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Aktives vs. passives Investieren – Der Vergleich

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Die Frage nach der besten Anlagemethode stellt sich immer wieder. Daher habe ich in diesem Artikel einmal die populärsten Methoden miteinander verglichen. Was ist besser, aktives vs. passives Investieren?

Aktives Investieren lässt sich mit der Wette auf den Meistertitel einer bestimmten Fußballmannschaft vergleichen, während man beim passiven Investieren auf die gesamte erste Bundesliga setzt. Somit spielt es beim passivem Investieren keine Rolle welche Mannschaft gewinnt, sondern nur, dass die gesamte Bundesliga zukünftig steigende Zuschauerzahlen und Gewinne verzeichnet.

Aktives Investieren bedeutet in der Regel, dass Anleger eine Investmentstrategie verfolgen, bei der Research wie beispielsweise Fundamentalanalyse, Mikro- und makroökonomische Analyse und / oder technische Analyse eingesetzt wird. Anleger die eine solche Strategie verfolgen sind der Meinung, dass sie auf Basis ihrer Recherche bessere Entscheidungen und dementsprechend auch höhere Renditen, als der Gesamtmarkt erzielen können. Denn kein anderes Ziel, als die Outperfomance des Gesamtmarktes, wird verfolgt.

Verwenden der Bundesliga-Investitionsanalogie

Mit der Bundesliga-Analogie würden man als aktiver Investor alle Spieler und Trainer analysieren und studieren, zum Training vor der Saison gehen und auf der Grundlage dieser Forschung eine fundierte Wette abschließen, welches Team die Saison als Meister beendet. Denkst du, dass du in der Lage wärst eine solche Entscheidung zu treffen und dein Geld auf deine Fähigkeit zu setzen? Falls ja, bist du der geborene aktive Investor.

Mit einem passiven Anlageansatz würden man Indexfonds kaufen und das gesamte Spektrum der verfügbaren Aktien und Anleihen besitzen. Es spielt also wie zuvor schon erwähnt keine Rolle welches Team gewinnt, sondern nur dass die eingenommen Gelder steigen. Mit einem passiven Ansatz partizipiert man als Anleger also an der Entwicklung und somit auch den Umsätzen und Gewinnen aller Clubs und erhält ein kollektives Ergebnis in Form eines ETF.

Ein Vergleich von aktiv verwalteten Fonds mit passiv verwalteten Fonds

Schaut man sich einen aktiv verwalteten Large-Cap-Investmentfonds an, wird dieser versuchen, die besten 100-200 Aktien auszuwählen, die beispielsweise in dem US-Index S&P 500 Index aufgeführt sind.
Ein passiver Fonds oder Indexfonds besitzt alle 500 Aktien, die im S&P 500 Index aufgeführt sind, ohne zu versuchen, eine Auswahl zu treffen.

Jedes Jahr werden akademische Studien durchgeführt, um die Renditen aktiv verwalteter Investmentfonds mit den Renditen passiv verwalteter Investmentfonds zu vergleichen. Studien zeigen, dass aktiv verwaltete Fonds über lange Zeiträume insgesamt im Allgemeinen keine höheren Renditen erzielen als ihre passiven Gegenstücke und der Grund dafür liegt in den Gebühren.

Aktive Fonds verursachen in der Regel höhere Kosten. Denn bevor die Anleger überhaupt eine Rendite erzielen können, muss der Fondsmanager erst einmal die anfänglichen Kosten wieder herausholen. Bei ETFs (passiv) fallen solche Kosten nicht an, da sie von einer Software automatisch an den abzubildenden Index angepasst werden und die Kosten für einen teuren Fondsmanager somit entfallen.

Des Weiteren beschäftigen viele Investmentfonds zahlreiche Analysten, die nach den vermeintlich besten Aktien Ausschau halten. Dabei fallen dementsprechend auch Personalkosten an. Außerdem sind auch die Handelskosten für den Investmentfonds höher, da er die Aktien wesentlich häufiger umschichtet, das heißt öfter Aktien kauft oder verkauft. Wenn der Index 10% verdient und der Fonds jährlich 3% an Kosten hat, muss er 13% verdienen, nur um eine Nettorendite zu erzielen, die seinem Index entspricht.

Es gibt auch einen Unterschied zwischen passiven Investmentfonds und Indexfonds. Alle Indexfonds sind eine Form des passiven Investierens, aber nicht alle passiv verwalteten Fonds sind Indexfonds.

Missverständnisse bei aktivem vs. passivem Investieren

Die Debatte zwischen aktiv und passiv konzentriert sich meist darauf, ob ein Investmentfonds seinen Index outperformen (übertreffen) kann. Studien könnten beispielsweise untersuchen, wie viele Large-Cap-Fonds den S&P 500-Index übertreffen. Viele aktiv gemanagte Fonds investieren nicht nur in einem Index, sondern streuen ihre Gelder in verschiedenen Branchen und Regionen.

Zum Beispiel können Multi-Cap-Fonds Large- oder Small-Cap-Aktien besitzen, je nachdem, für welche Aktien die Research-Analysten die beste Performance voraussagen. Die meisten aktiven Investmentfonds sind jedoch mehr oder weniger mit einem sogenannten Benchmark zu vergleichen, also mit einem Index, der ähnliche Aktien enthält. Somit kann also auch ein Vergleich zwischen aktiv und passiv angestellt werden.

Zusätzliche Verwirrung ergibt sich aus der Tatsache, dass Anlageberater möglicherweise passive Indexfonds verwenden, jedoch eine Anlagestrategie verfolgen, bei der sie bestimmte Anlageklassen über- oder untergewichten. In diesem Fall wäre es kein rein passives Investmentansatz. Kommt noch das Market-Timing dazu, also der Versuch den richtigen Einstiegszeitpunkt zu finden, ist es definitiv keine 100 Prozentige passive Strategie mehr.

Passives Investieren bildet die Rendite eines Gesamtmarktes ab

Wendet man nun die Fußball-Analogie auf das passive Investieren an, betrachtet man den gesamten Aktienmarkt oder einen gesamten Index. Ein passiver Investor möchte alle Aktien eines Index besitzen, weil er der Meinung ist, dass sich der Gesamtmarkt oder eine bestimmte Branche auf lange Sicht besser entwickelt als eine einzelne Aktie aus dem jeweiligen Bereich.

Er versucht im Gegensatz zum aktiven Anleger nicht, eine Outperformance zu erzielen, sondern ganz einfach nur an der Entwicklung des Gesamtmarktes oder einer spezifischen Branche teilzuhaben. Je nach Auswahl des ETF, kann der passive Anleger entweder auf die gesamte Weltwirtschaft (MSCI ACWI), eine spezifische Branche, Region oder Unternehmen mit einer bestimmten Größe setzen.

Bei passiven Marktansätzen geht es darum, die sogenannte Aktienrisikoprämie zu nutzen, die besagt, dass Sie für die Übernahme des Aktienrisikos mit höheren Renditen entschädigt werden sollten.

Passives Investieren eignet sich am besten für die meisten Investoren

Wie viele deiner Freunde oder Bekannten haben jemals gesagt, dass sie eine passive Anlagestrategie verfolgen, sofern sie überhaupt investieren? Wahrscheinlich sehr wenige, aber genau das sollten sie tun. Nur sehr wenige Menschen können als aktiver Investor Geld verdienen, und die, die es können, werden den Markt schlagen.

Doch genau das ist der Fehler. Warum irgendwelche super ausgefeilten und zeitintensiven aktiven Strategien verwenden, wenn man auch einfach nur darauf achten kann Fehler zu vermeiden. Letzteres ist mit einer passiven Strategie möglich und das, für fast jeden Privatanleger, wenn man einmal bereit ist ein paar Stunden für seine Vorsorge zu investieren. Denn hast du einmal die richtigen ETFs ausgewählt, kannst du diese ganz einfach monatlich über einen Sparplan besparen. Wie das geht und wie du schon ab 25€ monatlich beginnen kannst, erfährst du in diesem Beitrag.

Betrachte Investitionen also nicht als einen Weg, um schnell Geld zu verdienen. Die erfolgreichsten Anleger sind diejenigen, die langfristig investieren und verstehen, dass Gewinne, die im Laufe der Zeit mit einem angemessenen Risiko verbunden sind, dazu dienen, Wohlstand aufzubauen.


Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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