Peter Lynch’s Formeln zur Bewertung des Aktienwachstums

Peter Lynch gilt als einer der größten Fondsmanager in der Geschichte. Sein erstaunlicher 13-jähriger Rekord an der Spitze des Fidelity Fund…

Peter Lynch gilt als einer der größten Fondsmanager in der Geschichte. Sein erstaunlicher 13-jähriger Rekord an der Spitze des Fidelity Magellan Fund garantierte ihm einen dauerhaften Platz in der Ruhmeshalle des Geldmanagements. Lynch ging 1990 im Alter von 46 Jahren in den Ruhestand. Die nachfolgenden Formeln sind seine Grundsätze für die Bewertung von Aktien.

Aktien als proportionales Eigentum

Lynch setzte sich für das Konzept ein, dass Aktien ein anteiliges Eigentum an operativen Unternehmen sind, während die Börse praktisch eine Auktion darstellt. Er betonte, wie wichtig es sei, die zugrunde liegende Stärke des Unternehmens zu betrachten, die sich seiner Ansicht nach letztendlich in der langfristigen Aktienkursentwicklung des Unternehmens niederschlägt. Daher zahlt man in der Regel auch einen angemessenen Preis im Verhältnis zum Marktwert des Unternehmens.

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

In seinem Buch One Up on Wall Street gibt Lynch eine einfache und unkomplizierte Erklärung zu einer seiner bevorzugten Metriken für die Ermittlung einer hohen Bewertung der Investitionsaussichten eines Unternehmens. Er berechnet das Kurs-Gewinn-Verhältnis einer Aktie und interpretiert die Ergebnisse wie folgt:

Das KGV eines Unternehmens, das einen fairen Preis aufweist, entspricht seiner Wachstumsrate. Wenn das KGV von Coca-Cola 15 beträgt, würde man ein Wachstum des Unternehmens von etwa 15 Prozent pro Jahr erwarten. Wenn das KGV unter der Wachstumsrate liegt, haben Sie möglicherweise ein Schnäppchen gemacht. Ein Unternehmen mit einer Wachstumsrate von 12 Prozent pro Jahr und einem KGV von 6 ist eine sehr attraktive Wahl. Auf der anderen Seite ist ein Unternehmen mit einer Wachstumsrate von 6 Prozent pro Jahr und einem KGV von 12 eine unattraktive Wahl und strebt eine Abwärtsbewegung an … Im Allgemeinen ist ein KGV, welches die halbe Größe der Wachstumsrate hat sehr positiv, und ein KGV, das doppelt so hoch wie die Wachstumsrate ist, sehr negativ.

Im Zusammenhang mit dem KGV wird der aktuelle Aktienkurs eines Unternehmens durch den Gewinn pro Aktie dividiert. Die sich ergebende Kennzahl gibt dir effektiv Auskunft darüber, wie viel du in ein Unternehmen investieren kannst, um 1 Euro des Unternehmensgewinn zurückzuerhalten. Beispielsweise wird eine Aktie mit einem KGV von 20, mit dem 20-fachen seines Jahresgewinns gehandelt. Einige nennen das KGV den Preis-oder Gewinnmultiplikator.

Später in seinem Buch, nennt Lynch die Standardformel für das KGV in einigen Variationen, um eine detailliertere Analyse der Unternehmensleistung zu ermöglichen. Tatsächlich führt Lynch den Leser in zwei von ihm entwickelte Aktienanalysekonzepte ein: das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und das dividendenbereinigte KGV, die informativere Versionen des KGV sind.

Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis (PEG)

Lynch hat das PEG-Verhältnis entwickelt, um zu versuchen, ein Defizit des KGV zu beheben, indem die prognostizierte Wachstumsrate der künftigen Gewinne berücksichtigt wird. Auf diese Weise kann man zum Beispiel, wenn zwei Unternehmen mit dem 15-fachen ihres Gewinns gehandelt werden und eines davon mit 3% wächst, das andere mit 9%, das letztere als ein besseres Geschäft mit einer höheren Wahrscheinlichkeit identifizieren und eine höhere Rendite erzielen.

Die Formel lautet:

  • PEG-Verhältnis = KGV / Gewinnwachstumsrate des Unternehmens

Um das Verhältnis zu interpretieren, gibt ein Ergebnis von eins oder niedriger an, dass die Aktie auf der Grundlage ihrer Wachstumsrate entweder den aktuellen Wert hat oder unterbewertet ist. Wenn das Verhältnis eine Zahl über eins ergibt, ist die Aktie nach gängiger Meinung im Verhältnis zu ihrer Wachstumsrate überbewertet.

Dividendenbereinigtes PEG-Verhältnis

Lynch ging mit der dividendenbereinigten PEG-Quote noch einen Schritt weiter. Bei dieser Kennzahl handelt es sich um eine spezielle Kennzahl, die die PEG-Kennzahl verwendet und versucht, sie durch Berücksichtigung der Dividenden zu verbessern, die einen wesentlichen Teil der Gesamtrendite vieler Aktien ausmachen.


Besonders wichtig ist dies bei Investments in Blue-Chips sowie in bestimmte Spezialunternehmen wie beispielsweise große Ölkonzerne.

Reinvestierte Dividenden, insbesondere während Börsencrashs, können zu einem sogenannten „Return Accelerator“ führen, was die Zeit für die Erholung von Verlusten drastisch verkürzt. Kaufst du eine Aktie, welche mit dem 19-fachen ihres Gewinns gehandelt wird und nur um 6% wächst, scheint sie auf den ersten Blick teuer. Wenn das Unternehmen jedoch eine nachhaltige Dividende von 8% ausschüttet, ist das eindeutig ein viel besseres Geschäft.

Die Formel lautet:

  • Dividendenbereinigtes PEG-Verhältnis = KGV / (Gewinnwachstum + Dividendenrendite)

Beispiel: Berechnung der Verhältnisse

Nehmen wir als Beispiel an, dass wir in das Unternehmen XYZ investiert haben und es derzeit für 100 Euro pro Aktie gehandelt wird. Der Gewinn belief sich im vergangenen Jahr auf 8,99 Euro je Aktie.


Berechnen wir zunächst das KGV:

  • XYZ – KGV = 100 Euro / 8,99 Euro = 11,1 EUR

Nehmen wir als nächstes an, dass wir durch unsere Recherche herausgefunden haben, dass XYZ in den nächsten drei Jahren ein Gewinnwachstum von 9% prognostiziert. Berechnen wir nun das PEG-Verhältnis:

  • XYZ – PEG-Verhältnis = 11,1 / 9 = 1,23

Dies berücksichtigt jedoch nicht die Dividendenrendite von XYZ von 2,3%. Das Einfügen dieser Informationen in die dividendenbereinigte PEG-Quote führt zu folgenden Ergebnissen:

  • Dividendenbereinigtes XYZ – PEG-Verhältnis = 11,1 / (9 + 2,3) = 0,98

Wenn wir die Ergebnisse nun vergleichen, stellen man fest, dass die Aktie von XYZ nach Bereinigung um Dividenden günstiger ist, als wir anfangs dachten.

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