Basiswissen

So solltest du mit Verlusten an der Börse umgehen!

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An dem Titel führt in der Regel kein Weg vorbei. Jeder Anleger wird früher oder später in seiner Laufbahn Verluste erleiden, doch um aus diesen Fehlern zu lernen, musst du wissen, wie man mit Verlusten an der Börse richtig umgehen sollte. Meistens ist der Verlust sofort klar, wie es zum Beispiel der Fall ist, wenn eine Aktie, die du zu einem höheren Preis gekauft hast, gesunken ist. Dieser Verlust besteht erst einmal nur auf dem Papier und wird erst Real, sobald du deine Position verkaufst.

Verluste an der Börse treten jedoch in unterschiedlichen Formen auf und jede dieser Arten von Verlusten kann schmerzhaft sein. Hast du jedoch die richtige Einstellung und besitzt die Bereitschaft aus deinen Fehlern zu lernen, hat dieser Fehler vermutlich positive Auswirkungen auf deinen zukünftigen Anlageerfolg.

Kapitalverlust

Diese Form des Verlusts ist die einfachste und vielleicht schmerzhafteste: Du kaufst eine Aktie und beobachtest dann, wie der Preis sinkt und dort bleibt. Irgendwann beschließt du den “Schmerz” zu beenden und die Position zu verkaufen. Diese Art von Verlust wird als Kapitalverlust bezeichnet, da der Preis, zu dem du einen Kapitalwert verkauft hast, unter den Anschaffungskosten lag.

Opportunity Loss

Eine andere Art von Verlust ist etwas weniger schmerzhaft und schwerer zu quantifizieren, aber immer noch sehr real. Nehmen wir als Beispiel ein Investment von 10.000 € in eine heiße Wachstumsaktie. Nach einem durchwachsenen Jahr, mit vielen Höhen und Tiefen steht der Kurs fast genauso wie zu deinem Einstieg. Du denkst dir jetzt vielleicht: “Nun, zumindest habe ich nichts verloren”. Dem ist aber nicht so, denn 10.000 € deines Geldes waren an einem Investment gebunden, das keine Rendite erzielt hat. Was wäre mit dem Geld passiert, wenn du es beispielsweise in langfristige Staatsanleihen angelegt hättest oder vielleicht in breit gestreute ETFs investiert hättest? Wahrscheinlich hättest du dort eine bessere Rendite erzielt, vor allem im Verhältnis zum eingegangenen Risiko. Du hast also keinen realen Verlust gemacht, jedoch die Chance verpasst, ein besseres Investment für dein Geld zu finden.

Verpasste Gewinnmitnahmen

Du hast also die Chance verpasst, zumindest einen Teil deines investierten Kapitals herauszuziehen und Gewinne mitzunehmen. Vielleicht hast du es nicht gemacht, da du der festen Überzeugung warst, dass der Markt noch weiter steigen wird und du dich im Nachhinein ärgern würdest, so früh verkauft zu haben. Anstatt sich jedoch über solche Dinge den Kopf zu zerbrechen, kann ich dir sagen, dass Gewinnmitnahmen nie schaden können. Du musst ja nicht deine ganze Position liquidieren, sondern kannst 25 % deiner Anteile verkaufen. Somit ist dein Risiko gesunken und du hast immer noch die Chance, von steigenden Kursen zu profitieren. Die beste Heilung für diese Art von Verlust besteht also darin, eine vorab festgelegte Ausstiegsstrategie zu haben – und mit einem angemessenen Gewinn zufrieden zu sein.

Papierverlust

Selbstverständlich kannst du dir einreden, dass wenn du nicht verkaufst, auch keinen Verlust machen kannst oder dieser Verlust nur auf dem Papier existiert. Während der Verlust zu dem Zeitpunkt nur auf dem Papier besteht, solltest du dir trotzdem auf jeden Fall überlegen, wie du mit einer Position umgehst, die stark gefallen ist.

Wenn du der Meinung bist, dass die langfristigen Aussichten des Unternehmens immer noch gut sind und du ein Value-Investor bist, ist es möglicherweise ein guter Zeitpunkt um weitere Aktien des Unternehmens zu erwerben. Sind diese Kriterien nicht gegeben, solltest du dir den Verlust eingestehen und deine Position möglichst schnell verkaufen, um die Verluste zu begrenzen.

Wie du mit deinen Verlusten umgehst

Niemand möchte einen Verlust erleiden. Falls dieses Szenario jedoch eintreten sollte, darfst du als intelligenter Anleger nicht zulassen, dass dein Ego deine Entscheidungsfindung behindert. Wie zuvor schon erwähnt solltest du die Verluste möglichst schnell kappen, aus den Fehlern lernen und zum nächsten Trade übergehen.

Diese Tipps helfen dir, aus den Fehlern zu lernen:

  • Analysiere deine Entscheidungen: Überprüfe deine getroffenen Entscheidungen noch einmal im Nachhinein und überlege dir, was du anders gemacht hättest und warum? Was wäre passiert, wenn du anders gehandelt hättest? Wenn du diese Fragen beantwortest, kannst du vermeiden, denselben Fehler zu wiederholen.
  • Hole deine Verluste wieder zurück: Falls dich der Verlust finanziell stark getroffen hat, solltest du deine Ausgaben kürzen und mehr Geld sparen. Hole dir das Geld zurück und versuche es erneut. Denke dabei an die Dinge, die du gelernt hast.
  • Lass dich nicht von Verlusten definieren: Setze den Verlust in den richtigen Kontext und nimm es nicht persönlich. Erinnere dich daran, dass es anderen ähnlich wie dir ergangen ist – vielleicht sogar noch schlimmer als dir. Der Verlust definiert dich nicht, aber er kann dich zu einem besseren Investor machen, wenn du richtig damit umgehen.

Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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