Kryptowährungen

Bitcoin: Die 5 größten Mythen aufgedeckt

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Wie jedes neue Asset haben Kryptowährungen wie Bitcoin potenzielle Anleger und Analysten dazu veranlasst, viele Fragen zu stellen. Mit der wachsenden Popularität von Kryptowährungen finden jedoch auch Unwahrheiten, Mythen und Gerüchte immer mehr Anhänger. Bestimmt hast du auch schon ein Argument wie „Bitcoin ist aufgrund seines hohen Stromverbrauchs schlecht für die Umwelt“ gehört. Da der Großteil dieser Mythen jedoch falsch ist und Bitcoin schlechter darstellen als er eigentlich ist, werde ich im folgenden Beitrag einen Blick auf die 5 häufigsten Mythen über Bitcoin werfen und sie auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen.

1. Digitale Währungen werden primär für illegale Aktivitäten verwendet

Quelle: Bermix Studeio auf Unsplash

Eine der ältesten und leider auch am weitesten verbreiteten Mythen über digitale Währungen ist, dass sie häufig für illegale Aktivitäten verwendet werden. Es stimmt zwar, dass digitale Währungen von Einzelpersonen sowie von kriminellen Organisationen verwendet wurden, jedoch lässt sich dieses Argument auch genauso für Fiat-Währungen aufführen. Einer der Gründe für diesen Mythos ist die Anonymität, die für die meisten Kryptowährungen entscheidend ist. Als erste große digitale Währung wurde der Bitcoin auf Schwarzmärkten wie der Silk Road populär.

Es stimmt zwar, dass die mutmaßliche Anonymität von Bitcoin für Kriminelle, die auf Märkten wie Silk Road illegale Geschäfte abwickelten, verlockend gewesen sein könnten, jedoch sollte man sich daran erinnern, dass es die Transaktionen selbst waren, die illegal waren, nicht die Kryptowährung. Kriminelle könnten genauso gut (und tun es hauptsächlich) auch Fiat-Währung für ihre Aktivitäten verwenden. Untersuchungen, die die Muster des Geldflusses im Bitcoin-Netzwerk analysiert haben, haben ergeben, dass es zwar eine Zeit lang tatsächlich eine Phase gab, in der sich die meisten Bitcoin-Aktivitäten auf Schwarzmärkte und Glücksspielorte konzentrierten, wobei der Teil der illegalen Aktivitäten auf einen Bruchteil der Gesamttransaktionen gesunken ist.

Außerdem existieren weitaus anonymere Kryptowährungen als Bitcoin. Denn bei Bitcoin sind alle Transaktionen aufgrund des public Ledgers öffentlich einsehbar, einschließlich der Adresse des Senders und Empfängers. Ein Beispiel dafür ist Monero, ein Private Coin der sich darauf spezialisiert hat die Identität der Nutzer zu verschleiern. Dies wird erreicht, indem sogenannte Stealth Adressen genutzt werden, die die Adressen der Sender und Empfänger verschleiern, sodass die Rückverfolgung einer Transaktion zu einer Person nahezu unmöglich ist.

2. Kryptowährungen haben keinen Wert

2.1 – Bitcoin hat tatsächlich keinen intrinsischen Wert

Besonders Gold-Fans sehen in Bitcoin keinen Nutzen als Konsumgut, weshalb es als Geldmittel ungeeignet sei. Erst, wenn ein Gut seinen Nutzen etwa in der Schmuckherstellung bewiesen habe, könne es sich zum Geldmittel mausern. Doch diese Argumentationslinie scheitert an der Empirie und am Induktionsproblem gleichermaßen. Wieso sollten Fiatwährungen wie der US-Dollar oder der Euro demnach Wert haben? Nur weil Gold auch für Schmuck genutzt wird, heißt das nicht, dass alle Geldmittel dem ähneln müssen.

Bildquelle: Karolina Grabowska auf Pexels

Denn ein intrinsischer Wert ist keine Voraussetzung für gutes Geld. Tatsächlich ist ein möglicher Nutzen außerhalb der Geldsphäre sogar hinderlich. Denn der Nutzen von Geld als Konsumgut (man denke an die Verwendung von Gold in der Elektronik) verzerrt den Preis des Gutes durch Disruptionen in den jeweiligen Industrien. Somit wäre Gold als Geldmittel mitunter den markttypischen Fluktuationen von Rohstoffen und Industrien ausgesetzt, bei denen es Einsatz findet – kein sonderlich gutes Argument für ein monetäres Wirtschaftsgut, das möglichst wertstabil sein sollte.

Bitcoin hingehen bringt alle Eigenschaften mit, die gutes Geld benötigt. Es ist teilbar, knapp, kann sofort ausgetauscht werden und ist zusätzlich noch völlig dezentral und somit unabhängig von Zensur und Inflationierung. So hat Bitcoin mehr Wert akkumuliert, als die meisten für möglich gehalten haben – und das ohne jedweden „intrinsischen Wert“.

2.2 – Rarität

Die Obergrenze von 21 Millionen Einheiten des Bitcoins ist einzigartig. Es gibt weltweit kein vergleichbares Gut mit einer Marktkapitalisierung von etwa 1 Billion US-Dollar, das nachweisbar derart rar ist wie Bitcoin. Wer eine bestimme Menge BTC kauft, weiß zu jedem Zeitpunkt, wie viel Prozent des Gesamt-Vorrats er dadurch sein Eigen nennen kann. Diese Knappheit ist Bitcoins ultimatives Wertversprechen – und ein guter Grund, wieso Menschen dem digitalen Gold Wert zuschreiben.

Rarität von Bitcoin
Quelle: Edgar Solto auf Unsplash

2.3 – Bitcoin hat alle Eigenschaften, die gutes Geld benötigt

Damit ein Gut als monetäres Medium tauglich ist, muss es gewisse Eigenschaften haben. So sollte es knapp, teilbar, fungibel, nicht-konsumierbar (Geld muss wiederverwendbar sein) und fälschungssicher sein. All diese Eigenschaften besitzt Bitcoin im Digitalen und das, besser als jedes bisher dagewesene Geldmedium.

Je mehr Menschen diese Qualitäten von Bitcoin erkennen, desto höher der wahrgenommene Nutzen – und desto höher der Kurs.

2.4 – Bitcoin-Halving

Ein Bitcoin-Halving bezeichnet die Halbierung der Menge an neuen Bitcoins, die zukünftig produziert werden. Alle 210.000 Blocks oder besser gesagt, alle 4 Jahre wird die Belohnung für die geschürften Blocks halbiert, was bedeutet, dass Miner 50 % weniger Bitcoins für die Verifizierung der Transaktionen erhalten.

Für Bitcoin-Anleger ist das Halving ein wichtiger Termin, da es einen starken Einfluss auf den Bitcoinpreis haben kann. Denn durch die Halbierung der Block-Belohnung steigt die Gesamtmenge der verfügbaren Bitcoins nicht mehr so schnell wie noch zuvor. Das Angebot wächst also langsamer, während die Nachfrage möglicherweise konstant bleibt oder aufgrund der zunehmenden Bekanntheit der Digitalwährung sogar steigen könnte. In diesem Fall würde der Bitcoin-Kurs profitieren.

Bitcoin-Halving
Quelle: Dmitry Demidko auf Unsplash

3. Kryptowährungen sind nicht sicher

Da digitale Währungen an Popularität gewonnen haben, gab es eine Reihe von hochkarätigen Betrugsfällen und Diebstählen. In vielen Fällen waren die Börsen, an denen Kryptowährungen gehandelt und aufbewahrt werden können das Ziel dieser Angriffe. In anderen Fällen nutzten Kriminelle Schwachstellen in Online Wallets aus. Anleger, die sich Sorgen um die Sicherheit digitaler Vermögenswerte machen, sollten bedenken, dass Hacks, Diebstähle und Betrug möglich sind. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Kryptografie und das Mining-Netzwerk, die in einer Blockchain verwendet werden, robust gegenüber Angriffen sind. Zum aktuellen Zeitpunkt ist es daher nicht möglich, das Bitcoin-Netzwerk an sich zu hacken. Fehlerpunkte stellen hingegen Websites oder einzelne Benutzer dar, die schlechte Sicherheitsvorkehrungen getroffen haben.

Kryptowährungen sind nicht sicher
Quelle: Pixabay auf Pexels

Wenn man die volle Kontrolle über seine Bitcoins haben und diese nicht auf einer Website liegen lassen möchte, kann man sich entweder eine Desktop- oder Mobile-Wallet für seinen PC oder Smartphone herunterladen und die Kryptowährungen dort lagern. Noch sicherer, jedoch auch ein weniger aufwendiger ist die Aufbewahrung der Coins auf einer Hardware-Wallet wie dem Ledger Nano S. Die 6 besten Wallets findest du in diesem Artikel.

4. Kryptowährungen sind schlecht für die Umwelt

Zunächst einmal sei gesagt: Ja, das Schürfen neuer Bitcoins im Netzwerk durch Miner ist tatsächlich mit einem recht hohen Energieverbrauch verbunden. Mining-Farmen aus China dominieren derzeit den Markt und dort stammt Strom nach wie vor oftmals vor allem aus traditionellen Energiequellen. Insbesondere Kohle hat in der Volksrepublik einen hohen Stellenwert. Damit einher geht auch eine hohe Umweltbelastung. Das Gute aber: Es tut sich weltweit einiges. Mining wird stetig energieeffizienter und damit sparsamer. Die Branche denkt um. Viele größere Betreiber siedeln sich beispielsweise in Ländern wie Kanada oder Norwegen an, wo Wind- und Wasserkraft schrittweise höhere Marktanteile erreichen. Damit sinken nicht nur die Kosten fürs Mining. Auch die Belastungen für die Umwelt fallen immer geringer aus. Zum „grünen Strom“ kommen technologische Fortschritte bei Mining-Rigs, die für die Rechenoperationen zur Verifizierung neuer Blöcke verwendet werden.

Bitcoin ist schlecht für die Umwelt
Quelle: Felix Mittermeier auf Pexels

Doch in letzter Zeit wurde die Umweltdebatte wieder deutlich befeuert, denn Elon Musk stoppte den Kauf von Tesla Fahrzeugen mit Bitcoin, aufgrund der schlechten Klimabilanz. Fundamental hat sich an Bitcoin nichts verändert und auch das Umweltproblem ist schon länger bekannt, doch sein Tweet sorgte für einen deutlichen Abverkauf von etwa 64.600 USD auf aktuell 38.000 USD (Stand: 19.05.2021). Klar ist, dass Bitcoin niemals die klimafreundlichste Kryptowährung werden wird, solange sie das „Proof-of-Work“-Prinzip beibehält. Nur die Verwendung von überschüssiger grüner Energie und die Steigerung der Effizienz der Mining-Hardware könnte diesem Problem entgegenwirken. Doch bis das der Fall ist, wird sicherlich noch einige Zeit vergehen.

5. Kryptowährungen sind Betrug

Auch hier gibt es einen Grund für Anleger, vorsichtig zu sein, wenn es um potenziellen Betrug geht. Es hat zahlreiche Initial Coin Offerings (ICOs) gegeben, die sich auf verschiedene Weise als betrügerisch erwiesen haben. Allerdings neigen versierte Anleger dazu, Kryptowährungen auf die gleiche Weise zu behandeln, wie sie jede andere potenzielle Investition behandeln würden: mit einer gesunden Dosis Skepsis und einer großen Menge an Forschung und Vorsicht.

Es ist möglich, dass Anleger auch in der traditionellen Finanzwelt in betrügerische Investitionsmöglichkeiten hineingezogen werden, und diese Situation tritt meist dann ein, wenn ein Anleger sich nicht die Zeit genommen hat, die Details der Gelegenheit selbst gründlich zu prüfen und zu lernen. Genauso wie man in der traditionellen Finanzlandschaft gute und schlechte potenzielle Investitionen aussieben muss, muss man sich die Zeit und Mühe nehmen, um dubiose Investitionsmöglichkeiten im Kryptowährungsraum auszusortieren.

Kryptowährungen sind Betrug
Quelle: Anna Tarazevich auf Pexels

Sofern du jedoch bei den etablierten Währungen bleibst, die schon mehrere Jahre bestehen und auch für deine Transaktionen die Big Player nutzt, die ebenfalls schon Jahre lang am Markt sind, kannst du in der Regel nichts falsch machen. Im Grunde ist der Kauf von Kryptowährungen dann nichts anderes als der Kauf einer Aktie. Bei einer solchen Transaktion würdest du vermutlich auch keine unbekannten Penny Stocks bei einer Börse kaufen, die seit 3 Monaten existiert.


Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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