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Das passiert, wenn du 20 Jahre lang 100 € pro Monat in Aktien investierst

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Mit einem Anlagehorizont von 20 Jahren zählst du zu den langfristigen Investoren. Wenn du dein Geld in den Aktienmarkt direkt oder über ETFs investierst, mögen die Renditen zwar kurzfristig schwanken, doch über lange Zeiträume ist deine Rendite höher, als die vieler Alternativen. Was mit deinem Geld passiert, wenn du 20 Jahre lang 100 € pro Monat in Aktien investierst, erfährst du in diesem Artikel.

In einem Jahr steigen deine Aktien oder ETFs vielleicht um 11 %, fallen im nächsten wieder um 6 % fallen, um dann wieder um 9 % zu steigen und so weiter. Wie du also merkst, ist es ein holpriger Weg, der es jedoch auf jeden Fall wert ist zu gehen – besonders langfristig gesehen. Im Vergleich zum Girokonto oder Tagesgeldkonto wirst du kontinuierlich eine Bewegung deines Depotwertes feststellen, doch hast nach 20 Jahren praktisch die Garantie, dass du real (inflationsbereinigt) mehr Geld auf deinem Konto haben wirst.

Sicherheit hat ihren Preis, während du für das Risiko eine Prämie erhältst. Um im Börsencrash nicht in Panik zu verfallen, kannst du diese Prämien kontinuierlich in Form von Dividenden ernten, während das Risiko des restlichen Depots mit der Zeit abnimmt. Denn je länger du investierst, desto mehr Zeit hast du, Kursschwankungen auszusitzen und vom anschließenden Aufschwung zu profitieren.

Dollar-Cost-Averaging

Die regelmäßige Investition von Geld – beispielsweise wöchentlich, monatlich oder vierteljährlich – in Wertpapiere wie Aktien und ETFs wird als Dollar-Cost-Averaging (auch DCA genannt) bezeichnet. Wenn man einen Wertpapiersparplan besitzt, der automatisch in bestimmten Abständen Aktien kauft, betreibt man auch automatisch Dollar-Cost-Averaging. Wie du einen Sparplan aufsetzt, erfährst du in diesem Beitrag.

Der große Vorteil dieser Strategie ist, dass du nicht jeden Euro, den du zur Verfügung hast, auf einmal in den Aktienmarkt investierst und damit das Risiko eingehst, dass der Markt plötzlich fällt und damit auch der Wert deines Portfolios. Dadurch, dass du zu unterschiedlichen Zeitpunkten Geld investierst, hast du beim Dollar-Cost-Averaging immer einen anderen Einstiegskurs, weil sich die Kurse mit der Zeit logischerweise bewegen. Mit der Zeit hat sich ein Durchschnittkurs gebildet, der aus sehr hohen aber auch sehr niedrigen Kursen entstanden ist. Somit musst du nicht das Risiko eingehen und all dein Geld zu einem bestimmten Kurs investieren und darauf hoffen, dass der Markt ausgerechnet jetzt nicht fällt.

Wenn du einen kühlen Kopf bewahrst und dich an den Plan hältst, auch wenn der Markt unten ist, bekommst du mehr Anteile für dein Geld. Diese zusätzlichen Aktien steigern deine Rendite, wenn der Markt wieder anzieht. Das ist einer der Hauptgründe, warum regelmäßige Aktieninvestoren trotz der vorübergehenden Auf- und Abschwünge des Marktes eine höhere langfristige Rendite im Vergleich zu risikoärmeren Anlagen erhalten.

Die Mathematik dahinter

Angenommen, du hast dich entschieden, in einen ETF mit einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 7 %, einschließlich der Dividende, zu investieren. Der Einfachheit halber nimmst du an, dass der Zinseszins einmal im Jahr stattfindet. Nach 20 Jahren wirst du 20 x 12 x 100 € = 24.000 € in den ETF investiert haben. Allerdings wird der Zinseszins deine Investition mehr als verdoppeln. Der einfachste Weg, die Zahlen durchzurechnen, ist mit einem Taschenrechner, aber du kannst die Rechnung auch manuell machen, indem du den Beitrag des neuen Jahres zur alten Summe addierst und dann die neue Summe mit 1,07 für jedes Jahr multiplizierst. Der einfachere Weg das Vermögenswachstum ist jedoch der Zinseszinsrechner.

Mit einem wachsenden zur Verfügung stehenden Betrag, wächst auch die Vielfalt an Anlagemöglichkeiten, die dir zur Verfügung stehen, sodass du dein Portfolio noch weiter diversifizieren kannst.

Andere Faktoren

In der Realität wird deine Bilanz nicht so klar ausfallen, wie es der Taschenrechner vorhersagen kann. Zunächst einmal ist die Berechnung in der Regel stark vereinfacht, da sie keine Gebühren, Steuern und ähnliche Faktoren berücksichtigt. Außerdem gibt es einen gewissen Spielraum bei der Berechnung der Durchschnittswerte, die in die Gleichung eingehen. Dennoch zeigt die Geschichte, dass regelmäßiges Investieren in Aktien oder ETFs im Vergleich zu anderen Arten von Investitionen durchweg bessere Renditen erzielt, was sie zur offensichtlichen Wahl für einen langfristigen Investor macht.

Bei einer kleinen Summe wie 100 € bleibt außer Aktien oder ETFs wenig Auswahl, zumindest am Anfang. Mithilfe von Discount-Brokern wie Trade Republic zahlst du pro Order nur 1 Euro, egal ob bei Aktien oder breit gestreuten ETFs.

Von Aktienfonds würde ich generell abraten, da sie zum einen wesentlich höhere Gebühren als ETFs verlangen und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht besser als der breite Markt performen werden.


Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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