solltest du dein ganzes Geld in ein einziges Unternehmen investieren. Es hat in der Geschichte der Welt noch nie ein Unternehmen gegeben, das für immer existiert hat. Unternehmen gehen ständig in Konkurs oder liquidieren ihr Vermögen.

Beispielsweise war General Electric in den 1930er Jahren das heißeste Unternehmen der Welt, und sieh dir an, wo sie jetzt sind (kurz vor dem Ende). Ja, man hätte natürlich viel Geld mit den Dividenden verdienen können, aber diese stehen in keinem Verhältnis zu dem Zustand des Unternehmens. Sie hatten gar keine andere Wahl und mussten daher Dividenden zahlen, weil es das einzige war, was Investoren noch in dem Unternehmen gehalten hat.

Während der 1950er Jahre betrug die durchschnittliche Lebensdauer eines Unternehmens fast 60 Jahre. Heute beträgt die durchschnittliche Lebensdauer der Unternehmen im S & P 500 weniger als 20 Jahre. Die Technologie zerstört historisch stabile Branchen und treibt sie schnell aus dem Geschäft.

Es gibt niemanden, der vorhersagen kann, welche neuen Technologien auftauchen werden. Wenn du also dein gesamtes Geld in sehr wenige Unternehmen investierst, riskierst du einen großen Teil deines Anlageportfolios. Nach der modernen Portfoliotheorie sollte man ca. 30 verschiedene Unternehmen besitzen, um firmenspezifische Risiken auszuschließen. Aber anstatt einzelne Unternehmen herauszusuchen, investiere ich persönlich lieber mit breit gestreuten Indexfonds und ETFs.

#4 | Der Versuch den Markt zu bestimmen

„Ich werde kaufen, wenn der Markt am niedrigsten ist, und verkaufen, wenn er am höchsten ist“, sagt jeder neue Anleger. In Wirklichkeit weiß niemand, wann der Markt seinen Höhepunkt oder Tiefpunkt erreicht hat.

Experten und Analysten können auf der Grundlage von Konjunkturzyklen, Zinssätzen und anderen wirtschaftlichen Faktoren innerhalb angemessener Grenzen Tendenzen erkennen, aber niemand kann sicher sein, ob der Markt zu hoch oder tief bewertet ist. Verbringst du also gefühlt dein ganzes Leben damit, den Markt perfekt zu timen, wirst du niemals die Wirkung des Zinseszins erfahren.

Anstatt also die ganze Zeit auf den richtigen Zeitpunkt zu warten, solltest jeden Monat ein Teil deines Geldes mithilfe eines Sparplans investieren. Was du durch dieses Vorgehen erreichst, bezeichnet man als“Dollar-Cost-Averaging“. Da man monatlich zu verschiedenen Kursen immer mit der gleichen Summe investiert, ergibt sich ein Durchschnittswert, welcher langfristig besser performt, als wenn du zu einem bestimmten Zeitpunkt gekauft hättest. Somit fallen auch die Bedenken weg, eventuell zum falschen Kurs eingestiegen zu sein.

#5 | Kurzfristiger Anlagehorizont

Das wichtigste ist, seine Investitionen langfristig zu betrachten. Mein Geheimnis ist, dass ich mir überlege: „Mein 60-jähriges Ich wird mir später sehr dankbar dafür sein, welche Entscheidungen ich heute getroffen habe“.

Natürlich ist dies schwierig, vor allem in Zeiten, in denen der Markt fällt, aber du musst deine langfristigen Interessen über deine kurzfristigen stellen. Dies ist eine Fähigkeit, die aufgrund des Internets und des sofortigen Zugriffs auf Informationen verloren gegangen ist. Es kann jedoch 20 bis 30 Jahre dauern, bis die Früchte deiner Arbeit und deiner Investitionen sichtbar werden. Habe einfach Geduld und vertraue deinen Fähigkeiten.

Fazit

Vermeide diese 5 Investitionsfehler, und du wirst mit Sicherheit langfristig große Erfolge beim Vermögensaufbau erzielen.


Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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