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Der Unterschied zwischen ETNs und ETFs

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Exchange Traded Funds (ETFs) bieten Anlegern eine sofortige Diversifikation und Kosteneffizienz vereint in einem einzigen Produkt. Während die große Auswahl an ETFs sicherstellt, dass jeder Anleger ein passendes Anlageprodukt für sein spezifisches Ziel findet, gibt es Spin-Offs von ETFs, die als Exchange Traded Notes (ETNs) bezeichnet werden. Wo der Unterschied zwischen einem ETN und ETF liegt, erfährst du in diesem Beitrag.

ETF vs. ETN

Während sie ähnlich gehandelt werden, sind ETFs und ETNs durchaus unterschiedliche Anlageprodukte. Ein ETF vereint mehrere Assetklassen in einem einzelnen Produkt, ähnlich wie ein normaler Aktienfonds, doch zu wesentlich geringeren Kosten. Abhängig von den Zielen des ETF können diese Vermögenswerte Aktien, Anleihen oder Derivate wie Futures und Optionen sein. Anleger kaufen einen ETF und bündeln ihr Geld in diesem Produkt, um beispielsweise die Wertentwicklung des US-Aktienindex S&P 500 nachzuahmen. Ein ETF ist aktuell die einfachste und die kostengünstigste Variante, eine möglichst große Anzahl an Aktien und dementsprechend auch Risikostreuung in seinem Depot zu erreichen. Ein ETN hingegen ist im Wesentlichen eine ungesicherte Unternehmensanleihe und kein Bündel von Vermögenswerten.

Wie ETFs können auch ETNs einen Index, wie den S&P 500, eine Branche wie die Finanzbranche, eine Fremdwährung wie den japanischen Yen oder einen anderen Faktor wie beispielsweise die Marktschwankungen (Volatilität) abbilden.

Vermeidung von Tracking-Errors durch ETNs

ETFs weisen immer eine leichte Differenz zu dem Benchmark, also dem nachzuahmenden Index auf. Die Gründe dafür können zum Beispiel eine Zeitverzögerung beim Kauf oder Verkauf von Aktien, Probleme mit unterschiedlichen Zeitzonen oder auch noch nicht verrechnete Dividenden sein. Natürlich versuchen die Fondsanbieter diese Differenz möglichst gering zu halten, doch eine totale Vermeidung ist nicht möglich.

ETNs hingegen sind börsengehandelte Schuldverschreibungen, die die Wertentwicklung des zugrundeliegenden Basiswerts 1-zu-1 nachbilden. Somit existieren keine Tracking-Errors bei ETNs.

Einzigartige Risiken von ETNs

ETNs und ETFs weißen jeweils bestimmte Risiken auf, welche sich inhaltlich jedoch stark unterscheiden. Das größte Risiko bei einem ETN ist das Kreditrisiko. Normale ETFs werden als Sondervermögen gewertet, genau wie Aktien. Im Falle einer Insolvenz der Bank sind deine ETFs also nicht betroffen und gehören zu 100% dir. Anders sieht es bei ETNs aus. Diese stellen kein Sondervermögen, weshalb das Risiko durch den jeweiligen Emittenten (Bank) entsteht. Während eine emittierende Bank wie beispielsweise Barclays eine hohe Bonität aufweist, bedeutet dies nicht, dass sie unfehlbar ist.

Große Banken hatten schon in der Vergangenheit Probleme. Wir Erinnern uns an Lehman Brothers, die 2008 im Zuge der Finanzkrise Insolvenz beantragen musste. Wenn der emittierenden (ausstellenden) Bank etwas passiert, während du einen ETN von dieser Bank hältst, kann dein ETN in Verzug geraten und im schlimmsten Fall könnte es zum Totalverlust kommen. Das Risiko eines Totalverlusts besteht jedoch in jeder Anlageklasse und ist nicht ETN spezifisch.

Das andere Risiko ist mit der Liquidität verbunden. Der Grund dafür ist ganz einfach. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung gibt es einfach mehr ETFs als ETNs. Die Nachfrage nach ETFs ist also wesentlich größer, als die nach ETNs. Das bedeutet, dass der Handel mit und aus ETN-Positionen möglicherweise nicht so einfach ist wie der Handel mit ETFs. Der Kauf oder Verkauf deiner Position könnte also verzögert stattfinden, weil sich eventuell keine Käufer- oder Verkäufer finden lassen.

Während die beiden oben genannten Risiken spezifisch für ETNs sind, teilen sich sowohl ETFs als auch ETNs das Risiko der Marktperformance. Wenn ein ETN beispielsweise versucht die Leistung des S&P 500 nachzubilden und der Index starke Verluste erleidet, werden sich diese Verluste auch in deinem ETN widerspiegeln. Ähnlich wie bei ETFs kann es auch gehebelte oder inverse / Short ETNs geben, die mit höheren Risiken verbunden sind. Bei gehebelten Produkten, z.B mit dem Faktor 2x, profitierst du also doppelt bei steigenden Kursen, verlierst hingegen auch doppelt im Falle von fallenden Kursen. Invers oder Short bezeichnet die Wette auf fallende Kurse. Besitzt du also einen inversen oder Short ETN oder ETF, profitierst du von fallenden Kursen, verlierst aber bei steigenden Kursen.

Beide Optionen sind hochspekulativ und sollten nur von erfahrenen Investoren sowie institutionellen Investoren genutzt werden.


Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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