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Value vs. Growth ETFs: Der Vergleich

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Wenn du auf der Suche nach einem Aktien-ETF für dein Portfolio bist, wirst du normalerweise vor die Wahl zwischen einem Growth (Wachstum) oder Value (Wert) ETF gestellt. Value ETFs investieren hauptsächlich in Aktien von Unternehmen, die als unterbewertet gelten. Dabei werden Kennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis (P / E) im Vergleich zu ihren Mitbewerbern oder dem breiteren Markt herangezogen. Im Gegensatz dazu konzentrieren sich Wachstums-ETFs darauf, in schneller wachsende und oft volatilere Unternehmen zu investieren, um überdurchschnittliche Renditen zu erzielen.

Mit beiden Strategien sind marktübliche Renditen möglich. Dabei sind deine individuelle Risikotoleranz, dein Anlageziel und die aktuelle Portfoliozusammensetzung die wichtigsten Faktoren für die Entscheidung. Im Allgemeinen wird das Gesamtrisiko durch das Vorhandensein von Value und Growth ETFs und der dementsprechenden Diversifizierung gesenkt.

Solltest du Schwierigkeiten damit haben, regelmäßige Marktschwankungen zu ertragen, solltest du dich für einen konservativeren ETF entscheiden (Value). Wenn du jedoch mit einer höheren Volatilität klarkommst und deine Rendite steigern möchtest, solltest du dich für Growth ETFs entscheiden. Dabei sollte jedoch nicht das gesamte Depot aus nur einer Kategorie bestehen, sondern eine der beiden Arten sollte übergewichtet werden, um deine Diversifikation nicht zu zerstören.

Wachstums-Depot: 70% Growth / 30% Value
Value-Depot: 30% Growth / 70% Value

Je nach Risikotoleranz kann die Gewichtung gemanagt werden. Falls du dein Risiko und die Schwankungen in deinem Depot noch weiter senken möchtest, kannst du deinem Depot auch noch Anleihen hinzufügen.


Was du wissen solltest

  • Sowohl Value als auch Growth ETFs können ein wichtiger Bestandteil eines Portfolios sein.
  • Die Entscheidung, sich entweder auf Value ETFs oder auf Wachstums-ETFs zu konzentrieren, hängt von der persönlichen Risikotoleranz ab.
  • Wachstums-ETFs können langfristig höhere Renditen erzielen, sind jedoch mit einem höheren Risiko verbunden.
  • Value ETFs halten ihren Wert in volatilen Märkten möglicherweise besser, bieten jedoch weniger Wachstumspotenzial.

Auch der persönliche Zeithorizont sollte bei der Auswahl auf jeden Fall berücksichtigt werden. Denn im Allgemeinen gilt, je länger dein Geld investiert bleibt, desto höher können auch deine eingegangenen Risiken sein. Planst du beispielsweise nächstes Jahr ein neues Auto zu kaufen und du möchtest das Geld vorübergehend am Aktienmarkt investieren, kann ich dir davon nur abraten. Du solltest nur Geld investieren, auf das du mindestens 10-20 Jahre verzichten kannst.

Diese Herangehensweise ist auch von Vorteil, wenn der Markt aktuell sehr volatil ist. Denn je länger du investiert bist, desto einfacher kannst du Marktschwankungen aussitzen. Daher ist es auch super, schon als Jugendlicher mit dem Investieren zu beginnen, da man einen riesigen Zeithorizont hat und dementsprechend auch höhere Risiken eingehen kann.

Value ETFs

Ein wichtiger Faktor bei der Wahl zwischen Growth und Value ist dein aktuelles Portfolio. Wenn du mit dem Aufbau deines Portfolios beginnst, sollte es im Kern aus Unternehmen bestehen, die solide sind. In der Regel sind dies Unternehmen, die Produkte des täglichen Bedarfs herstellen, wie beispielsweise Procter & Gamble, die Hygieneartikel usw. produzieren. Auch Coca-Cola, Pepsi und Nestlé sind solche Kandidaten. Diese Unternehmen streben ein konservatives langfristiges Wachstum bei vergleichsweise geringerer Volatilität an.

Ein weiterer Vorteil der Wertschöpfung von ETFs in einem Portfolio sind die Dividendenrenditen. Diese Unternehmen sind in der Regel große Cashflow-Generatoren, und ein großer Teil dieses Cashflows wird häufig in Form von Dividenden an die Aktionäre ausgeschüttet. Dividenden bieten dir eine recht konstante und vorhersehbare Einnahmequelle, die einen erheblichen Prozentsatz der Gesamtrendite eines ETF-Aktionärs ausmachen kann. Dass Dividenden jedoch niemals garantiert sind, konnte man dieses Jahr in der Corona-Krise sehr gut feststellen.

Growth ETFs

Wachstums-ETFs ergänzen im Allgemeinen ein Kernportfolio. Beliebte Wachstumsunternehmen wie Facebook, Amazon und Alphabet können überdurchschnittliche Renditen erzielen, weisen jedoch auch eine hohe Volatilität auf und können insbesondere in Zeiten wirtschaftlicher Schwäche Schwierigkeiten haben. Die Corona-Krise hat jedoch auch hier etwas anderes bewiesen. Bis zum aktuellen Zeitpunkt outperformten die großen Tech-Werte jede andere Branche (Stand: 21.07.2020). Ein Portfolio, welches hauptsächlich aus Wachstums-ETFs besteht, könnte dich einem übermäßigen Risiko aussetzen. Daher sollte man als Anleger immer abwegen, wie viel Risiko man für wie viel Rendite eingehen möchte.

Hast du vor ein regelmäßiges Einkommen aus einem Wachstums-ETF zu erzielen, muss ich dich leider enttäuschen. Viele wachstumsorientierte Unternehmen investieren ihr verfügbares Geld zurück in das Wachstum des Geschäfts, anstatt Gewinne direkt an die Aktionäre auszuzahlen. Viele dieser Unternehmen zahlen wenig oder gar keine Dividenden.

Besondere Überlegungen

Des Weiteren solltest du dir immer das Factsheet des jeweiligen ETFs anschauen, um genau zu wissen, welche Aktien enthalten sind. Außerdem erfährst du dort auch mehr über die Anlageziele des ETFs und die historische Performance. Eine Webseite, die ich persönlich dafür nutze, ist justETF.

Die Wahl zwischen einem Value und einem Growth ETF ist eben nur ein Teil des Entscheidungsprozesses. Die Wahl des richtigen ETF ist ebenso wichtig.


Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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