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Leerverkauf: Einfach erklärt

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Das Leerverkaufen von Aktien ist seit langem eine beliebte Handelstechnik für Spekulanten, Glücksspieler, Hedgefonds und einzelne Anleger, die bereit sind, ein erhöhtes Risiko einzugehen. Leerverkäufe umfassen den Verkauf von Aktien, die der Verkäufer nicht besitzt, oder von Aktien, die der Verkäufer von einem Makler ausgeliehen hat. Händler können auch andere Wertpapiere verkaufen, einschließlich Optionen. Wie ein Leerverkauf funktioniert, erkläre ich dir einfach an dem nachfolgenden Beispiel.

Die Motivation zum Leerverkauf verstehen

Leerverkäufer führen diese Transaktionen durch, weil sie davon ausgehen, dass der Kurs einer Aktie fallen wird, da der aktuelle Preis nicht dem wirklichen Wert der Aktie entspricht. Sie hoffen also darauf, die Aktie zu einem geringeren Preis zurückkaufen zu können. Wenn sie dies erreichen, erzielen sie einen Gewinn, der sich aus der Differenz zwischen ihren Verkaufs- und Kaufpreis zusammensetzt. Dabei sollte man jedoch zwischen Händlern unterscheiden, die nur aus Spekulationszwecken handeln und denen, die ihr Abwärtsrisiko absichern möchten, indem sie eine Long- und eine Short Position besitzen.

Leerverkauf von den Aktien ABC

Angenommen du glaubst, der Aktienkurs von ABC sei stark überbewertet und die Aktie wird bald abstürzen. Du bist so stark von dieser Theorie überzeugt, dass du dich dazu entscheidest, 10 Aktien von ABC von deinem Broker auszuleihen und die Aktien zu verkaufen, in der Hoffnung, dass du sie später zu einem niedrigeren Preis zurückkaufen, an den Broker zurückgeben und die Differenz einstecken kannst.

Du verkaufst die 10 geliehenen Aktien zu je 50 Euro und steckst 500 Euro in bar ein. In der Realität würdest du eine kleine Provision zahlen und je nach Zeitpunkt möglicherweise auch Dividenden an den Käufer deiner Aktien abgeben müssen. Diese werden im Beispiel der Einfachheit halber weggelassen. Du hast jetzt 500 Euro in bar und musst zu einem späteren Zeitpunkt die 10 ABC-Aktien kaufen und zurückgeben. Wenn die Aktie über den Preis von 50 Euro steigt, verlierst du Geld, da du einen höheren Preis zahlen musst, um die Aktien zurückzukaufen.

Wenn die Aktie beispielsweise auf 250 Euro pro Aktie steigen würde, müsstest du 2.500 Euro ausgeben, um die 10 Aktien zurückzukaufen, die du dem Makler schuldest. Du behältst immer noch die ursprünglichen 500 Euro, sodass dein Nettoverlust 2.000 Euro betragen würde. Wenn das Unternehmen jedoch bankrott geht, wird die Aktie delisted. Du kannst sie höchstwahrscheinlich für ein paar Cent pro Aktie zurückkaufen und fast alle früheren Verkaufserlöse als Gewinn einstecken.

Ein Beispiel aus dem realen Leben

Das bekannteste (und katastrophalste) Beispiel für den Verlust von Geld aufgrund des Leerverkaufs einer Aktie ist die Northern Pacific Corner von 1901. Die Aktien einer bestimmten Eisenbahn stiegen an einem einzigen Tag von 170 USD auf 1.000 USD und stürzten einige der reichsten Männer der Vereinigten Staaten in den Bankrott, als sie versuchten Aktien zurückzukaufen und sie an die Kreditgeber zurückzugeben, von denen sie die Aktien geliehen hatten, um ihre Leerverkäufe zu tätigen.

Vorsicht vor den Risiken

Wenn du eine Aktie leerverkaufst, setzt du dich einem potenziell großen finanziellen Risiko aus. In einigen Fällen versuchen Anleger und Händler den Aktienkurs anzukurbeln, wenn sie feststellen, dass eine Aktie ein großes Short-Interesse aufweist, was bedeutet, dass ein großer Prozentsatz der verfügbaren Aktien von Spekulanten geshortet wurde. Dies kann die Spekulanten mit Short-Positionen dazu zwingen, die Aktien zu „decken“ oder zurückzukaufen, bevor der Preis zu stark steigt.

Wenn du Aktien leerverkaufen möchtest, solltest du niemals davon ausgehen, dass du sie jederzeit zu deinem gewünschten Preis zurückkaufen kannst. Der Markt für eine bestimmte Aktie muss da sein. Kommt es zu der Situation, in der es nur weniger Verkäufer aber viele Käufer gibt, können Leerverkäufer dazu übergehen, ihre Short-Positionen aufzulösen. Daraus resultiert ein immer weiter steigender Aktienkurs, da auch die Short-Seller neue Aktien kaufen müssen, um ihre Verluste zu begrenzen. Dadurch kommt es zu immer mehr Panik an den Märkten und die Leerverkäufer werden viel Geld verlieren.

Das Risiko von Verlusten bei Leerverkäufen ist theoretisch unendlich, da der Aktienkurs unbegrenzt weiter steigen könnte. Die Leerverkaufstaktik wird am besten von erfahrenen Händlern angewendet, die die Risiken kennen und verstehen. Schließlich unterliegt das Leerverkaufen einer Aktie eigenen Regeln. Zum Beispiel gibt es Einschränkungen beim Leerverkauf von Penny Stocks und bevor du mit dem Leerverkauf einer Aktie beginnen kannst, muss der letzte Trade ein Aufwärtstrend oder eine kleine Preiserhöhung gewesen sein.


Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.
Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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