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Indexfonds vs. ETF: Was sind die Unterschiede?

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Indexfonds vs. ETF: Ein Überblick

Der Zuwachs am ETF-Angebot geht besonders auf die gestiegene Nachfrage der letzten Jahre zurück. Ursprung des passiven Investierens war jedoch der Indexfonds, der von Endkunden heute nur selten ausgewählt wird. Im Jahr 1971 entwickelte Wells Fargo entwickelte den ersten Indexfonds seiner Art, jedoch nur für institutionelle Anleger. Fünf Jahre später brachte Vanguard das erste Indexvehikel für Privatanleger auf den Markt, den Vanguard 500 Index Fund.

IndexfondsETF
IndexabbildungPhysischPhysisch & Synthetisch
Gesamtkostenquotevergleichbarvergleichbar
BewertungEinmal täglichIntraday
HandelsfrequenzTäglichIntraday
Kauf / VerkaufHausbank / FondsanbieterAn der Börse
HandelPrimärmarktPrimär- & Sekundärmarkt
Ausnahme- / RücknahmeaufschlagJaNein
HandelskostenNeinJa (Spread)
LeerverkäufeNeinJa

Dabei ist es oft so, dass beide Produkte synonym verwendet werden, was vermutlich durch die zahlreichen Ähnlichkeiten begründet ist. Beide Produkte versuchen einen Wertpapierindex möglichst präzise abzubilden und das für möglichst geringe Kosten. Auch bei den Kosten gibt es kaum Unterschiede zwischen den Produkten. Durch den starken Wettbewerb der letzten Jahre haben sich die Gebühren für Anleger in eine sehr positive Richtung entwickelt und werden dies zukünftig vermutlich auch weiter tun. Trotz der vielen Gemeinsamkeiten gibt es jedoch einige Unterschiede, die es zu beachten gilt:

1. Gebühren & Kosten

Der größte Unterschied zwischen ETFs und Indexfonds besteht darin, wie sie ge- und verkauft werden. ETFs werden genau wie Aktien an der Börse gehandelt, und über einen Broker ge- und verkauft. Indexfonds werden hingegen direkt bei deiner Hausbank oder Fondsanbieter gekauft.

Da ETFs an einer Börse gekauft und verkauft werden, zahlst du deinem Broker jedes Mal eine Provision, wenn du einen Handel tätigst. (Einige Broker bieten allerdings auch provisionsfreien Handel an).

Bei Dividendenausschüttungen stellt sich die Frage nach den Unterschieden zwischen dem Kauf und Verkauf von ETFs und Indexfonds. Dividenden, die von Indexfonds gezahlt werden, können automatisch (gebührenfrei) in weitere Anteile des Fonds reinvestiert werden. Wenn ein ETF jedoch eine Dividende ausschüttet, musst du den Erlös für den Kauf weiterer Anteile verwenden, wodurch zusätzliche Provisionen anfallen und Zeit verloren geht.

ETFs haben im Allgemeinen einen leichten Vorteil, wenn es um die jährlichen Kostenquoten geht. Allerdings hat sich der Unterschied zwischen den Kostenquoten von viel gehandelten ETFs und Indexfonds in den letzten Jahren verringert und ist fast verschwunden. Bei Nischenindizes können die Kostenquoten jedoch sehr unterschiedlich sein, was in der Regel den ETFs zugutekommt.

2. Steuerliche Unterschiede

Sowohl Indexfonds als auch ETFs sind steuerlich recht effizient – sicherlich steuerlich effizienter als aktiv verwaltete Investmentfonds. Weil Indexfonds so selten Aktien kaufen und verkaufen, lösen sie selten Kapitalertragssteuern für Anleger aus.

Wenn es um die Steuereffizienz geht, sind ETFs im Vorteil. Anders als Indexfonds kaufen oder verkaufen ETFs selten Aktien. Wenn ein Investor seine Investition auszahlen möchte, verkauft er einfach Anteile des ETFs an der Börse.

Möchte jemand hingegen einen Indexfonds zurückgeben, muss der Indexfonds Aktien, die er besitzt, gegen Bargeld verkaufen, um den Investor auszahlen zu können. Das bedeutet, dass Investmentfonds Kapitalgewinne durch den Verkauf von Aktien realisieren müssen, was zu Kapitalgewinnen (und Steuern) für jeden führt, der den Fonds weiterhin hält, auch wenn man derzeit im Verlust sein sollte.

3. Liquidität

Liquidität, also die Leichtigkeit, mit der eine Anlage gegen Bargeld gekauft oder verkauft werden kann, ist ein wichtiger Unterschied zwischen ETFs und Indexfonds. Wie bereits erwähnt, werden ETFs wie Aktien ge- und verkauft, d.h. du kannst sie jederzeit kaufen oder verkaufen, wenn der Aktienmarkt geöffnet ist.

Andererseits werden Indexfonds-Transaktionen (wie die aller Investmentfonds) nach Börsenschluss in großen Mengen abgerechnet. Wenn du also mittags einen Auftrag zum Verkauf von Aktien eines Indexfonds gibst, findet die Transaktion tatsächlich Stunden später zu einem Preis statt, der dem Wert des Fonds bei Börsenschluss entspricht. Normalerweise ist die Annahmeschlusszeit 16:00 Uhr an der US-Ostküste. Aufträge, die danach eingegeben werden, werden auf den nächsten Tag verschoben und einen Tag später zum Wert des Fonds ausgeführt.

Wenn du dich als Trader betrachtest, ist das wichtig, denn der Kurs, zu dem du verkaufen möchtest und der Verkaufskurs unterscheiden sich aufgrund der zeitlichen Differenz. Bist du jedoch langfristig orientiert, spielt es für dich eigentlich keine große Rolle.

Wofür sollte ich mich schlussendlich entscheiden?

Ob nun ETF oder Indexfonds die bessere Wahl sind, lässt sich pauschal nicht sagen. Wie so oft gilt: Es kommt darauf an. Vor der Wahl eines entsprechenden Anlage-Instruments gilt es, die passende Anlagestrategie zu definieren. Diese ist abhängig von der persönlichen Risikotoleranz und der Lebenssituation, in der du dich gerade befindest. Erst bei der konkreten Umsetzung stellt sich die Frage, welche Produkte tatsächlich zum Zug kommen sollen. Dabei spielt besonders der Anlagehorizont eine zentrale Rolle. Dazu kannst du dir eine einfache Regel merken: Falls der tägliche Handel der Anlagen gewährleistet sein muss, führt kein Weg an ETF vorbei. Wenn die tägliche Börsenliquidität kein Kriterium ist, kann sich ein Indexfonds anbieten. Klar ist: Im Vor­hi­n­ein lässt sich keiner der beiden ausschließen.


Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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