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7 Strategien: Welcher Anlagestil passt zu dir?

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Wenn du bereit bist, Geld zu investieren, anstatt es einfach zu sparen, ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass es nicht nur den “Einen Ansatz” für erfolgreiches Investieren gibt. Die Anlagestrategie oder der Anlagestil, der für dich funktioniert, mag für eine Person vielleicht gar nicht funktionieren.

Sich selbst die richtigen Fragen zu stellen, kann dir daher helfen, die zur dir passende Strategie zu finden. Bist du zum Beispiel risikofreudig oder risikoscheu? Strebst du nach langfristigem Wachstum oder nach schnellen Gewinnen? Planst du, als Do-it-yourself-Anleger zu investieren, einen Robo-Advisor zu nutzen oder doch eher den Anlageberater deines Vertrauens zu beauftragen?

Diese Art der Reflexion kann dir helfen, deine Bedürfnisse mit einem bestimmten Anlagestil in Einklang zu bringen. In diesem Sinne findest du hier sieben unterschiedliche Möglichkeiten zum Investieren, je nach deinem Schwerpunkt.

1. Aktives Investieren

Ein aktiver Anlagestil könnte das Richtige für dich sein, wenn du eine höhere Risikotoleranz besitzt und Markttrends und -bewegungen genau im Auge behältst. Aktives Investieren wird im Allgemeinen von Anlegern verwendet, die sich weniger um den langfristigen Horizont als um die Gegenwart kümmern. Bei dieser Strategie wählst du bestimmte Aktien aus und versuchst durch Market Timing, den Markt zu schlagen, um kurzfristige Gewinne zu erzielen.

Warnung: Ein Risiko, das man beim aktiven Investieren vermeiden sollte, ist der Versuch, Renditen zu erzielen, die auf Dingen wie dem Recency Bias basieren. Dieser geht davon aus, dass die jüngste Performance einer Aktie oder eines Investments anhalten wird.

2. Passives Investieren

Wenn du hingegen eher risikoscheu bist und nicht den ganzen Tag die Kurse verfolgen möchtest, ist ein passiver Anlagestil vermutlich genau das richtige für dich. Passive Investoren sind diejenigen, die ihr Geld mit einem langfristigen Zeithorizont anlegen. Anstatt zu versuchen, den Markt wie ein aktiver Investor zu timen, erstellen passive Investoren Portfolios, die einen Index oder ein Portfolio nachbilden. Die Nachbildung eines Index führt in der Regel zu einem geringeren Risiko aufgrund der Diversifizierung sowie zu geringeren Transaktionskosten aufgrund der geringen Anzahl an Transaktionen. Einen Vergleich zwischen aktivem und passivem Investieren findest du hier.

3. Growth

Der Wachstumsstil des Investierens ist einer, der sich auf Unternehmen konzentriert, deren Gewinne schneller wachsen als die der meisten anderen Aktien und von denen erwartet wird, dass sie weiter wachsen werden. Oftmals gelten diese Aktien in der öffentlichen Wahrnehmung als überbewertet und haben ein hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Aktien in der Regel entweder eine niedrige oder keine Dividende zahlen, aber das Potenzial haben, dies durch eine starke Renditeentwicklung auszugleichen.

4. Value

Im Gegensatz zu Growth-Investoren, die nach wachstumsstarken Unternehmen suchen, suchen Value-Investoren nach den Aktien, die unbeliebt oder unterbewertet sind. Value-Investoren erwarten, dass diese Wertpapiere mittel- oder langfristig steigen werden und versuchen, sie zu kaufen, bevor dies geschieht. Dieser Anlagestil wurde maßgeblich von Warren Buffett und seinem Mentor Benjamin Graham geprägt. Studien haben jedoch gezeigt, dass sich Value und Growth-Aktien langfristig gesehen relativ ähnlich entwickelt haben, weshalb die Entscheidung schlussendlich bei dir liegt. Value-Aktien tendieren eher dazu, während Bärenmärkten und wirtschaftlichen Rezessionen besser zu performen, während Wachstumsaktien während Bullenmärkten oder Perioden wirtschaftlicher Expansion tendenziell besser abschneiden.

5. Buy and Hold

Ein Buy and Hold-Anlagestil fällt unter den Begriff des passiven Investierens, wobei diese Strategie auch mit der gezielten Auswahl von Einzelaktien möglich ist. Ein Anleger, der sich mit Buy and Hold beschäftigt, wird in der Regel wenig Transaktionen durchführen, da sie hauptsächlich auf langfristiges Wachstum bedacht sind. Die Idee hinter Buy and Hold ist, dass man in eine Aktie einsteigt, um im Laufe der Zeit vom Kursanstieg zu profitieren. Dabei sitzt man auch Perioden wirtschaftlicher Schwäche aus und baut seine Positionen womöglich noch durch weitere Zukäufe aus.

6. Dividendenstrategie

Die Dividendenstrategie ist eine Strategie, die relativ einfach umzusetzen ist. Der Anleger sucht sich hier einfach die Titel heraus, die beständig, eine hohe Dividendenrendite einbringen und nimmt diese in sein Portfolio auf. Die Dividendenrendite ist die ausgeschüttete Dividende im Verhältnis zum Kurswert. Dadurch streicht man auch bei stagnierenden Kursen eine relativ konstante jährliche Rendite ein und ist nicht ausschließlich vom Kursverlauf der Aktie abhängig. Die Auswahl dieser Unternehmen muss jedoch nicht manuell erfolgen, sondern ist auch über spezielle Dividenden-ETFs möglich. Somit sind passives Investieren und Dividendenstrategie vereinbar.

7. Pro- und antizyklische Strategie

Wer sich der prozyklischen Anlagestrategie verschrieben hat, nimmt Unternehmen nur dann in sein Portfolio auf, wenn sie bereits einen signifikanten Kursanstieg vollzogen haben. Prozykliker vertreten also die Theorie, dass ein Unternehmen bei dem es in letzter Zeit gut lief, eine Neubewertung nach oben erfährt und auch weiterhin Kurspotential hat. Das Problem ist selbstverständlich, dass keiner weiß, wie lange ein Kursanstieg sich fortsetzen wird, auch wenn er bereits längere Zeit besteht.

Antizykliker investieren dagegen eher in Werte, die einem Kursverlust ausgesetzt sind. Dabei versuchen sie herauszufinden, welche dieser Unternehmen einen Wertverfall erlitten haben, der zu hoch ausgefallen ist. Sie investieren also in Unternehmen, die unterbewertet sind, weil sie auf einen Wert gefallen sind der ihrer Meinung nach nicht dem tatsächlichen Wert entspricht. Man kann es aber keinesfalls zur Gesetzmäßigkeit erklären, dass ein Kurs, der bereits die Hälfte seines Wertes verloren hat, nicht mehr viel tiefer fallen kann.

Fazit

Schlussendlich gibt es also kein richtig oder falsch, sondern nur die Strategie, die am besten zu dir passt. Dabei kannst du auch gerne eine Kombination verschiedener Strategien nutzen, sofern sie nicht komplett gegensätzlich sind. Ein Beispiel für eine sinnvolle Kombination wäre die zuvor schon erwähnt Dividendenstrategie mithilfe von ETFs.

Solltest du mit der Zeit feststellen, dass du mit deiner aktuellen Strategie nicht mehr zufrieden bist, nimmst du ganz einfach eine Neubewertung vor. Dazu betrachtest du ein weiteres Mal deine Risikotoleranz, dein Anlagehorizont für die Anlage, sowie dein Alter und dein Anlageziel.


Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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