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Rendite sichern: So nutzt du eine Limit-Order richtig!

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Wenn du dein Portfolio verwaltest, gibt es viele Techniken und Methoden, die dir helfen, einen Gewinn zu erzielen oder einen Verlust zu reduzieren. Eines dieser Werkzeuge ist die sogenannte „Limit Order“. Sie hilft dir dabei, zu kontrollieren, wie viel du bei einem Trade ausgibst oder einnimmst. Dies ist möglich, indem du vorab einen Kurs festlegst, bei dem die Order ausgeführt werden soll. Dies funktioniert sowohl bei Käufen zu einem bestimmten Preis, als auch bei einem Verkauf deiner Anteile zu einem bestimmten Kurs. Generell gelten Limit-Orders als eine der wichtigsten und nützlichsten Möglichkeiten, deinen Investitionserfolg ohne viel Aufwand zu maximieren.

Wie Limit-Orders funktionieren

Limit-Orders können entweder für eine Kauf- oder Verkaufstransaktion gesetzt werden. Sie dienen im Wesentlichen demselben Zweck, allerdings auf entgegengesetzten Seiten einer Transaktion. Eine Limit-Order hat ihren Namen, weil sie den Preis, den du für eine bestimmte Aktie zu zahlen bereit bist, begrenzt. Somit teilst du dem Markt mit, dass du kaufen oder verkaufen wirst, aber nur zu dem in deiner Order festgelegten Preis oder zu Bedingungen, die für dich noch günstiger sind.

Käufer verwenden Limit-Orders, um sich vor plötzlichen Kurssprüngen zu schützen. Verkäufer verwenden Limit-Orders, um sich vor plötzlichen Kurseinbrüchen bei Aktien zu schützen.

Unterschied zur Market Order

Bei einer Market Order führt ein Broker deine Kauf- oder Verkaufstransaktion so schnell wie möglich aus, unabhängig vom Preis. Wenn du neu im Aktienhandel bist und die Standardeinstellung der Broker-Apps benutzt hast, hast du höchstwahrscheinlich Market Orders erteilt.

Bei stabilen Aktien mit hohem Volumen werden Market Orders oft zu einem Preis ausgeführt, der nahe an der erwarteten Order des Traders liegt. Bei volatilen Aktien mit geringem Volumen kommt es jedoch zu schnelleren Kursschwankungen und es besteht die Möglichkeit, dass du am Ende viel mehr bezahlst, als du erwartet hast. Beim Verkauf per Markt gilt dementsprechend, dass du weniger erhältst als erwartet.

Eine Sache, die du bei Limit-Orders im Hinterkopf behalten solltest, ist, dass sie bei der Ausführung durch deinen Broker ganz oben auf der Ausführungsliste landen können oder auch nicht. Wenn der Preis deiner Limit-Order der beste Geld- oder Briefkurs ist, wird sie wahrscheinlich sehr schnell ausgeführt werden. Wenn nicht, wird sie sich mit den anderen Handelsaufträgen einreihen, deren Preis vom Marktpreis entfernt ist.

Obwohl Limit-Order einige Schwächen haben, betrachten einige sie als den besten Freund des Traders, weil sie gewisse Sicherheiten bieten. Deine Order wird nur zu dem Preis ausgeführt, den du festgelegt hast, oder besser.

Einen Trade mit einer Limit-Order platzieren

Dein Broker wird dich bitten, fünf Komponenten zu spezifizieren, wenn du irgendeine Art von Order platzierst. Genau das ist der Punkt, an dem du festlegst, dass deine Order eine Limit-Order sein soll:

  • Transaktionsart (kaufen oder verkaufen)
  • Anzahl der Aktien
  • Welches Wertpapier wird gekauft (WKN oder ISIN)
  • Ordertyp (hier gibst du an, dass es sich um eine Limit-Order handelt)
  • Preis

Limit-Kauforder

Nehmen wir zum Beispiel an, du möchtest 100 Aktien einer Aktie mit dem Ticker XYZ kaufen und der maximale Preis, den du pro Aktie zahlen möchtest, ist 33,45 €. In diesem Fall würdest du eine Limit-Kauforder verwenden, die du wie folgt, ausdrücken würdest:

Kaufe 100 Aktien XYZ, Limit 33,45

Diese Order sagt dem Markt, dass du 100 Aktien von XYZ kaufen wirst, aber unter keinen Umständen mehr als 33,45 € pro Aktie bezahlen wirst.

Limit-Orders sind keine absoluten Orders. Deine Limit-Order XYZ zu 33,45 € pro Aktie wird nicht über diesem Preis ausgeführt werden, aber sie kann unter diesem Preis ausgeführt werden – was gut für dich ist. Wenn der Kurs der Aktie unter dein gesetztes Limit fällt, bevor die Order ausgeführt wird, könntest du davon profitieren und weniger als 33,45 € pro Aktie bezahlen. Auf der anderen Seite kann es passieren, dass deine Order nicht ausgeführt wird, weil der Preis steigt und dein Limit nicht erreicht wird.

Limit-Verkaufsorder

Bei einer Limit-Verkaufsorder funktioniert die Transaktion auf die gleiche Weise. Wenn du eine Limit-Verkaufsorder für 33,45 € auswählst, wird sie nicht für weniger als diesen Preis ausgeführt:

Verkaufe 100 Aktien XYZ, Limit 33,45

Mit anderen Worten wird deine Aktie für nicht weniger als 33,45 € pro Stück verkauft. Wenn die Aktie über diesen Preis steigt, bevor deine Order ausgeführt wird, könntest du davon profitieren, indem du mehr als deinen Limitpreis für die Aktien erhältst. Wenn der Kurs fällt und dein Limitpreis nicht erreicht wird, wird die Transaktion nicht ausgeführt und die Aktien bleiben in deinem Depot.

Vorteile durch Erfahrung

Es bedarf etwas Erfahrung, um zu wissen, wo man Limitpreise setzen sollte. Wenn du Limit-Kaufaufträge zu niedrig ansetzt, werden sie vielleicht nie ausgeführt, was dir nichts nützen würde. Das Gleiche gilt für Limit-Verkaufsaufträge. Mit etwas Erfahrung wirst du den Punkt finden, an dem du einen guten Preis erzielen kannst, während du sicherstellst, dass deine Order tatsächlich ausgeführt wird.

Ein Beispiel für ein mögliches Problem

Die einfache Limit-Order könnte für Aktionäre, die dem Markt keine Aufmerksamkeit schenken, ein Problem darstellen. Nehmen wir zum Beispiel an, du gibst eine 30 € Verkaufs-Limit-Order für die Aktie XYZ auf, bevor du eine Woche in den Urlaub fährst. Am nächsten Montag schaust du dann in dein Portfolio und stellst fest, dass deine Limit-Order ausgeführt wurde. Du hast mit dem Verkauf einen kleinen Gewinn gemacht und bist damit zufrieden, bis du siehst, dass der aktuelle Kurs von XYZ bei 45 € liegt.

Wenn du dir Sorgen um Verluste und Gewinne machst, während du im Urlaub bist oder eine Trading-Pause einlegst, solltest du für diesen Zeitraum keine neuen Positionen eröffnen. Langfristige Anleger mit einem Anlagehorizont von mindestens 5 Jahren sollten sich über so etwas jedoch keine Gedanken machen.

Also, was ist passiert? Nun, während du im Urlaub warst, wurde XYZ ein Übernahmeziel für eine Fusion und der Kurs der Aktie schoss in die Höhe. Deine Order wurde an diesem Tag zu 30 € ausgeführt, doch der Kurs stieg aufgrund der Gerüchte über eine lukrative Fusion weiter an. Hättest du auf den Markt geachtet und die Nachrichten gelesen, hättest du deine Order stornieren und eine neue Order mit einem höheren Limit platzieren können.

Du kannst dir das Gegenteil dieses hypothetischen Szenarios vorstellen – aufgrund schlechter Nachrichten ist die Aktie stark gefallen, während du nicht aufgepasst hast. Glücklicherweise wurde deine Limit-Kauforder ausgeführt, als sich die Aktie im freien Fall befand.

Das Fazit

Limit-Orders sind hervorragende Werkzeuge, aber sie sind sicherlich nicht narrensicher. Die gleiche Funktion, die dich vor extremen Verlusten schützt, kann dich auch daran hindern, unerwartete Gewinne zu realisieren. In einem hochvolatilen Markt können Limit-Orders wie das obige Beispiel dazu führen, dass du zusätzliche Gewinne oder Aktien verlierst, weil sie zu früh ausgeführt werden.

Wenn du eine Aktie kaufen oder verkaufen willst, setze dir ein Limit für deine Order, das außerhalb der täglichen Kursschwankungen liegt. Achte darauf, dass der Limitpreis an einem Punkt festgelegt wird, mit dessen Ergebnis du leben kannst. So oder so hast du eine gewisse Kontrolle über den Preis, den du zahlst oder erhältst.


Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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