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Dividendenrendite: Erklärung und Definition

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Nicht alle Instrumente der Fundamentalanalyse funktionieren für jeden Anleger bei jeder Aktie. Wenn du beispielsweise nach wachstumsstarken Aktien suchst, wirst du diesen nicht in derselben Kategorie wie Aktien mit hohen Dividendenausschüttungen finden. Wenn du jedoch ein Value-Investor bist oder Dividendenerträge erzielen möchten, sind einige Kennzahlen für dich spezifisch. Eine der aussagekräftigen Kennzahlen für Dividendeninvestoren ist die Dividendenrendite. Hierbei handelt es sich um eine finanzielle Kennzahl, die angibt, wie hoch die Dividende eines Unternehmens im Verhältnis zu ihrem Aktienkurs ist.

Dividendenrendite berechnen

Zur Berechnung der Dividendenrendite wird die Dividende je Aktie mit 100 multipliziert und anschließend durch den Aktienkurs dividiert.

Beispiel

  • Ausgeschüttete Dividende: 5 Euro (je Aktie)
  • Aktienkurs: 99 Euro
  • Dividendenrendite: 5,05 Prozent

Die Renditen für ein laufendes Jahr können anhand der Dividende des Vorjahres oder durch Multiplikation der letzten vierteljährlichen Dividende mit 4 und anschließender Division durch den aktuellen Aktienkurs geschätzt werden.

Dividendenrendite verstehen

Die Dividendenrendite ist eine Methode zur Messung des Cashflows, den du für jeden investierten Euro in eine Aktie, zurückerhältst. Mit anderen Worten, es ist ein Maß dafür, wie viel Geld man durch Dividenden für sein eingesetztes Kapital erhält. Die Dividendenrendite ist im Wesentlichen die Kapitalrendite einer Aktie ohne Kapitalgewinn.

Angenommen, die Aktie des Unternehmens ABC wird zu 20 Euro gehandelt und zahlt seinen Aktionären eine jährliche Dividende von 1 Euro pro Aktie. Nehmen wir jetzt an, die Aktie des Unternehmens XYZ wird zu 40 Euro gehandelt und zahlt eine jährliche Dividende von 1 Euro pro Aktie. Die Dividendenrendite von Unternehmen ABC beträgt 5 % (1 ÷ 20), während die Dividendenrendite von XYZ nur 2,5 % (1 ÷ 40) beträgt. Unter der Annahme, dass alle anderen Faktoren gleichwertig sind, würde ein Anleger, der sein Portfolio zur Aufstockung seiner Erträge nutzen möchte, wahrscheinlich die ABC-Aktie der von XYZ vorziehen, da sie die doppelte Dividendenrendite aufweist.

Anleger, die einen Mindest-Cashflow aus ihren Anlagen benötigen, können diesen sichern, indem sie in Aktien investieren, die hohe und stabile Dividenden zahlen. Ältere, gut etablierte Unternehmen zahlen in der Regel einen höheren Prozentsatz an Dividenden aus als jüngere Unternehmen. Allgemein ist die Dividendenpolitik älterer Unternehmen auch konsistenter.

Achtung vor zu hohen Erträgen

Denke daran, dass die Auszahlung hoher Dividenden auch das Wachstumspotenzial eines Unternehmens kosten kann. Jeder Euro, den ein Unternehmen an seine Aktionäre auszahlt, ist Geld, dass das Unternehmen nicht selber reinvestiert.

Frage Dich immer, warum die Dividendenrendite so hoch ist, wie sie aktuell ist und recherchiere nach den Gründen. Manchmal ist eine hohe Dividendenrendite das Ergebnis des Kursrückgangs einer Aktie. So kann beispielsweise ein Unternehmen in einem starken geschäftlichen Abschwung eine verlockende Dividendenrendite aufweisen – aber eben nur deshalb, weil die geschäftlichen Probleme zu einem Kurseinbruch geführt haben. Die Dividendenrendite ist dann nurmehr eine rein rechnerische Größe, die mit der Realität nichts mehr zu tun hat. Denn die geschäftlichen Probleme können die Ausschüttung für das laufende Jahr deutlich schmälern – oder die Ausschüttung komplett stoppen.

Eine hohe ausgewiesene Dividendenrendite kann also auch geradezu ein Warnzeichen sein. Für interessierte Anleger ist es also Pflicht, das aktuelle Nachrichtenumfeld des Unternehmens zu beachten und zu prüfen, wie kontinuierlich die Gesellschaft ihre Gewinne bisher an die Aktionäre ausgeschüttet hat. Daher solltest du deine Hausaufgaben machen und dich fragen, ob das Unternehmen das Geld nicht besser verwendet werden könnte?

Du solltest dir natürlich auch über die Art des Unternehmens im Klaren sein, in das du investieren möchtest. Real Estate Investment Trusts (REITs) sind so ein Fall. Denn sie sind gesetzlich dazu verpflichtet, einen erheblichen Teil ihres Gewinns an die Aktionäre auszuschütten, was zu höheren Dividendenrenditen führt. Dies macht REITs jedoch nicht unbedingt zu schlechten Geschäften. Sondern ganz im Gegenteil vernünftige REITs sind ein Muss für jeden Dividendeninvestor.


Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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