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Bärenmärkte und ihre anschließende Erholung

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Bärenmärkte sind Perioden, in denen der Aktienmarkt gegenüber dem jüngsten Höchststand (z.B. einem 52-Wochen-Hoch) um 20 % oder mehr sinkt. Mit dem S&P 500 Index als Maß gab es seit 1926 16 Bärenmärkte, durchschnittlich alle sechs Jahre. Diese dauerten durchschnittlich 22 Monate und der Markt verlor durchschnittlich 39 %.

Trotz der Bärenmärkte ist der Aktienmarkt über den gesamten Zeitraum gestiegen. Von 1950 bis 2019 stieg der S&P 500 an 53,7 % der Tage und fiel um 46,3 % der Tage. Somit überwogen die positiven Tage, was langfristig zu steigenden Kursen geführt hat.

Historische Marktcrashs

Der jüngste US-Bärenmarkt begann mit dem Ausbruch des neuen Coronavirus im Jahr 2020. Die Aktienmärkte stürzten im März ab. Der Dow Jones Industrial Average und der S&P 500 Index fielen beide um mehr als 25 % von ihrem 52-Wochen-Hoch im Februar.

Andere Bärenmärkte, gemessen am S&P 500, umfassen:

  • 2007-2009: Rückgang um 59 % über 27 Monate
  • 1973-1974: Rückgang um 48 % über 21 Monate
  • 1929-1932: Rückgang um 86 % über 34 Monate

Für Anleger, die am Boden dieser Marktentwicklungen verkauften, wirkten sich diese Kursrückgänge nachteilig aus. Und natürlich waren diejenigen besser dran, die ihre Aktien lange genug hielten, um an einem späteren Aufschwung zu partizipieren. Langfristig fokussiert zu bleiben ist wichtig, wenn man sich inmitten eines Bärenmarktes befindet.

Erholung von einem Bärenmarkt

Bullenmärkte folgen oft Bärenmärkten. Seit 1930 gab es 14 Bullenmärkte – definiert als ein Anstieg der Aktienkurse um 20 % oder mehr. Während die Bullenmärkte oft jahrelang anhalten, fällt ein erheblicher Teil der Gewinne normalerweise in den ersten Monaten einer Rallye an.

Wichtig: Im Jahr nach dem „Tief“ der Bärenmärkte seit 1929 legte der S&P 500 laut einem Bericht von Fidelity Investments durchschnittlich 47 % zu.

Nachdem der S&P 500 am 9. Oktober 2002 nach einem zweieinhalbjährigen Bärenmarkt seinen Tiefpunkt bei 777 Punkten erreicht hatte, stieg der Aktienindex im folgenden Monat um 15 % und im folgenden Jahr um insgesamt 34 %. Anleger, die während der Bärenmärkte verkaufen, sollten die potenziellen Kosten berücksichtigen, die entstehen, wenn sie die frühen Phasen einer Markterholung verpassen, die in der Vergangenheit den größten Prozentsatz an Rendite pro investierter Zeiteinheit erbracht haben.

Im Jahr 2008 erreichte der S&P 500 am 9. März 2009 einen Tiefpunkt von 683 Punkten, nachdem er um 59 % gefallen war. Von dort aus begann ein bemerkenswerter Aufstieg, der sich in den folgenden 48 Monaten ungefähr verdoppelte. Anleger, die erwägen, während des Rückgangs des Bärenmarktes vollständig aus Aktien auszusteigen, sollten derartige Maßnahmen zweimal überdenken, da es schwierig werden könnte, zum Beginn eines neuen Bullenmarktes wieder einzusteigen.

Während eines Bärenmarktes investieren

Wenn du Bargeld hast, solltest du es in Betracht ziehen, in einem Bärenmarkt nachzukaufen. In der Vergangenheit war das Kurs-Gewinn-Verhältnis (P / E) des S&P 500 in den Bärenmärkten deutlich geringer, als in Zeiten von steigenden Kursen. Wenn die Anleger zuversichtlicher sind, steigt das KGV normalerweise an, wodurch die Aktienbewertungen und somit auch die Preise steigen. Professionelle Anleger lieben Bärenmärkte, weil viele gute Aktien im „Sale“ sind.

Als Faustregel solltest du deinen Anlagemix entsprechend deiner Risikotoleranz zusammenstellen und neu ausbalancieren, um günstig zu kaufen und teuer zu verkaufen. In Bärenmärkten solltest du niemals deine Sparpläne aussetzen oder kürzen. Langfristig profitierst du vom Kauf neuer Aktien zu niedrigeren Preisen und erzielst einen niedrigeren durchschnittlichen Nettokaufpreis.

Wenn du im Ruhestand bist, sollte nur der Teil deines Geldes, den du für weitere fünf bis zehn Jahre nicht benötigst, in Aktien angelegt sein. Dieser Prozess der Zuweisung von Geld nach Bedarf wird als Zeitsegmentierung bezeichnet. Das Ziel ist es nämlich, relaxed in die Rente zu gehen und sich keine Sorgen, um sein Geld machen zu müssen. Daher dürfen starke Marktbewegungen im Alter keine Rolle spielen oder zumindest keinen großen Einfluss auf das Gesamtvermögen haben.

Hat das Depot eine bestimmte Größe erreicht, eigenen sich besonders Dividendenwerte für die Altersvorsorge, da man durch sie einen ziemlich sicheren Cashflow erhält, mit dem alle Ausgaben gedeckt werden können. Somit müssen keine oder nur wenige Aktien verkauft werden.


Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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