Erste Schritte

Selbst sparen statt Rentenversicherung – So einfach geht’s

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Wer nicht auf die Rentenversicherung setzt, sollte darauf achten

Die private Altersvorsorge wird von vielen jungen Leuten leider bewusst ausgeblendet. Geld fürs Alter zurücklegen ist nicht unbedingt “sexy” – schließlich leben wir doch jetzt, oder? Doch die private Altersvorsorge ist attraktiver als denkst, vor allem wenn du sie richtig angehst. In diesem Beitrag erfährst du, worauf du dabei achten solltest.

Warum die staatliche Rente im Alter nicht reicht!

Gehen wir einmal davon aus, dass du in deinem aktuellen Job bereits ein paar Jahre sozialversicherungspflichtig gearbeitet hast und auch in Zukunft arbeiten wirst. Um im Alter schließlich die vollen Rentenbezüge zu bekommen, musst du 45, in Worten „fünfundvierzig“ Jahre lang in die Rentenkasse einzahlen. Wenn du jetzt davon ausgehst, dass du dafür dann auch eine große Rente bekommst, liegst du falsch. Denn tatsächlich liegt das Rentenniveau aktuell bei 48 %. Soll heißen: Wenn man davon ausgeht, dass dein Gehalt in etwa dem deutschen Durchschnitt entspricht, dann bekommst du nach 45 Jahren Arbeit also nur 48 % deines letzten Bruttolohns als Rente ausgezahlt. Das zwar ein Leben lang, aber mit der Hälfte deiner Einkünfte kannst du deinen Lebensstandard vielleicht nicht mehr so einfach halten. 

Was du wissen solltest: In diesem Beispiel gehen wir von 45 Beitragsjahren aus. Diese Zahl erreichen heute nur noch die wenigsten Arbeitnehmer. Beim Renteneintritt mit 65 musst du dann mit 20 bereits sozialversicherungspflichtig gearbeitet haben. Doch mit Praktika, einem Studium und einem freiwilligen sozialen Jahr ist der Berufseintritt für viele erst mit Mitte 20. Die Möglichkeit, die vollen Beitragsjahre für die gesetzliche Rente zu erreichen, sinkt also. 

Ab 2045 soll die Rentenquote nur noch bei 43 % liegen. Deine Rente wird somit noch weiter schrumpfen.

Das kannst du gegen drohende Altersarmut tun

Wie du vielleicht weißt, besteht die Altersvorsorge des deutschen Rentensystems aus drei Säulen. Dies sind zum einen die gesetzliche Rente. Die zweite Säule bildet die betriebliche Altersvorsorge und zu guter Letzt, die private Altersvorsorge. Was du nun tun kannst, um deine Rente zu erhöhen oder zumindest abzusichern, erkläre ich dir jetzt:

  • betriebliche Altersvorsorge (bAV): Bist du angestellt, hast du ein Recht auf betriebliche Altersvorsorge. Sprich deinen Arbeitgeber darauf an. Bei der betrieblichen Altersvorsorge unterscheidet man zwei Arten: Entweder spart der Chef mit Firmengeld für die Betriebsrenten seiner Belegschaft an. Oder Angestellte bezahlen die bAV-Beiträge aus ihrem Bruttogehalt selbst und sparen darauf Steuern und Sozialabgaben. Dafür musst du die Rente aus der bAV später wieder voll versteuern.
  • private Rentenversicherungen: Im Rahmen der privaten Altersvorsorge kannst du die gesetzliche Rente mit einem privaten Rentenvertrag aufstocken. Hier gibt es unterschiedliche Modelle von verschiedenen Versicherungsunternehmen auf dem Markt. Die “garantierten” Zinsen sinken jedoch schon seit Jahren kontinuierlich, weshalb die Inflation höher ist, als die Zinsen die man als Anleger erhält. 2017 lagen die Zinsen bei Abschluss einer klassischen Rentenversicherung bei lediglich 0,9 %.
  • staatliche geförderte, private Rente: Bist du angestellt, kannst du “Riestern”. Das bedeutet, du schließt eine staatlich geförderte Riester-Rente ab. Dabei handelt es sich um eine Rentenversicherung, für die du jedes Jahr einen Zuschlag vom Staat bekommst. Hast du Kinder, erhältst du pro Kind ebenfalls einen Zuschlag. Voraussetzung für die volle Förderung ist, dass du pro Jahr mindestens 4 % deines Bruttoeinkommens aus dem Vorjahr in den Vertrag einzahlst.
  • Eine staatlich geförderte Rente gibt es auch für Selbständige. Sie heißt “Rürup-Rente”. Sie hat den Vorteil, dass du bis zu 24.305 Euro deiner Beiträge für die Versicherung jedes Jahr voll steuerlich absetzen kannst. Die Rürup-Rente ist somit während der Einzahlphase ein sehr attraktives Steuersparmodell. 
  • Sparen und privater Vermögensaufbau: Die meiner Meinung nach wichtigste Variante deine Rente zu ergänzen stellt der private Vermögensaufbau dar. Es gibt zahllose Möglichkeiten dein Geld zu sparen und zu investieren, die weit über das Zurücklegen von Geld auf dem Sparbuch hinausgehen. Nachfolgend erfährst du, wie du diesen Schritt angehen solltest.

Wie spare ich für meine Rente?

Vor der Finanzkrise war individuelles Sparen noch vergleichsweise einfach. Denn selbst das Sparbuch brachte mehr als 2 % Zinsen, die sich bei kontinuierlichem Sparen durch den Zinseszinseffekt deutlich am Vermögen bemerkbar gemacht haben. Doch mittlerweile ist das Sparbuch aufgrund von Zinsen im Nullkomma-Bereich keine wirkliche Alternative. 

Stattdessen bieten sich bessere Möglichkeiten zum Sparen an: 

  • ETFs: Hierbei handelt es sich um sogenannte “Indexfonds”. Sie bilden einen Aktienindex ab und werden genau wie Aktien, an der Börse gehandelt. Mit diesem Anlageprodukt investierst du quasi in einen Korb von Aktien. Dadurch wird das Risiko von Totalverlusten verringert. Ein weiterer Pluspunkt sind die geringen Kosten, besonders im Vergleich zu normalen Aktienfonds. Durchschnittlich 0,15 % werden pro Jahr fällig. Mit langfristigem Anlagehorizont und einem diversifizierten Portfolio lohnen sich ETFs gerade fürs langfristige Sparen. 
  • Sparpläne: Mit einem Sparplan wird in regelmäßigen Abständen automatisch ein vorab festgelegter Geldbetrag in Wertpapiere investiert. Abhängig von deiner Risikobereitschaft und deinen Renditewünschen kannst du mit einem Sparplan in Einzelaktien, aber auch in Indexfonds oder ETFs investieren.
  • Immobilien: Eine sehr praktische Form des Sparens ist der Immobilienkauf. Wenn du zum Beispiel schon in jüngeren Jahren in eine Immobilie investierst, kannst du diese im Ruhestand selbst bewohnen und so die Miete sparen. Oder du vermietest die Immobilie und kannst mit den Einnahmen deine Rente aufstocken.

Warum ist Sparen als Ergänzung zur gesetzlichen Rente sinnvoll?

Sparen hat als Ergänzung zur staatlichen Rente viele Vorteile, die ich hier für dich aufführe:

  • Höhere Flexibilität: Wenn du sparst, stehen dir viele verschiedene Anlagemöglichkeiten zur Auswahl. Ein langer Anlagezeitraum sollte vorausgesetzt werden, um dein Risiko zu senken, doch ein Wechsel zwischen Anlageprodukten ist bis auf die Immobilen, problemlos möglich.
  • Chance auf höhere Rendite: Durch die freie Wahl deiner Geldanlagemöglichkeiten hast du die Möglichkeit, immer die höchste Rendite zu bekommen. Abhängig von dem individuellen Risiko lässt sich die Rendite gegenüber klassischen privaten Rentenversicherungen deutlich steigern.
  • Größere Unabhängigkeit von einzelnen Anbietern und vom Staat: Wenn du dich bei deiner Altersvorsorge nur auf den Staat verlässt oder nur einen Anbieter der privaten Altersvorsorge nutzt, bist du komplett von diesen beiden Faktoren abhängig. Hast du hingegen eigenes Vermögen gebildet, egal ob in Aktien oder Immobilien, bis du unabhängig von Versicherern oder Banken. Der Grund dafür ist, dass Aktien als Sondervermögen gelten und im Falle einer Insolvenz der Bank oder des Depotanbieters, nicht Teil der Insolvenzmasse werden.

Fazit: Sparen für die Rente kann sich lohnen

Sparen hat heute nichts mehr mit dem Sparbuch zu tun. Vielmehr stehen dir mit ETFs und Sparplänen moderne Möglichkeiten zur Verfügung, mit der du deine Rente flexible ausbauen kannst. Außerdem verschaffen sie dir nicht nur Unabhängigkeit von einzelnen Anbietern oder der gesetzlichen Rente, sondern bieten zusätzlich noch sehr ansprechende Renditen.


Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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