Erste Schritte

Investieren in den 20ern: Das solltest du wissen

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Investieren ist ein hervorragender Weg, um Vermögen aufzubauen und für deine finanziellen Ziele zu planen. Es ist auch die primäre Methode, um für den Ruhestand vorzusorgen, und es kann dir helfen, viele andere finanzielle Meilensteine auf dem Weg zu erreichen. Wenn du schon in deinen 20ern zu investieren beginnst, hast du das Potenzial, deutlich mehr Vermögen aufzubauen, von technologischen Innovationen zu profitieren und mehr Risiko einzugehen.

Erfahre daher in diesem Beitrag, welche Vorteile ein früher Start für dich hat.

Vorbereitung auf die Investition

Bevor du investierst, musst du überlegen, wie viel Geld du anlegen möchtest. Um das zu entscheiden, überlege dir, ob du den Betrag zum Beispiel an deinem vorher festgelegten Budget, deinem Einkommen oder deinen langfristigen finanziellen Zielen orientierst. Um ein solides Budget zu haben, solltest du dir über deine Lebenshaltungskosten und die regelmäßigen Ausgaben, die sie beeinflussen, im Klaren sein. Auf diese Weise erhältst du größeren Spielraum bei den Finanzen, um zu investieren.

Tipp: Ein Budget kann Sicherheit durch Ersparnisse, ausreichend verfügbares Einkommen und das zusätzliche Geld, das du für kurz- und langfristige Investitionen brauchst, bieten.

Besitze einen Notfallfonds

Wenn Notfälle eintreten, möchte man nicht ohne Reserven dastehen. Daher sollte man auf jeden Fall einen Notfallfonds besitzen, der in solchen Situationen Gold wert ist. Ein Beispiel für eine solche Situation ist Beispiel der Verlust deines Jobs oder eine plötzliche Reparatur deines Autos.

Foto von monicore von Pexels

Um zu entscheiden, wie viel Geld du als Notgroschen bereithalten solltest, musst du zuerst deine monatlichen Ausgaben berechnen. Dies sollte nicht nur deine Miete und Tilgungen von Krediten enthalten, sondern auch die Nebenkosten und deine Grundbedürfnisse. Experten sind sich einig, dass dies mindestens die Ausgaben von drei bis sechs Monaten sein sollten.

Wenn du Hilfe bei der Berechnung benötigst, wie viel Geld du in deinem Notfallfonds sparen solltest, gibt es diesen praktischen Notfallfonds-Rechner.

Schulden abbauen

Wenn du Schulden hast, z.B. bei einer Kreditkarte, ist es am besten, möglichst schnell mit der Tilgung dieser Schulden zu beginnen. Denke darüber nach: Wenn du 10 bis 20 % Zinsen auf eine Kreditkarte oder einen Kredit zahlst und nur 8 % mit Investitionen verdienst, ziehst du jeden Monat den Kürzeren.

Beurteile auch deine niedrig verzinsten Schulden, wie z.B. Studentenkredite oder KFZ-Kredite. Hält dich die monatliche Zahlung davon ab, so viel wie möglich zu investieren? Wenn du deine Schulden reduzierst, wirst du wahrscheinlich Geld in deinem Budget freisetzen, das du für Investitionen nutzen kannst.

Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt

Indem du dich darauf vorbereitest, zu investieren, hast du dich in die bestmögliche persönliche finanzielle Situation gebracht. Mit niedrigen Lebenshaltungskosten, einem gut gefüllten Notfallfonds und abgezahlten oder realistisch verwalteten Schulden bist du bereits in einer besseren Position als die meisten Menschen, ganz zu schweigen von den meisten Menschen in ihren 20ern.

Jetzt, wo du bereit bist, zu investieren, solltest du die folgenden Faktoren berücksichtigen.

Risikotoleranz

Oft hört man: “Je jünger man ist, desto mehr Investitionsrisiko kann man eingehen”. Das stimmt zwar im Allgemeinen, aber es trifft nicht auf jeden zu. Es kommt wirklich auf die Risikotoleranz an – deine Fähigkeit und Bereitschaft, einen Teil oder deine gesamte Investition für die Möglichkeit einer größeren Rendite aufs Spiel zu setzen.

Als jüngere Person hast du in der Regel weniger zu verlieren, als beispielsweise ein 35-Jähriger, der Geld spart, um ein Haus für seine Familie zu kaufen. Wenn du jedoch nachts nicht schlafen kannst, weil du in Anlagen investierst, die nicht deiner Risikotoleranz entsprechen, ist es das einfach nicht wert. Ist das der Fall, solltest du vielleicht Anpassungen vornehmen, um dein Investitionsrisiko zu senken. Wenn du jedoch bewusst ein gewisses finanzielles Risiko in Kauf nimmst, ist das oft mit größeren Gewinnen verbunden.

Zeithorizont

Wenn du bereits in deinen 20ern mit dem Investieren beginnst, hast du einen wesentlichen längeren Zeithorizont für deine Geldanlage, als wenn du erst in deinen 50ern starten würdest.

Doch nicht nur der enorme Zinseszins ist dann zu deinem Vorteil, sondern auch die Tatsache, dass du größere Risiken eingehen kannst. Der Grund ist recht simpel. Da du einfach wesentlich mehr Zeit hast, kannst du Crashs oder Marktrücksetzer einfach aussitzen und musst dir keine Sorgen machen, dass du zu Renteneintritt weniger Geld als vorher hast. Denn langfristig werden die breiten Märkte wie beispielsweise der S&P 500 weiter steigen. Selbst der längste Bärenmarkt der Geschichte von März 2000 bis Oktober 2002 mit einem Kurseinbruch 49,1 Prozent im S&P 500 wäre mit einem Anlagehorizont von 10 oder mehr Jahren kein Problem für dich gewesen. Und je länger dein Anlagehorizont ist, desto weniger Sorgen machst du dir automatisch über aktuelle Kursentwicklungen.

Wenn du jedoch für ein kurzfristiges Ziel, wie z.B. ein neues Auto sparst, eignen sich Tagesgeld– oder Festgeldkonten wesentlich mehr. Das ist der Fall, da du mit diesen Produkten keinen Kursschwankungen ausgesetzt bist, die bei kurzfristigem Anlagehorizont ziemlich gefährlich werden können.

Unterschiedliche Investmentoptionen

Für den Großteil der Anleger ist Diversifikation ein wichtiger Aspekt ihrer Anlagestrategie. Im Grunde bedeutet es einfach, dass du dein Geld auf verschiedene Arten von Investitionen verteilst, um das Risiko zu reduzieren. Um das tun zu können, ist es wichtig, die mit bestimmten Anlageklassen verbundenen Risiken zu kennen. CFDs, Futures, Optionsscheine sowie andere nicht für den durchschnittlichen Privatanleger zu empfehlende Anlagemöglichkeiten lasse ich außen vor.

  • Höchstes Risiko: Einzelaktien, Branchenspezifische Investmentfonds oder ETFs, Immobilien, P2P-Kredite, Kryptowährungen & Edelmetalle
  • Riskant: Investmentfonds oder ETFs, die breite Aktienmarktindizes vom MSCI ACWI über S&P 500 bis hin zum DAX abbilden
  • Weniger Riskant: Anleihen & Rentenfonds

Diversifikation erreichst du, wenn du dein Geld auf möglichst viele dieser Optionen aufteilst. Dabei gilt, je geringer die Korrelation zwischen den Assetklassen, desto höher die Diversifikation und umso geringer das Risiko. Das Wichtigste ist, nicht alles auf eine Karte zu setzen und sich nicht von allgemeinen Trends beeinflussen zu lassen.

Achtung: Lass dich nicht zu sehr von Trends, wie z.B. Meme-Aktien beeinflussen. Stattdessen solltest du ein solides und diversifiziertes Portfolio aufbauen, das über verschiedene Arten von Investitionen verfügt und deinen langfristigen Zielen und deiner Risikobereitschaft entspricht.

Wann solltest du verkaufen?

Wenn der Markt crasht oder deutlich fällt, ist es normal, nervös zu werden. Wenn du jedoch in deinen 20ern bist und die in diesem Artikel besprochenen Faktoren berücksichtigt hast, besitzt du vermutlich ein solides Portfolio, dessen Risiken gestreut sind. Daher solltest du dem Drang zu verkaufen und widerstehen. Vermutlich hilft es dir, wenn du in schwierigen Börsenzeiten einfach mal nicht mehr ins Depot schaust und deinen Sparplan einfach weiter laufen lässt.

Werfen wir einen Blick auf ein Beispiel aus dem wirklichen Leben. Innerhalb von vier Tagen im März 2020 stürzte der Dow um etwa 26% ab, als sich die Nachricht von der Pandemie über den Globus verbreitete: Allerdings erlebten nicht alle Sektoren eine solch erschütternde Volatilität. Einige Unternehmen, wie z.B. solche, die mit der „Stay-at-home“-Wirtschaft profitieren würden, entwickelten sich während und nach dieser Zeit unglaublich gut.

Im Nachhinein betrachtet, hätte ein Verbleib im Markt den Anlegern erlaubt, nach dem frühen Marktcrash günstige Aktien zu kaufen und anschließend an einem erheblichen Aufschwung zu partizipieren. Diese Erholung nach dem Crash war in der Regel immer der Fall (bis auf den Nikkei-Crash Ende 1980er-Jahre), wenn wir auf die Geschichte der großen Marktrückgänge und der anschließenden Erholungen zurückblicken. Kaufen und halten – oder besser zukaufen und halten – scheint eine gute Strategie zu sein, besonders wenn man jung ist.

Die Erholung nach dem Crash im März 2020 zeigt diese typische Marktentwicklung wunderbar. Denn hier gilt der berühmte Spruch von Börsenlegende  André Kostolany: „Wer Aktien nicht hat, wenn sie fallen, der hat sie auch nicht, wenn sie steigen“.

So kannst du starten

Um mit dem Investieren in deinen 20ern zu beginnen, träume groß, aber fange klein an.

Du kannst regelmäßig kleine Investitionen tätigen, um anzufangen. Die meisten Online-Broker haben niedrige oder gar keine Mindestbeträge, sodass du schon mit ein paar Euro pro Monat loslegen kannst. Am besten eröffnest du einen Sparplan auf einen oder mehrere breit gestreute ETFs und beginnst schnellstmöglich mit dem Investieren. Inspiration für Portfolios findest du bei JustETF.

Wenn du Anspruch auf Vermögenswirksame Leistungen hast, kannst du diese auch dafür nutzen, um in ETFs zu investieren. Als Arbeitnehmer hast du teilweise Anspruch auf bis zu 40 Euro monatlich, mit denen dich dein Arbeitgeber beim Vermögensaufbau finanziell unterstützt. Aber auch wenn du keinen Anspruch auf VL hast, kannst du von staatlicher Unterstützung profitieren. So geht’s!


Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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