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Fear and Greed Index erklärt – Angst & Gier an der Börse

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  • Angst und Gier sind Emotionen denen wir als Investoren täglich an der Börse ausgesetzt sind! Mit dem Fear & Greed Index von CNN versucht man, diese Emotionen messbar zu machen. Dabei kann dieser Indikator auch beim Market Timing behilflich sein.

Der Fear and Greed Index (FGI) von CNN misst die Gefühlslage der Anleger, bezüglich Angst und Gier auf Tages-, Wochen-, Monats- und Jahresbasis. Zu viel Angst kann zu stark fallenden Aktienkursen führen, während Gier die Preise stark nach oben treibt. Daher kann dieser Index als Instrument genutzt werden, um solide Investitionen zu erkennen.

Fear & Greed Index (Stand: 10 Juli 2020)

7 unterschiedliche Faktoren zur Bewertung der Anlegerstimmung

CNN untersucht sieben verschiedene Faktoren, um die Anlegerstimmung auf einer Skala von null bis 100 zu bewerten – von extremer Angst bis hin zu extremer Gier:

  • Marktbreite: Wie weit ist das Aktienvolumen an der New York Stock Exchange (NYSE) gestiegen oder gesunken? Hier stützt sich der FGI auf Daten aus dem McClellan Volume Summation Index.
  • Markt Momentum: Wie weit liegt der S&P 500 über oder unter seinem 125-Tage-Durchschnitt?
  • Junk-Bond-Nachfrage: Verfolgen Anleger Strategien mit höherem Risiko?
  • Sicherheitsbedürfnis der Anleger: Wechsel von scheinbar sicheren Anleihen zu Aktien.
  • Aktienkursstärke: Wie ist die Bilanz der Aktien, die 52-Wochen-Hochs erreichen, im Vergleich zu denen, die Einjahrestiefs erreichen?
  • Marktvolatilität: Hier verwendet CNN den Volatility Index (VIX) der Chicago Board Options Exchange, der sich auf einen gleitenden 50-Tage-Durchschnitt konzentriert.
  • Put- und Call-Optionen: Inwieweit bleiben Put-Optionen hinter den Call-Optionen zurück – Gier – oder übertreffen sie – Angst? Mit Put-Optionen können Anleger Aktien zu einem vereinbarten Preis an oder vor einem bestimmten Datum verkaufen, während Call-Optionen auf die gleiche Weise funktionieren, nur dass Anleger die Aktien kaufen und nicht verkaufen.

Bei richtiger Anwendung kann der Fear and Greed Index als Leitfaden für rentable Investitionen verwendet werden. Hier sind einige Tipps und Tricks, wenn du den FGI für deine Investitionen verwenden möchtest.

Do’s

  • Nutze diese Option, um den besten Zeitpunkt für den Markteintritt zu ermitteln.
  • Es wird Zeit für den Einstieg, wenn der Index in Richtung Angst fällt.
  • Achte auf unterbewertete Unternehmen.

Dont’s

  • Nutze den Index für kurzfristige Gewinne.
  • Investiere, wenn die Gier hoch ist.
  • Eine Aktie zu schnell verkaufen, da sie noch nicht im Profit ist.

Den Fear and Greed Index verstehen

Einige Skeptiker lehnen den Index als solides Anlageinstrument ab, da er eher eine Market-Timing-Strategie als eine Buy-and-Hold-Strategie fördert.

Zwar sollten die meisten Anleger vermeiden, ihren Markteinstieg zu timen, nur um kurzfristige Gewinne zu erzielen, doch kann der Index bei der Findung des richtigen Einstiegszeitpunktes behilflich sein. Um dies zu tun, sollte man sich überlegen einzusteigen, wenn der Indikator in Richtung Angst wandert.

Mit dieser Strategie folgst du dem Investmentansatz des Milliardärs Warren Buffett. „Das Beste, was uns passiert, ist, wenn ein großartiges Unternehmen vorübergehend in Schwierigkeiten gerät… Wir möchten sie kaufen, wenn sie auf dem Operationstisch stehen.“ Dadurch erhält man als Anleger die Chance, ein grundsätzlich solides Unternehmen zu kaufen, welches zum aktuellen Zeitpunkt in Schwierigkeiten steckt und unterbewertet ist. Mit dem Buy & Hold Ansatz können somit sehr gute Renditen erzielt werden.

Der Fear and Greed Index wird zu einem Leitmotiv, wenn die Angst ihren Höhepunkt erreicht und irrationale Ängste, die Handlungen ansonsten vernünftiger Anleger leiten.

Behavioral Finance und der Fear and Greed Index

Während der Fear and Greed Index wie eine unterhaltsame Investitionsmetrik klingt, gibt es ein starkes Argument für seinen Wert. Betrachtet man zum Beispiel die faszinierende – und vielleicht verrückte – Forschung, die sich mit den Grundlagen eines verwandten Bereichs befasst, der als Behavioral Finance bekannt ist.

Der eigentliche Wendepunkt für Behavioral Finance kam 1979, als die Psychologen Daniel Kahneman und Amos Tversky eine „Prospekttheorie“ entwickelten, die erklärt, wie dieselbe Person sowohl risikoavers als auch risikobereit sein kann, je nachdem, ob eine Entscheidung eher zu einem Gewinn oder Verlust führt. Da wir es im Allgemeinen vorziehen, einen Verlust zu vermeiden (wir sind „Verlustavers“), werden wir mehr Risiko eingehen, um einen Verlust zu vermeiden, als einen Gewinn zu realisieren. Dieses Verhalten überwiegt, wenn der Fear and Greed Index in Richtung Angst tendiert.

Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.
Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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