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Hedgefonds – Einfach erklärt

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  • Was sind Hedgefonds und wie funktionieren sie? Warum haben sie so einen schlechten Ruf? Und ob sie was mit der Finanzkrise 2008 zu tun hatten, erfahrt ihr hier.

Was ist ein Hedgefonds?

Im Grunde ist ein Hedgefonds, nur eine besondere Version eines Investmentfonds. Besonders deshalb, weil sie nicht wie Aktien oder Anleihen an der Börse gehandelt werden, sondern nur einem bestimmten Personenkreis zugänglich sind. Das Mindestanlagevolumen der meisten Hedgefonds liegt dabei bei 500.000 Euro oder mehr. Aus diesem Grund werden sie oftmals auch als die Investmentfonds der Superreichen bezeichnet.

Hedgefonds investieren eigentlich in so ziemlich alles: Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Devisen, Nahrungsmittel, Bankkredite, Private-Equity (Unternehmensbeteiligungen), Energie, Zinsen und auch Derivate.

Wer kann in Hedgefonds investieren

Nicht nur vermögende Privatpersonen nutzen diese Anlagemöglichkeit, sondern auch Lebensversicherungen, Pensionsfonds oder Stiftungen. Jeder Fonds wird dabei von einem Fondsmanager verwaltet, der für seine Tätigkeit eine nicht unerhebliche Verwaltungsgebühr erhält und der in der Regel auch mit bis zu 20 % an den produzierten Gewinnen beteiligt ist. Macht ein Hedgefonds Verluste, so wird dieser geschlossen und der Fondsmanager hat die Möglichkeit einen neuen Fonds zu eröffnen, sofern er weiterhin Investoren findet, die an seine Investmentstrategie glauben.

Wie funktionieren Hedgefonds?

Die Idee hinter diesem Fonds ist, dass alle Anlageklassen und Finanzierungsmöglichkeiten genutzt werden können, um in jeder Börsensituation möglichst hohe Gewinne zu erzielen. Daher stammt der Name von dem englischen Wort „hedge“ – absichern. Um diese hohen Renditen zu erreichen, können Hedgefonds Leerverkäufe tätigen. Außerdem sind Fonds dieser Art überaus unreguliert und haben nur eine geringe Verfügbarkeit.

Regulierung von Hedgefonds

Hedgefonds sind sehr unregulierte Produkte, die nur wenigen Regeln der Finanzaufseher, wie beispielsweise der deutschen BaFin oder amerikanischen SEC, nachkommen müssen. Eine der wenigen Regeln, an die sich Hedgefonds jedoch halten müssen, ist das Verbot des Insiderhandels, welches Anleger vor Kursmanipulationen schützen soll. Doch dies gilt auch für alle anderen Fonds und Anlageprodukte. Somit ist es Managern von Hedgefonds verboten, Wertpapiere zu kaufen oder zu verkaufen, wenn sie darüber Informationen haben, die nicht öffentlich zugänglich sind und nur Insider wissen können.

Dass sich nicht alle Hedgefonds-Manager an dieses Verbot halten, zeigt der Fall des US-Amerikaners Steven A. Cohen. Er ist Gründer des auf Anguilla registrieren Unternehmens S.A.C Capital (SAC) und wurde im Jahr 2013 zu einer Strafe in der Höhe von 1,3 Milliarden US-Dollar wegen Insiderhandels verurteilt. Nichtsdestotrotz sind Hedgefonds noch immer sehr unregulierte Produkte. Hedgefonds-Manager sind frei in der Wahl ihrer Finanzprodukte und auch in der Höhe des Risikos, das sie bei der Anlage eingehen möchten.

Vorteile von Hedgefonds

Besonders in Zeiten steigender Kurse können Hedgefonds außerordentlich hohe Gewinne erzielen. In Bärenmärkten hingegen, können sie durch die Streuung des Risikos über mehrere Anlageklassen, das Risiko der Anleger verringern.

Kritik an Hedgefonds

Hedgefonds lösen oftmals Kritik aus, denn bei ihnen werden riesige Summen an Geld, relativ intransparent bewegt. Des Weiteren nutzen sie ihr großes Kapital, um auch mal ein ganzes Unternehmen aufzukaufen, um dieses dann später in seinen Einzelteilen weiterzuverkaufen. Am Ende des Tages erhält man aufgrund der hohen Verwaltungsgebühren, in etwa die Rendite eines Tagesgeldkontos. In Bezug auf die Finanzkrise 2008 wurde ihnen sogar vorgeworfen, ganze Währungen manipuliert zu haben – etwa durch ein Wetten auf ein Absinken des Euros.


Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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