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ETFs oder Stock Picking? Das sind die Vor- und Nachteile

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In dem Moment, in dem du das hier liest, kannst du bereits stolz auf dich sein. Denn du hast die meiner Meinung nach richtige Entscheidung in deinem Leben getroffen, an der Börse zu investieren und langfristig ein Vermögen aufzubauen. Glückwünsch 🥳

Nun stellt sich dir aber möglicherweise die Frage, in was du eigentlich sollst. Wahrscheinlich hast du sowohl von Einzelaktien als auch von kostengünstigen ETFs gehört, die beide eine gute Wahl sind, um renditestark zu investieren. Aber wofür sollst du dich nun entscheiden?

Die Wahl kann ich dir natürlich nicht abnehmen, aber ich kann dir die Vor- und Nachteile beider Varianten präsentieren, sodass du daraus deine eigene Meinung bilden kannst.

1) Arbeitsaufwand

Zu Beginn sollte erst einmal der Arbeitsaufwand betrachtet werden. ETFs haben hier mit ihrem passiven Charakter den großen Vorteil, dass sie kaum Arbeitsaufwand erfordern, bis auf die einmalige Auswahl bestimmter ETFs. Dabei sollte jedoch die Kostenquote der ETFs verglichen werden, was im Vergleich zu Einzelaktien aber einen deutlich geringeren Aufwand darstellt. Näheres dazu findest du hier.

Ein Grund dafür ist Diversifizierung, die man automatisch mit dem Kauf eines ETFs erhält. Um einen vergleichbaren Grad der Diversifikation mit Einzelaktien zu erreichen, kannst du dir sicher vorstellen, wie viele Aktien du analysieren du müsstest und was dies für einen zeitlichen Aufwand bedeutet.

Unter dem zeitlichen Gesichtspunkt bietet es sich daher folglich eher an, auf ETFs zu setzen, wenn man hier nicht allzu viel Zeit investieren möchte.

2) Anvisierte Rendite

Wenn du jedoch eine möglichst hohe Rendite anvisierst, bieten sich tendenziell Einzelaktien an. Der Grund dafür ist, dass ETFs einen bestehenden Index nachbilden und somit „nur“ dir Marktrendite erzielen. Möchtest du diese Marktrendite schlagen, musst du Einzelaktien setzen, die deiner Meinung nach besser als der Markt oder entsprechende Vergleichsindex performen werden.

Gleichwohl sei aber angemerkt, dass die Partizipation an der Entwicklung des Gesamtmarktes jedoch nichts Schlechtes ist, ganz im Gegenteil. Wie langjährige Analysen der vergangenen Renditen zeigen, schafften gängige Indizes wie DAX und S&P 500 irgendwas zwischen 7 und 8 % pro Jahr, was Investoren in Einzelaktien natürlich erst einmal toppen müssen. Daran beißen sich nicht wenige durchaus die Zähne aus.

Grundsätzlich gibt es bei dem Stock Picking aber kein Limit, wie beispielsweise Ausnahmeinvestor Warren Buffett zeigt. Der Valuemeister schafft nämlich im langjährigen Vergleich eine Durchschnittsrendite von ca. 20 %, wodurch er jegliche gängige Indizes historisch gesehen weit hinter sich ließ. In den letzten Jahren schaffte es jedoch auch das Orakel von Omaha nicht, den Markt zu schlagen und schnitt schlechter ab, als der Vergleichsindex S&P 500.

Wenn du davon überzeugt bist, dass du den Markt schlagen kannst, sind Einzelaktien vermutlich die bessere Wahl für dich. Wenn du aber zeitlich ohnehin limitiert bist und langfristig mit 7 – 8 Prozent jährlicher Rendite zufrieden sein solltest, eignen sich ETFs für dich.

3) Gestaltungsfreiheit

Worüber du dir als Letztes noch Gedanken machen solltest, ist die Gestaltungsfreiheit, die du bei deinen Investitionen haben möchtest. Denn gerade bei einem ETF ist diese sehr limitiert. Zwar kannst du den Index selber auswählen und auch über die jeweilige Gewichtung in deinem Depot bestimmen, aber auf die Auswahl der Aktien innerhalb des ETF, hast du keinen Einfluss. Das ist wiederum die Kehrseite der leichten Handhabung.

Das kann mitunter problematisch sein, wenn du ganz breit in einen Index investieren möchtest, es aber mit dir selber nicht vereinbaren kannst, in Waffen, Alkohol, Zigaretten, Pharma, Fast Food oder dergleichen zu investieren. Heutzutage gibt es zwar sogenannte ESG-ETFs, die nachhaltige Investmentkriterien verfolgen, doch die Auswahlmöglichkeiten entsprechen einfach nicht, denen von Einzelaktien.

Bei der handverlesenen Aktienauswahl kannst du jede Aktie selber auswählen und nur die Titel in dein Portfolio packen, die dich nachts noch ruhig schlafen lassen. Ein möglicherweise nicht zu unterschätzender Vorteil.

Alles in allem…

…solltest du grob gesagt bei viel Zeit und dem Wunsch nach maximaler Gestaltungsfreiheit sowie hoher, angestrebter Rendite eher zum Stock Picking von Einzelaktien tendieren. Wenn du wenig Zeit und wenig Interesse daran hast, dich mit Geschäftsberichten und dergleichen abzugeben, sind kostengünstige ETFs die richtige Wahl für dich.

Die Wahl liegt also bei. Und wer weiß, vielleicht kombinierst du ja beide Varianten in deinem Portfolio? 🤔


Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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