Basiswissen

Investmentfonds – Einfach erklärt

3 Mins read
  • Ein Investmentfonds dient der Akkumulation von Kapital, um dieses gewinnbringend in verschiedene Anlageklassen zu investieren.

Ein Investmentfonds wird von einer Investmentgesellschaft betrieben, welche Geld von Anlegern einsammelt, um dieses möglichst gewinnbringend in Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder Immobilien anzulegen.

Vorteile sind die folgenden:

  • Risikostreuung durch Aktien verschiedener Branchen und Regionen
  • Anlagen mit kleinen Beträgen sind möglich, etwa als Einzelkauf oder auch in Form eines Sparplans
  • Bei offenen Investmentfonds können Investoren ihre Anteile kurzfristig wieder verkaufen

Investmentfonds sind eine Möglichkeit langfristig und relativ sicher für das Alter vorzusorgen. Daher sollte man nur Geld zur Seite legen, auf welches man für 15 – 20 Jahre verzichten kann. Dabei hat man mit einem guten Fonds die Möglichkeit seine Rendite zu steigern und das Risiko relativ stark einzuschränken. Es gilt wie immer: Je größer die Diversifizierung, umso geringer ist auch das Risiko. Deshalb sollte man bei der Auswahl eines Fonds auf jeden Fall die Risikostreuung beachten. Besitzt ein Fonds nur deutsche Aktien sollte man dieser lieber meiden und anstelle dessen einen Fonds auswählen, der weltweit investiert ist.

Welche Unterschiede gibt es bei Fonds?

Da es eine große Auswahl an Fonds gibt, sollte man bestens informiert sein, welche Arten es eigentlich gibt. Neben Aktienfonds und Anleihefonds, gibt es außerdem noch sogenannte Mischfonds, Dachfonds oder Immobilienfonds. Fonds, welche für alle Anleger geöffnet sind, nennt man Publikumsfonds.

Spezialfonds eignen sich für die besonders kapitalstarken Investoren, wie zum Beispiel Versicherer oder Pensionskassen. Welche Eigenschaften die zuvor genannten Produkte aufweisen, erfährst du jetzt.

Aktienfonds

  • Ausschließlich oder überwiegend in Aktien investiert
  • Globale oder nationale Aktien
  • Kann auch einen Index abbilden (ETFs)

Anleihefonds (Rentenfonds)

  • Ausschließlich oder überwiegend in Anleihen investiert
  • Rendite durch Zinsen sowie dem Handel mit Anleihen
  • Hohe Profite in Zeiten sinkender Zinsen und niedrige Profite bei steigenden Zinsen

Mischfonds

  • Mehrere Anlageklassen wie z.B. Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Edelmetall oder Immobilien
  • Große Wachstumschancen durch den Anteil an riskanten Anlagen
  • Risikostreuung durch Verteilung des Geldes auf mehrere Anlageklassen
  • Risiko je nach Verteilung

Dachfonds

  • Ein Teil der Investorengelder wird in andere Investmentfonds (Zielfonds) investiert
  • Anteil eines Zielfonds maximal 20 % des Gesamtvermögens des Dachfonds
  • Spezielle Dachfonds die sich auf eine Anlageklasse fokussieren

Immobilienfonds

Offene Immobilienfonds:

  • Keine Beschränkung für die Anzahl an Immobilien
  • Ein- und Auszahlung sind immer möglich
  • Viele Anteilseigner
  • Hauptsächlich große Einzelobjekte

Geschlossene Immobilienfonds:

  • In der Regel nur für die Finanzierung eines Objektes
  • Wenn gewünschtes Kapital erreicht ist, wird der Fonds geschlossen
  • Anteile können nur am Zweitmarkt verkauft werden

REIT (Real-Estate-Investment-Trust)

  • Meist börsennotierte Kapitalgesellschaften
  • Besondere Aufsicht und Besteuerung
  • Gewinn durch Vermietung, Verpachtung und Verkäufe
  • Hohe Dividenden für die Anleger

Wichtige Kriterien bei der Fondsauswahl

Geringe Gebühren

Natürlich sollte ein Fonds so wenig wie möglich kosten. Ganz einfach aus dem Grund, dass alle Kosten die Rendite schmälern, vor allem dann, wenn man den Fonds als langfristige Anlage sieht. Daher rate ich dazu besonders auf die laufenden Kosten zu achten.

Breite Streuung

Investieren Sie in einen Fonds, der Verlustrisiken auf viele Schultern verteilt. Ein oder zwei Länder reichen da meist nicht aus. Decken sie jeden Kontinent ab und auch die Emerging Markets (Entwicklungsländer) bieten ein großes Potenzial. Berücksichtigt man dies nicht, muss man sich nicht wundern, wenn das Portfolio extremen Schwankungen ausgesetzt ist.

Langfristiges investieren

Trotz breit aufgestellter Fonds, kann es durchaus zu Schwankungen in dem Portfolio kommen. Denke immer daran, dass du ein langfristiges Investment getätigt hast. Gerade der Anleger, welcher in diesen Zeiten nicht verkauft und dran bleibt, wird belohnt. Denn Rendite erhält man, für das auf sich genommene Risiko.

Befasse dich mit deinem Investment

Einer der größten Fehler, den man als Investor machen kann, ist der Meinung anderer, blind zu vertrauen. Bevor du dein Geld also investierst, prüfst du, ob du das Geschäftsmodell von diesem Fonds verstehst. Ist dieser Schritt getan, kannst du dich um die Bestandteile des Fonds kümmern. Schaue dir an welche Länder, Branchen oder auch Anlageklassen vertreten sind. Bist du zufrieden mit dem, was du sieht, bist du bereit dein Geld anzulegen.

Besteuerung

Seit 2018 ist das neue Gesetz zur Investmentbesteuerung in Kraft. Erstmals für das Kalenderjahr 2018 werden alle Investmentfonds (Publikumsfonds) nach derselben Logik mit Abgeltungssteuer belegt. Es kommt nicht länger darauf an, wo ein Fonds aufgelegt ist und ob er Dividenden ausschüttet oder reinvestiert.

Nach einer bestimmten Formel ermittelt die Depotbank eine jährliche Bemessungsgrundlage für die Abgeltungssteuer in Höhe von gut 25 Prozent. Die Steuer wird direkt einbehalten, es sei denn, du stellst einen entsprechenden Freistellungsauftrag bei deiner Depotbank. Kapitalerträge sind bis 801 Euro bei einzeln Veranlagten und bis zu 1.602 Euro bei gemeinsam Veranlagten steuerfrei.

Wie die neue Besteuerung genau funktioniert, siehst du hier: Investmentsteuerreformgesetz.


Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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