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Investieren vs. Sparen: Was du wie und wann tun solltest!

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Letztendlich liegt es an dir zu entscheiden, ob Sparen oder Investieren die bessere Wahl für dich ist, um deine finanziellen Ziele zu erreichen. Aber für bestimmte Ziele eignet sich das eine, besser als das andere.

Egal, ob du schon seit Jahren an deinen Finanzen arbeitest oder gerade erst damit anfängst, kann es durchaus schwierig sein zu wissen, wann man sparen und wann man investieren sollte.

Sparen ist der sicherere Weg, weil der Betrag auf deinem Konto normalerweise nicht abnimmt, es sei denn, du hebst Geld ab. Leider sind die Zinssätze niedriger als die Inflationsrate, was bedeutet, dass deine Ersparnisse langsam aber sicher an Kaufkraft verlieren werden.

Beim Investieren ist die Verlockung eine hohe Rendite zu erzielen natürlich enorm und die durchschnittliche jährliche Rendite von 7% beim S&P 500 schlägt die Inflationsrate um einiges. Jedoch besteht immer ein gewisses Risiko sein investiertes Kapital zu verlieren, was auf dem Bankkonto nicht der Fall ist. Mit dem richtigen Risikomanagement sollte ersteres jedoch kein Problem sein.

Woher weißt du nun, wann du den sicheren Weg einschlagen solltest und sparst und wann du das Risiko eingehen und dein Kapital investieren solltest? Hier gibt’s alles was du wissen musst!

Vor- und Nachteile von Sparen vs. Investieren

Um dir ein allgemeines Gefühl für die Vor- und Nachteile des Investierens und Sparens zu verschaffen findest du nachfolgend eine Tabelle, die die Vor- und Nachteile beider Seiten für dich aufschlüsselt.

Pros

Cons

Sparen

Der Betrag auf deinem Konto nimmt nicht ab

Könnte durch die Inflation an Kaufkraft verlieren

Du kannst dich darauf verlassen, dass du deine Ziele in einem festgelegtem Zeitrahmen erreichst, wenn du den richtigen Betrag sparst

Du musst mehr Geld sparen, um das gleiche Ziel zu erreichen, im Gegensatz zu höheren Renditen bei Investitionen

Investieren

Potenziell höhere Rendite als beim Sparen

Investitionen könnten an Wert verlieren

Aufgrund höherer Rendite musst du evtl. nicht so viel Geld investieren, um deine Ziele zu erreichen

Du musst ein Ziel möglicherweise verschieben, wenn deine Investitionen kurz vor dem Erreichen des Ziels an Wert verlieren

Vorteile des Sparens

Es gibt einige Vorteile des Sparens gegenüber des Investierens. Erstens wird der Betrag, den du auf einem Konto sparst, im Laufe der Zeit nicht abnehmen, solange du keine Abhebungen vornimmst. Dies ist wichtig, da einige Ziele unabhängig von dem Stand der Aktienkurse erreicht werden müssen.

Sparen statt Investieren ermöglicht es dir außerdem, dein Ziel rechtzeitig zu erreichen, solange du jeden Monat den richtigen Betrag sparst. Um das zu berechnen, nimmst du einfach die Gesamtsumme, die du insgesamt sparen möchtest und teilst sie durch die Anzahl der Monate, bis du dein Ziel erreichen möchtest. Das Endergebnis ist der Betrag, der du von nun an monatlich sparen musst.

Nachteile des Sparens

Sparen hat allerdings auch einige nicht zu vernachlässigende Nachteile. Aufgrund der Inflation nimmt die Kaufkraft deines Geldes stetig ab. Selbst deine Zinsen, falls du überhaupt noch welche erhältst, können deine Inflationsrate nicht ausgleichen. Ein Kaufkraftverlust deines Geldes ist somit nicht zu verhindern.

Sparen bedeutet auch, dass du jeden Monat mehr Geld zur Seite legen musst, als wenn du höhere Renditen beim Investieren erhalten würdest. Wenn du auf einem Sparkonto beispielsweise nur 1 % Zinsen erhältst, beim Investieren aber eine Rendite von 7 % erzielen kannst, musst du die Differenz von 6 % ausgleichen, indem du mehr Geld auf dein Konto einzahlst, um das Ziel in der gleichen Zeit zu erreichen.

Bei diesem Vergleich solltest du jedoch, dass der Aktienmarkt nicht kontinuierlich Renditen von 7 % erzielt. Es kann durchaus zu Verlusten kommen, weshalb du nur Geld investieren solltest, das du nicht mehr benötigst.

Vorteile einer Investition

Investieren kann auch von Vorteil sein. Durch das Investieren hat dein Geld das Potenzial, wesentlich schneller als auf einem Sparkonto zu wachsen.

Wenn zudem noch ein längerer Zeitraum besteht, bis du dein Ziel erreichen musst, werden deine Anlagen vom sogenannten Zinseszinseffekt profitieren.

Nachteile einer Investition

Investieren ist jedoch nicht immer eine gute Sache. Die Preise deiner Wertpapiere könnten fallen, kurz bevor du das Geld benötigst, was dich in eine finanzielle Notlage bringen würde. Daher solltest du wie zuvor schon nur Geld investieren, welches du bereit bist zu verlieren und auf das du nicht angewiesen bist.

Sollte dieser Fall jedoch trotzdem eintreten musst du dich entweder mit der günstigeren Variante des Produktes begnügen oder dein Ziel verschieben.

Wann du sparen und wann du investieren solltest

Zu wissen, wann man sparen oder investieren sollte, kann schwierig sein. Die Situation eines jeden Menschen ist wirklich einzigartig, weshalb du deine Entscheidung von deiner speziellen Situation abhängig machen.

Wenn du dir nicht sicher bist, was du tun solltest, solltest du einen Honorarberater konsultieren, der dir bei der Entscheidung helfen kann. Es gibt jedoch einen allgemeingültigen Rahmen, der am Ende für viele Menschen funktioniert:

Schritt 1: Nutze vermögenswirksame Leistungen

Vermögenswirksame Leistungen, auch bekannt als VL oder VwL, sollen Arbeitnehmern dabei helfen, Vermögen aufzubauen. Dazu können Arbeitnehmer, Auszubildende, Beamte, Richter oder Soldaten vom Arbeitgeber bis zu 40 Euro im Monat erhalten. Diesen Betrag solltest du auf jeden Fall nutzen, um in ETFs zu investieren.

Schritt 2: Bauen deinen Notfallfonds auf

Wie in bereits zuvor veröffentlichen Beiträgen sollte man sich – egal ob Arbeitnehmer oder Arbeitgeber – einen Notfallfonds, von 3, besser 6 Monatsgehälter anlegen. Falls du fragst, wofür du so etwas brauchst, sage ich es dir jetzt.

Stell dir vor, deine Waschmaschine oder dein Auto bräuchten von heute auf morgen eine Reparatur. Hättest du genug Geld auf der Seite, um solche spontanen Ausgaben zu finanzieren, ohne dafür einen extra Kredit aufnehmen zu müssen? Wenn nicht, dann solltest du dir unbedingt einen Notfallfonds anlegen. Am besten eröffnest du dafür ein extra Konto, sodass du nicht in Versuchung kommst, das Geld für andere Dinge auszugeben. Dieser recht coole Notfallfonds-Rechner kann dir dabei helfen.

Schritt 3: Schulden abbezahlen

Nachdem du deinen Notfallfonds aufgebaut hast, solltest du damit beginnen, deine hochverzinslichen Schulden zu tilgen, vorausgesetzt du hast überhaupt welche. Wenn nicht, dann umso besser. Falls doch, fragst du dich bestimmt was als hochverzinslich bezeichnet wird. Im Grunde bleibt dir das überlassen, aber grundsätzlich schließt es definitiv Schulden mit Zinssätzen von 10 % und mehr ein.

Du solltest auch einmalige Ziele einkalkulieren

Falls du zukünftig vorhast ein Haus oder ein Auto zu kaufen, sollte das auf jeden Fall mit in deine Planung einfließen. Dabei liegt es total an dir, wo du diese Ziele innerhalb der oben aufgeführten Struktur einordnest. Trotzdem wirst du diese Ziele mit deinen Investitionen für den Ruhestand abwägen müssen, um sicherzustellen, dass beide Ziele innerhalb des Zeitrahmens erreicht werden können, der dir zusagt.

Sicherlich spielt hier auch die Frage mit hinein, ob du sparen oder investieren musst, um diese Ziele zu erreichen. Wenn du ein Ziel unbedingt bis zu einem bestimmten Datum erreichen musst, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit besser, zu sparen als zu investieren. Wenn du hingegen etwas flexibler bist, was den Zeitpunkt des Erreichens eines Ziels angeht, könnte eine Investition eine Option sein, die du in Betracht ziehen solltest. Denn durch die Investition sicherst du dir die Möglichkeit höhere Rendite auf dein Geld zu erzielen, wobei ein schlechtes Jahr das Erreichen deines Ziels zeitlich deutlich verschieben kann.

So entscheidest du, ob du sparen oder investieren solltest

Die Entscheidung, ob du für ein bestimmtes Ziel sparen oder investieren solltest, kann schwierig sein. Hier sind zwei Konzepte, die dich bei der Entscheidungsfindung unterstützen können.

Wenn du kurzfristige Ziele hast, spare

wenn du das Geld unbedingt bis zu einem bestimmten Datum benötigst. Beim Sparen besteht kein Risiko, dass sich dein Guthaben verringert. Andererseits können Investitionen an Wert verlieren.

Wenn du langfristige Ziele verfolgst, investiere…

denn das Investieren bietet dir die Möglichkeit, größere Renditen zu erzielen, wenn du einen langen Zeithorizont hast und dein Ziel hinauszögern kannst, falls die Dinge nicht wie geplant laufen sollten.

Der Schlüssel beim Investieren ist die Möglichkeit, dein Ziel zu verschieben. Sollte deine Investitionen zu dem ursprünglich geplanten Zeitpunkt nicht den gewünschten Wert erreicht haben, kannst du dein Ziel ein paar Jahre nach hinten verschieben, bis sich die Kurse wieder erholt haben. So musst du dir kein Stress machen und bekommt trotzdem die beste Performance.

Oder, mache beides

Natürlich kannst du auch eine Mischung aus Sparen und Investition betreiben. Dazu kannst du das unbedingt benötigte Geld sparen und das Geld investieren, welches übrig bleibt und von dem es schön wäre, wenn es dein Ziel erreicht.

Eine andere Möglichkeit ist, zu Beginn eines langfristigen Ziels zu investieren und langsam zum Sparen zu wechseln, wenn das Ziel näher rückt. Dies hilft dabei, einen plötzlichen Abfall deiner Investments zu vermeiden.

Fazit

Letztendlich liegt es an dir zu entscheiden, ob Sparen oder Investieren die bessere Wahl ist, um deine finanziellen Ziele zu erreichen.


Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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