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Derivate – Einfach erklärt

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  • Derivate gehören mit Sicherheit zu den komplexesten Anlageprodukten am Markt und nicht zuletzt deswegen, stehen sie in der Kritik.

Derivate gehören mit Sicherheit zu den komplexesten Anlageprodukten am Markt und nicht zuletzt deswegen, stehen sie in der Kritik. Doch damit auch ihr euch eure eigene Meinung bilden könnt, erkläre ich euch alles, was ihr zu diesem Thema wissen müsst.

Was ist ein Derivat?

Ein Derivat oder auch abgeleitetes Instrument, ist der Überbegriff für eine Familie an vielen einzelnen Anlageinstrumenten. Dazu zählen unter anderem Optionsscheine, Futures, Swaps, Zertifikate und Differenzgeschäfte (CFDs). In der Chemie wird ein Derivat, als eine chemische Verbindung, die aus einer anderen entstanden ist, definiert. An der Börse ist es ähnlich. Derivate beziehen sich immer auf ein anderes Produkt.

Daher leiten sich auch die Preise des Derivats, von einem Basisprodukt (Underlying) wie einer Aktie, einem Aktienindex, einer Anleihe oder sogar auch von Rohstoffen oder Zinsen ab. Somit profitiert ein Derivat von steigenden oder fallenden Kursen, seines Basisprodukts.

Wo werden Derivate gehandelt?

Derivate werden sowohl an der Börse, als auch außerbörslich (“OTC – Over-the-Counter”) gehandelt. Dabei sind Derivate, welche außerbörslich gehandelt werden, frei in ihrer Ausgestaltungsform.

Wie funktionieren Derivate?

Der Handel mit Derivaten ist ein Termingeschäft, es ist also eine Spekulation mit dem Faktor Zeit!

Man kauft die Basisinstrumente deswegen nicht sofort, sondern vereinbart einen Preis, zu dem man das entsprechende Produkt dann später kauft (Kaufoption, Call). Natürlich geht das auch umgekehrt, indem man ein Produkt später, zu einem vorab festgelegten Preis verkauft (Verkaufsoption, Put). Das heißt, dass der Geschäftsabschluss und die Zahlung, zeitlich auseinander fallen.
Je nach Hebelwirkung des gewählten Produkts, passt sich auch das Risiko dementsprechend an.

Beispiel:

Kerosinausgaben stellen für Luftfahrtunternehmen einen bedeutenden Kostenfaktor dar, der sehr stark schwanken kann. Dies erschwert die Finanzplanung für die Unternehmen. Sie haben daher einen Anreiz, sich gegenüber übermäßig hohe Schwankungen bzw. Steigerungen des Kerosinpreises abzusichern. Sie kaufen auf Termin eine bestimmte Menge an Kerosin zu einem festgelegten Preis, d. h., sie vereinbaren den Kauf zu einem späteren Zeitpunkt. Steigt der Preis dann auch tatsächlich über den Terminpreis, kaufen sie das Kerosin unter dem Marktpreis und erzielen so Gewinne. Liegt der Preis allerdings unter dem Terminpreis, müssen sie trotzdem zum höheren Preis kaufen und erwirtschaften dadurch einen Verlust.

Bedingte und unbedingte Termingeschäfte

Bei bedingten Termingeschäften, können Derivate genauso wie Aktien oder Anleihen, jederzeit vor dem Ende ihrer Laufzeit über die Börse oder den Ausgeber (Emittenten) wieder verkauft werden.

Bei unbedingten Termingeschäften hingegen muss der Käufer die vorab festgelegten Bedingungen erfüllen. Das heißt, dass er das Geschäft nicht mehr abbrechen oder sein Derivat veräußern kann. Diese Art der Termingeschäfte werden häufig über Swaps, Futures und Forwards realisiert.

Kritik

Der Großteil der Kritik bezieht sich auf das riesige außerbörsliche Handelsvolumen, welches im Jahr 2014 bei ca. 700 Billionen US-Dollar lag. Viele vermuten, dass dieser intransparente und schwer zu überwachende außerbörsliche Handel, mitverantwortlich für die weltweite Finanzkrise von 2007 bis 2010 war. Man geht davon aus, dass große Fonds die Möglichkeit haben, durch gezielte Spekulationen – zum Beispiel Wetten auf fallenden Kurse – Kurse gezielt beeinflusst haben.

Fazit

Derivate sind ein gutes Mittel um schell hohe Gewinne zu erzielen. Jedoch kann auch das Verlustrisiko, bis zum Totalverlust steigen. Trotzdem eignen sie auch super – vor allem für Branchen in denen die Preise stark schwanken – um sich abzusichern und das Risiko zu senken.


Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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