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Ist Bitcoin Mining 2021 noch profitabel?

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Die Frage, ob sich Bitcoin Mining im Jahr 2021 immer noch lohnt und profitabel ist, ist eine Frage, die sich vermutlich viele Menschen stellen.

Bitcoin Mining ist der Prozess, bei dem man Bitcoins im Austausch für die Durchführung des Verifizierungsprozesses erhält, um Bitcoin-Transaktionen zu bestätigen. Diese Transaktionen sorgen für die Sicherheit des Bitcoin-Netzwerks, weshalb die Miner in Form von Bitcoins für ihren Aufwand belohnt werden. Miner können profitieren, wenn der Preis der Bitcoins die Kosten für das Mining übersteigt. Mit den jüngsten Veränderungen in der Technologie und der Schaffung professioneller Mining-Zentren mit enormer Rechenleistung, sowie dem schwankenden Preis von Bitcoin selbst, fragen sich viele private Miner, ob Bitcoin-Mining noch profitabel ist?

Es gibt mehrere Faktoren, die bestimmen, ob Bitcoin-Mining ein profitables Unterfangen ist. Dazu gehören die Stromkosten, die durch den Betrieb der Hardware entstehen, die Verfügbarkeit und der Preis der Computerhardware selbst und die sogenannte Mining Difficulty. Die Mining Difficulty ist ein Indikator für den Schwierigkeitsgrad beim Bitcoin Mining und bestimmt die Komplexität der zu lösenden kryptografischen Rechenaufgabe. Die Schwierigkeit ändert sich, wenn mehr Miner eintreten, da das Netzwerk darauf ausgelegt ist, alle zehn Minuten eine bestimmte Menge an Bitcoins zu produzieren. Wenn mehr Miner einsteigen, erhöht sich die Schwierigkeit, um sicherzustellen, dass das Niveau gleich bleibt. Der letzte Faktor zur Bestimmung der Rentabilität ist der Bitcoin Preis.

Die Komponenten des Bitcoin-Minings

Vor dem Aufkommen neuer Bitcoin-Mining-Software im Jahr 2013 wurde das Mining im Allgemeinen auf normalen PCs durchgeführt. Mit der Einführung sogenannter ASIC-Miner (application specific integrated circuit), die nur für diesen Zweck entwickelt wurden und 100 Milliarden Mal leistungsfähiger sind als normale PCs, wurde das Mining mit PCs ineffizient und kaum rentabel. Das liegt an der Art und Weise, wie das Mining aufgebaut ist: Miner konkurrieren darum, Hash-Probleme so schnell wie möglich zu lösen, sodass diejenigen Miner, die rechnerisch im Nachteil sind, im Grunde keine Chance haben, ein Problem zuerst zu lösen und mit Bitcoins belohnt zu werden. Als die Miner die alten Maschinen benutzten, war die Schwierigkeit Bitcoins zu schürfen ungefähr im Einklang mit dem Preis der Bitcoins. Aber mit den neuen Rechnern kamen Probleme, die sowohl mit den hohen Kosten für die Anschaffung und den Betrieb der neuen Ausrüstung als auch mit der mangelnden Verfügbarkeit zusammenhingen.

Profitabilität vor und nach ASIC

Antminer
Bild: Amazon.de

Alte Hasen (z.B. aus dem Jahr 2009), die Bitcoins nur mit ihren Computern schürften, konnten aus mehreren Gründen Profit machen. Erstens besaßen diese Miner bereits ihre Systeme, sodass die Kosten für die Ausrüstung praktisch bei null lagen. Sie konnten die Einstellungen ihrer Computer ändern, um mit weniger Leistung effizienter zu arbeiten. Zweitens waren dies die Tage, bevor professionelle Bitcoin-Mining-Zentren mit massiver Rechenleistung das Spielfeld betraten. Damals konkurrierten die Miner nur mit andern Minern auf PCs. Der Wettbewerb war also mehr oder weniger fair. Selbst wenn die Stromkosten je nach Region variierten, war der Unterschied nicht groß genug, um Einzelpersonen vom Mining abzuhalten.

Nachdem jedoch das ASIC-Mining begonnen hatte, änderte sich das Spiel. Einzelpersonen konkurrierten nun mit leistungsstarken Mining-Rigs, die über weitaus mehr Rechenleistung verfügten. Die Mining-Gewinne wurden durch Ausgaben wie den Kauf neuer Computerausrüstung, höhere Energiekosten und die steigende Mining-Difficulty geschmälert.

Schwierigkeit beim Bitcoin-Mining

Wie oben bereits erwähnt, ist die Schwierigkeit, die mit dem Mining von Bitcoin einhergeht, variabel und ändert sich ungefähr alle zwei Wochen, um eine stabile Verifikation von Blöcken für die Blockchain aufrechtzuerhalten. Je höher der Schwierigkeitsgrad ist, desto unwahrscheinlicher ist es, dass ein einzelner Miner das Hash-Problem erfolgreich lösen und somit Bitcoin verdient. In den letzten Jahren ist die Mining-Schwierigkeitsrate in die Höhe geschnellt. Als Bitcoin zum ersten Mal auf den Markt kam, lag die Schwierigkeit bei 1. Im Juli 2021 liegt sie bei mehr als 13 Billionen. Dies vermittelt eine Vorstellung davon, wie viel schwieriger es heute ist, Bitcoin zu schürfen.

Wechselnde Belohnungen

Die Anzahl an Bitcoins, die jemals produziert werden können, ist auf 21 Millionen begrenzt. Dies ist seit Bestehen des Netzwerkes eine wichtige Vorgabe, um das Angebot der Kryptowährung zu kontrollieren. Derzeit sind über 18 Millionen Bitcoin gemined worden. Um zu kontrollieren, wie viele neue Bitcoins in den Umlauf komme, halbiert das Netzwerkprotokoll die Anzahl der Bitcoins, die Miner für das erfolgreiche Abschließen eines Blocks erhalten, etwa alle vier Jahre. Ursprünglich betrug die Anzahl der Bitcoins, die ein Miner erhielt, 50. Im Jahr 2012 wurde diese Zahl halbiert und die Belohnung auf 25 reduziert. Im Jahr 2016 halbierte sie sich erneut auf 12,5. Im Mai 2020 halbierte sich die Belohnung noch einmal auf 6,25, was der aktuellen Belohnung entspricht. Potenzielle Miner sollten sich darüber im Klaren sein, dass die Größe der Belohnung in Zukunft sinken wird, auch wenn die Schwierigkeit steigen könnte.

Am 9. Juni 2021 hat El Salvador Bitcoin als erstes Land zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt. Die Kryptowährung kann für jede Transaktion verwendet werden, bei der das Unternehmen sie akzeptieren kann. Der US-Dollar ist weiterhin die Hauptwährung El Salvadors.

Rentabilität im heutigen Umfeld

Bitcoin Mining kann immer noch Sinn ergeben und für einige Personen profitabel sein. Die Ausrüstung ist leichter zu bekommen, obwohl konkurrenzfähige ASICs zwischen mehreren hundert Dollar bis etwa 10.000 Dollar kosten. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, wurden einige Geräte angepasst. Zum Beispiel erlauben einige Geräte ihren Nutzern, die Einstellungen zu ändern, um den Energiebedarf zu senken und somit die Gesamtkosten zu reduzieren. Wenn du vorhast selber mit dem Mining zu beginnen, solltest du vorab eine Kosten-Nutzen-Analyse durchführen, um deinen Break-Even-Preis zu kennen, bevor du die Ausrüstung kaufst. Die Variablen, die für die Berechnung benötigt werden, sind folgende:

  • Kosten für Strom: Wie hoch ist dein Strompreis? Denke daran, dass sich die Tarife je nach Jahreszeit, Tageszeit und anderen Faktoren ändern. Diese Informationen findest du auf deiner Stromrechnung, gemessen in kWh.
  • Effizienz: Wie viel Strom verbraucht dein System, gemessen in Watt? Dies machst du am besten mit einem Strommessgerät für die Steckdose.
  • Zeit: Wie viel Zeit wirst du voraussichtlich mit dem Mining verbringen? Dazu zählt auch die Vorbereitung.
  • Bitcoin Wert: Was ist der Wert eines Bitcoins gemessen in Euro oder US-Dollar.

Es gibt mehrere webbasierte Rentabilitätsrechner, wie den von NiceHash, die angehende Miner nutzen können, um eine Kosten-Nutzen-Rechnung des Bitcoin-Minings aufzustellen.

Führe deine Analyse mehrmals durch und verwende dabei verschiedene Preisniveaus sowohl für die Stromkosten als auch für den Wert eines Bitcoins. Ändere auch den Schwierigkeitsgrad, um zu sehen, wie sich das auf die Analyse auswirkt. Bestimme, bei welchem Preisniveau das Bitcoin-Mining für dich profitabel wird – das ist dein Break-Even-Preis.

Um mit den Mining-Megazentren zu konkurrieren, können Einzelpersonen einem Mining-Pool beitreten. Ein Pool ist eine Gruppe von Minern, die zusammenarbeiten und die Belohnungen teilen. Dies kann die Geschwindigkeit erhöhen und die Schwierigkeit beim Mining reduzieren, was die Profitabilität in Reichweite bringt. Da die Mining-Difficulty und die Kosten gestiegen sind, entscheiden sich immer mehr einzelne Miner für die Teilnahme an einem Pool. Während die Gesamtbelohnung sinkt, weil sie unter mehreren Teilnehmern aufgeteilt wird, bedeutet die kombinierte Rechenleistung, dass Mining-Pools eine viel größere Chance haben, ein Hashing-Problem tatsächlich zuerst abzuschließen und überhaupt eine Belohnung zu erhalten.

Um die Frage zu beantworten, ob Bitcoin-Mining noch profitabel ist, solltest du mithilfe eines Rentabilitätsrechners deine individuelle Situation überprüfen. Dazu solltest du wie bereits erwähnt, verschiedene Szenarien durchrechnen und deinen Break-Even-Punkt Bestimme. Anschließend überlegst du, ob du bereit bist, das nötige Startkapital für die Hardware auszugeben, sofern deine aktuelle Hardware nicht ausreicht. Wenn sowohl die Bitcoin-Preise als auch die Mining-Difficulty sinken, deutet dies in der Regel auf weniger Miner und leichteres Mining hin. Wenn die Bitcoin-Preise und die Mining-Schwierigkeit steigen, ist das Gegenteil zu erwarten – mehr Miner konkurrieren um weniger Bitcoins.


Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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