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Dividenden – Einfach erklärt

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  • Dividenden sind Gewinnausschüttungen von Unternehmen. Dabei erhalten die Aktionäre ein Teil des erwirtschafteten Gewinns des Unternehmens.

Jedem Leser ist sicherlich bekannt, dass man durch steigende Kurse Geld mit Aktien verdienen kann. Außerdem besteht auch die Möglichkeit Aktien leerzuverkaufen. Das heißt man spekuliert auf fallende Kurse. Jedoch sind das nicht die einzigen Möglichkeiten seine Rendite zu erhöhen, denn genau hier kommen die Dividenden ins Spiel.

Was sind Dividenden?

Dividenden sind Gewinnausschüttungen von Unternehmen. Dabei erhalten die Aktionäre ein Teil des erwirtschafteten Gewinns des Unternehmens. Diese Auszahlungen stehen im klaren Zusammenhang mit dem Unternehmensgewinn.

Warum zahlen Unternehmen Dividenden?

Zu Beginn muss klargestellt werden, dass nicht jedes Unternehmen Dividenden ausschüttet. Vor allem in Branchen mit hohen Investitionskosten, wie zum Beispiel dem Technologiesektor, werden häufig keine Dividenden gezahlt. Dies ist beispielsweise bei der Google Konzernmutter Alphabet der Fall. Gleiches gilt auch für Facebook.

Dividenden sind eben nur dann sinnvoll, wenn das Unternehmen selber keine bessere Verwendung für ihr Kapital hat. Und seit den letzten Jahren ist ein starker Trend der Aktienrückkäufe zu erkennen. Dabei profitieren Unternehmen von den niedrigen Leitzinsen oder nutzen ihr Eigenkapital, um Aktien ihres eigenen Unternehmens zurückzukaufen.

Besonders in Wachstumsphasen ist es aus Sicht des Unternehmens sinnvoll, die erwirtschafteten Gewinne zu reinvestieren. Dies kann in Form von Ausgaben in Bereichen der Forschung und Entwicklung oder auch dem Aufkaufen von anderen Unternehmen geschehen. Dadurch erhoffen sie sich, in den kommenden Jahren größere Gewinne zu erzielen.

Und selbst wenn in dem eigentlichen Kerngeschäft des Unternehmens kein Wachstum stattfindet, werden manche Unternehmen trotzdem keine Ausschüttung der Gewinne vornehmen. Das Einbehalten der Gewinne kann auch in diesem Fall sinnvoll sein, um sich bestimmte Unternehmens-strategische Optionen aufrechtzuerhalten. Wie zuvor schon erwähnt können Übernahmen von anderen Unternehmen oder die Beteiligung an Zuliefer- oder Kundenunternehmen sein. Andernfalls wird das Kapital als Reserve für die Zukunftsvorsorge einbehalten.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass Dividenzahlungen von der aktuellen Strategie und dem Entwicklungsstand des Unternehmens abhängig sind.

Doch warum zahlen Unternehmen dann trotzdem Dividenden?

Vor allem solide und schon lange bestehende Unternehmen mit stetig wachsendem Cashflow, aus den Sektoren Konsum, Medizin, Industrie, Finanzen oder Energie, sind beliebte Dividendenzahler. Somit unterscheiden sich also die wachstumsorientierten Unternehmen ohne oder mit geringer Dividende, von denen mit hoher Dividende aber geringerem Kurssteigerungspotenzial. Wobei letzteres nicht immer der Fall ist.

Wer entscheidet über die Dividende?

Wie zuvor schon erwähnt, spielt die wirtschaftliche Lage des Unternehmens eine große Rolle bei der generellen Entscheidung über eine Dividende und ihrer Höhe. Denn durch eine Ausschüttung ihrer Gewinne, können sie eventuell ihren Aktienkurs steigern, jedoch senken sie auch gleichzeitig ihre liquiden Mittel. Um diesen Entscheidungsprozess einzuleiten, macht der Vorstand auf der Hauptversammlung einen Vorschlag, ob und in welcher Höhe eine Dividende ausgezahlt werden soll. Darüber stimmen dann die eigentlichen Eigentümer und Aktionäre auf der Hauptversammlung ab. Kommt eine einfache Mehrheit zu Stande, wird der Vorschlag umgesetzt.

Ist eine hohe Dividende ein Zeichen für ein gutes Unternehmen?

Eine hohe Dividende kann, muss aber kein Anzeichen für ein gutes und solides Unternehmen sein. Schaut man sich Alphabet oder Google an, erkennt man schnell, dass sie auch ohne Dividende gut zurechtkommen.

Unternehmen haben auch nach einem Verlustjahr die Möglichkeit, ihre Dividende aus den Reserven der Vorjahre zu bezahlen. Grundsätzlich deutet die Fähigkeit, eine Dividende auch nach einem Verlustjahr zahlen zu können, zwar auf einer gewissen Finanzkraft des Unternehmens hin, allerdings sind nur nachhaltig gewinnträchtige Unternehmen letztlich auch gute Investments. Die Dividende sollte also nach Möglichkeit aus dem aktuellen Gewinn stammen.

Allerdings gibt es auch Aktiengesellschaften, die ihren gesamten Gewinn an ihre Aktionäre ausschütten. Dies geschieht vor allem bei starken Kursverlusten, um enttäuschte Aktionäre bei der Stange zu halten. Es gibt sogar Unternehmen, die Dividendenzahlungen aus ihrer Substanz bestreiten – was auf lange Sicht ruinös ist, weil das Geld für notwendige Investitionen fehlt und die Substanz aufgezehrt wird. Solche AGs sollte man auf jeden Fall meiden.

Ein guter Richtwert ist die durchschnittliche Dividendenausschüttungsquote von DAX-Unternehmen, welche bei ca. 40 % liegt.

Was bedeutet das Verhältnis von Aktienkurs und Dividendenhöhe?

Dieses Verhältnis bezeichnet man als Dividendenrendite, welches ebenfalls in Prozent angegeben wird. Sagen wir der aktuelle Aktienkurs der Y AG sei 15 Euro und es wird eine Dividende von 45 Cent je Aktie ausgeschüttet. Dann ergibt sich eine Dividendenrendite von 0,45 € / 15 € = 0,03 = 3 %. Man erhält also für jeden Euro den man in die Y AG investiert, eine Rendite oder „Verzinsung“ von 3 % in Form der Dividendenzahlung. Zusätzlich kann man von eventuellen Kurssteigerungen profitieren. An dem Tag, an dem die Dividende an die Aktionäre ausgezahlt wird, fällt die Aktie aber meist um einen ähnlich hohen Betrag, den sogenannten „Dividendenabschlag“.

Wenn beide Faktoren dann zusammen kommen, also eine ordentliche Dividendenrendite von ca. 2 %-3 % pro Jahr und diese Dividende aus nachhaltigen Unternehmensgewinnen stammt, dann handelt es sich um eine wertorientierte Investition, ein echtes Value-Investment. Und nicht zuletzt ist das Value-Investing die Strategie, die u.a. Warren Buffett zum reichsten Mann der Welt gemacht hat.


Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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