AktienETFs

Dollar-Cost Averaging vs. Einmalanlage: Was ist besser?

5 Mins read

Wenn du Geld zum Investieren hast, musst du dich entscheiden, ob du deine Investition zeitlich streckst oder alles auf einmal investierst. Hier erfährst du, ob du Dollar-Cost Averaging oder die Einmalanlage wählen solltest.

In diesem Artikel werde ich mit den Unterschied zwischen DCA (Dollar-Cost Averaging) und der Einmalanlage anschauen, damit wir am Ende feststellen können, was am besten für dich geeignet ist.

Was ist der Unterschied zwischen Dollar-Cost-Averaging und einer Einmalanlage?

Was ist der Unterschied zwischen Dollar-Cost-Averaging und einer Einmalanlage

Der Hauptunterschied zwischen Dollar-Cost Averaging und der Einmalanlage besteht darin, dass beim Dollar-Cost-Averaging kleine Geldbeträge in bestimmten Abständen investiert werden. Bei der Einmalanlage wird das vorhandene Kapital wie es der Name schon sagt, auf einmal investiert. Also Dollar-Cost-Averaging streut die Anlage während der Einmalkauf alles auf einmal investiert.

Im Folgenden werde ich noch mal genauer darauf eingehen.

Eine kurze Beschreibung des Dollar-Cost-Averaging

Die Investition von Geld – beispielsweise wöchentlich, monatlich oder vierteljährlich – in Wertpapiere wie Aktien und ETFs wird als Dollar-Cost-Averaging (auch DCA genannt) bezeichnet. Wenn man einen Wertpapiersparplan besitzt, der automatisch in bestimmten Abständen Aktien kauft, betreibt man auch automatisch Dollar-Cost-Averaging. Wie du einen Sparplan aufsetzt, erfährst du in diesem Beitrag.

Der große Vorteil dieser Strategie ist, dass du nicht jeden Euro, den du zur Verfügung hast, auf einmal in den Aktienmarkt investierst und damit das Risiko eingehst, dass der Markt plötzlich fällt und damit auch der Wert deines Portfolios. Dadurch, dass du zu unterschiedlichen Zeitpunkten Geld investierst, hast du beim Dollar-Cost-Averaging immer einen anderen Einstiegskurs, weil sich die Kurse mit der Zeit logischerweise bewegen. Wie du auf dem Bild unter diesem Abschnitt erkennen kannst, hat sicher mit der Zeit ein Durchschnittkurs gebildet, der aus sehr hohen aber auch sehr niedrigen Kursen entstanden ist. Somit musst du nicht das Risiko eingehen und all dein Geld zu einem bestimmten Kurs investieren und darauf hoffen, dass der Markt ausgerechnet jetzt nicht fällt.

Dollar-Cost Averaging Abbildung
https://www.moneyredpill.com/laymans-terms/financial-independence-dollar-cost-average

Eine kurze Beschreibung der Einmalinvestition

Bei der Einmalanlage hingegen investierst du all dein verfügbares Kapital mit einem Kauf in Aktienmarkt. Es ist das genaue Gegenteil vom Dollar-Cost Averaging, d.h. du wartest nicht mit dem Investieren und teilst die Käufe aus, sondern alles wird mit einem Mal investiert. Nun, es gibt einen schmalen Grat zwischen DCA und Einmalanlage. Lass mich das kurz erklären.

Wenn du absichtlich Bargeld zurücklegst, um es später zu investieren, würde ich das als Dollar-Cost-Averaging bezeichnen. Aber du könntest trotzdem noch periodische Investitionen tätigen und es als Einmalanlage betrachten. Nehmen wir zum Beispiel an, du bekommst vierteljährlich einen Bonus von 1000 Euro. Jedes Mal, wenn du diesen Bonus erhältst, entscheidest du dich dafür, ihn zu investieren. Dies ist immer noch eine Einmalanlage, auch wenn du periodische Investitionen tätigst. Der Grund dafür ist, dass du das Geld nicht absichtlich für einen späteren Zeitpunkt aufbewahrst, sondern es sofort investierst, wenn du dir zur Verfügung steht.

Wenn du stattdessen den vierteljährlichen Bonus von 1000 Euro nehmen und ihn über das kommende Quartal in drei gleiche monatlichen Raten aufteilen würdest, dann wäre das Dollar-Cost-Averaging. Der Unterschied ist marginal, kann jedoch über eine höhere oder auch niedrigere Rendite deines Portfolios sorgen.

Für wen ist Dollar-Cost Averaging geeignet und für wen nicht?

Für wen ist Dollar-Cost Averaging geeignet und für wen nicht?

Dollar-Cost Averaging eignet sich sehr gut für die eher risikoscheuen Anleger, die größere Geldsummen auf einem hochverzinslichen Sparkonto liegen haben. Du kannst dein Risiko minimieren, indem du deine Investition aufteilst und die nicht investierten Beträgen auf dem Sparkonto hältst.

Außerdem wirst du vom Dollar-Cost-Averaging profitieren, wenn du deine Investition über einen längeren Zeitraum verteilen kannst. Investiert du dein Geld jedoch zu schnell (zum Beispiel über drei bis sechs Monate), gibst du dem Markt möglicherweise nicht genug Zeit, sich nach einem großen Auf- oder Abschwung zu korrigieren.

Der Coronacrash im März 2020 ist dafür ein gutes Beispiel, da die Wertpapiere volatil waren und keinen größeren Nutzen aus der DCA-Strategie gezogen hättest, wenn du zu schnell investierst hättest. Ich denke es ist gut, die Anlage über einen Zeitraum von 12 bis 36 Monate zu strecken, wenn du diesen Ansatz verfolgen möchtest. Dafür eignet sich ein automatisierter Sparplan optimal.

Auf der anderen Seite ist DCA nicht für diejenigen geeignet, die schneller investieren wollen, die mit den Höhen und Tiefen des Marktes zurechtkommen und die es nicht mögen, zusätzliches Geld auf einem Sparkonto zu halten.

Spielt es eine Rolle, welche Strategie man wählt?

Ja und nein. Nein, es spielt keine Rolle aus einer persönlichen und psychologischen Perspektive, aber JA, es spielt eine Rolle aus einer Daten- und mathematischen Perspektive. Hier ist, was ich meine:

Ich setze dieses Argument gerne mit dem Argument von Dave Ramsey gleich: dem Schuldenschneeballsystem. Mathematisch gesehen ergibt der Schulden-Schneeball keinen Sinn. Ramsey schlägt vor, zuerst die kleinste Schuld zu tilgen, dann die nächstgrößere, und so weiter. Dieser Ansatz ignoriert die Zinssätze, sodass man nicht eigentlich nicht unbedingt den logischsten Ansatz verfolgt – aber er funktioniert auf einer psychologischen Ebene.

Das ist für mich der Punkt, an dem das Dollar-Cost-Averaging gegenüber der Einmalanlage gewinnt. Mathematisch gesehen ergibt es nicht unbedingt Sinn (ich erkläre dir gleich, warum), aber es bringt ein gewisses Maß an psychologischer Sicherheit in deine Anlagestrategie, indem es dir erlaubt, Bargeld für Notfälle bereitzuhalten UND nebenbei etwas Geld zu investieren. Außerdem bist nicht von einem Einstiegskurs abhängig, sondern bildest einen Durchschnittswert, der Schwankungen besser ausgleicht.

Was die Studien zeigen

Wie jede Anlagestrategie, die darauf abzielt, das Risiko zu reduzieren (wie z. B. die Investition in Anleihen), hat das Dollar-Cost-Averaging auch Nachteile. Einfach ausgedrückt: Ein Dollar-Cost-Averaging-Investor verpasst starke Marktschwankungen und somit auch eventuell die Rendite, da er nicht mit seinem gesamten Kapital investiert ist. Zu dem Zeitpunkt, an dem das Geld bereit ist, investiert zu werden, hat sich der Markt möglicherweise bereits korrigiert und der Gewinn wurde verpasst. Doch bedenke eines, die Marktschwankung hätte auch negativ ausfallen können, sodass du mit der Einmalanlage ordentlich im Minus gewesen wärst.

Eine Studie, die Anfang der 90er Jahre von zwei Finanzprofessoren durchgeführt wurde, untersuchte historische Börsendaten, die etwa 70 Jahre umfassen. Ihre Ergebnisse zeigten, dass jemand, der die Einmalanlage wählt, in etwa 67 % der Fälle im ersten Jahr eine höhere Rendite erzielte als jemand, der dem Dollar-Cost-Averaging folgte und seine Investition im Laufe des Jahres nach und nach aufstockte.

Eine andere Studie, die erst kürzlich von Vanguard durchgeführt wurde, untersuchte den Unterschied zwischen Dollar-Cost Averaging und Einmalanlagen, indem sie in ein 60/40 (Aktien/Anleihen) Portfolio in drei verschiedenen Ländern investierte. Sie fanden heraus, dass in jedem Markt eine Einmalanlage in etwa zwei Dritteln der Zeit zu größeren Portfoliowerten führte. Sie führten Variationen des Tests durch und sahen ebenfalls sehr ähnliche Ergebnisse.

Schließlich stellt eine Studie von Robert Atra und Thomas Mann aus dem Jahr 2001 im Journal of Financial Planning fest, dass “die Ergebnisse (verschiedener Studien) darauf hindeuten, dass DCA weder so effektiv ist, wie die persönliche Finanzliteratur es behauptet, noch so suboptimal, wie die akademische Literatur behauptet.”

Was sie damit sagen wollen, ist, dass Dollar-Cost Averaging aus statistischer Sicht nicht das ist, was es zu sein scheint. Es gibt dem Anleger ein höheres Maß an Sicherheit, jedoch auf Kosten der Rendite.

Fazit

Auch wenn die Daten darauf hindeuten, dass die Einmalanlage langfristig die bessere Strategie ist, bedeutet das nicht unbedingt, dass es die beste Strategie für dich sein wird. Investieren ist eine emotionale Angelegenheit – und solange du diese Emotionen im Zaum hältst und keine voreiligen Entscheidungen triffst, sollte es dir und deinen Anlagen gut gehen.

Das wichtigste ist, dass du dich mit deinen Investments sicher fühlst – und genau in diesem Fall könnte sich DCA als wertvoll für dich erweisen. So oder so solltest du sicherstellen, dass du die Unterschiede kennst und weißt, was für deine aktuelle Situation am passendsten ist.

Inhalte werden geladen
Related posts
Aktien

Was macht Teslas Geschäftsmodell besonders?

5 Mins read
Tesla hat das Elektroauto nicht erfunden, aber das erste erfolgreiche Geschäftsmodell, um Elektroautos auf den Markt zu bringen.
Aktien

Was ist das Geschäftsmodell von Alibaba?

5 Mins read
Das Geschäftsmodell von Alibaba ist es, der Vermittler für Käufer und Verkäufer rund um den Globus zu sein. Mit ihrem E-Commerce Geschäftsmodell schaffen sie das.
Aktien

Berkshire Hathaway: Diese Aktien sind neu im Portfolio

2 Mins read
Berkshire Hathaway gab im Februar 2021 neue Beteiligungen an drei Unternehmen bekannt. Das sind die Gründe für die neuen Aktien im Portfolio.
Werde informiert, wenn es einen neuen Beitrag gibt

Trag einfach deine E-Mail Adresse ein, um auf dem aktuellen Stand zu bleiben und über Neuigkeiten informiert zu werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.