ETFs

Wann ist der beste Zeitpunkt, um in ETFs zu investieren?

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Für die meisten langfristigen Anleger spielt der Zeitpunkt der Investition grundsätzlich keine Rolle. Jedoch gibt es bestimmte Marktbedingungen, die ETFs und Indexfonds einen Vorteil gegenüber aktiv verwalteten Fonds verschaffen. Zudem gibt es auch Zeiten, in denen spezielle ETFs wie Aktien-ETFs einfach besser abschneiden, als beispielsweise Renten-ETFs.

Wann solltest du in ETFs investieren?

Wie du dir sicher vorstellen kannst, gibt es keine narrensichere Methode, um vorherzusagen, welche Arten von Investmentprodukten besser abschneiden werden als andere. Dies gilt insbesondere für kurze Zeiträume, wie ein Jahr oder weniger. Allerdings können einige Bedingungen Indexfonds zu einer klugen Wahl machen.

Während eines starken Bullenmarktes – wenn die Aktienkurse über alle Sektoren und Fondsarten hinwegsteigen – können aktive Fonds ihren Vorteil verlieren. In einem Bullenmarkt ist die Chance, durch strategisches Kaufen und Verkaufen gegenüber den großen Marktindizes zu verlieren, genauso groß wie die Chance, sie zu erreichen oder zu übertreffen.

Zum Beispiel schlug der Vanguard S&P 500 UCITS ETF (A1JX53) im Jahr 2006, als sich der Markt im letzten Jahr einers Bullenmarktes befand, mehr als 75 % der großen Mischfonds. In den Jahren 2010 und 2011, als sich der Aktienmarkt nach dem Bärenmarkt von 2008 im vollen Erholungsmodus befand, schlug der S&P 500 ETF 70 % bzw. 80 % seiner Konkurrenten.

Rezessionen verleiten die Menschen oft dazu, Anleihen zu kaufen. Sich in den Anleihemärkten zurechtzufinden, stellt jedoch für viele Anleger ein Problem dar. Rentenfondsmanager mit aktiven Managementstrategien lernen dies oft auf die harte Tour: indem sie gegen den Großteil der Anleihe-ETFs verlieren.

Was ist Dollar-Cost-Averaging?

Für Menschen, die Marktschwankungen ausgleichen wollen und generell einen langen Anlagehorizont verfolgen, ist Dollar-Cost-Averaging eine gute Option. Bei dieser Strategie wird in regelmäßigen Abständen ein fester Geldbetrag investiert. Zum Beispiel könntest du für dich festlegen, dass du zu Beginn des Monats, 15 % deines Gehalts in einen ETF-Sparplan investierst.

Dazu richtest du einfach einen Dauerauftrag für den gewünschten Betrag auf deinem Konto bei deiner Bank ein und setzt bei deinem Depotanbieter einen Sparplan auf. Für den Sparplan musst du nur einmalig etwas Zeit investieren, beispielsweise für die Auswahl der einzelnen ETFs und ihre Gewichtung in deinem Portfolio. Falls du dich nicht weiter mit der Auswahl vernünftiger ETFs auseinandersetzen möchtest, empfehle ich dir ein klassisches 70-30 Portfolio.

Aber keine Sorge, dein Sparplan muss nicht monatlich laufen, sondern kann auch automatisiert, zweimonatlich, vierteljährlich oder jährlich investieren. Mithilfe von Dollar-Cost-Averaging stellst du sicher, dass du deine Investitionen nicht vom aktuellen Kurs abhängig machst. Stattdessen wird dir die Entscheidung vollkommen abgenommen, sodass deine Emotionen keinen Einfluss auf die Investition haben.

Dadurch dass Kurse dauerhaft schwanken, kaufst du mal zu geringen Kursen und mal zu höheren Kursen. Wie du dir sicher denken kannst, entsteht dadurch ein Durchschnittspreis, der Dollar-Cost-Average.

Nehmen wir an, du hast 25 Apple-Aktien zu je 100 € für insgesamt 2500 € gekauft. Wenn du die Dollar-Cost-Averaging-Strategie anwendest und diese 2500 € in fünf Käufe zu Preisen von 85 €, 90 €, 95 €, 105 €, 115 € aufteilst, würdest du am Ende ca. 25,8 Aktien besitzen. Wenn du das auf längere Dauer durchführst, können sich diese zusätzlichen Anteile summieren.

Wann du Investmentfonds wählen solltest

Der häufigste Zeitpunkt, an dem Indexfonds gegenüber aktiv verwalteten Fonds verlieren, ist, wenn die Märkte volatil werden. In einem solchen Umfeld kann ein geschickter (oder glücklicher) aktiver Fondsmanager die Aktien oder Anleihen aussieben und finden, die den Markt outperformen können. Er kann somit Schadenbegrenzung betreiben, während die im ETF enthaltenen Unternehmen nicht ausgetauscht werden können.

Diese Art von Markt wird oft als „Stock Picker’s Market“ bezeichnet. Wie in jedem Marktumfeld können bestimmte Sektoren besser abschneiden als andere. Das Hauptproblem bei Investmentfonds sind jedoch die Gebühren. Einige haben Kostenquoten von über 2%, die einen großen Teil deiner Rendite auffressen können und werden.

Ein Unterschied von 0,1 % zu 2 % bei der Gesamtkostenquote mag vielleicht nicht viel erscheinen, doch auf lange Sicht summiert sich die Kosten. Es kommt zu einem negativen Zinseszinseffekt.

Fazit

Es gibt keine Möglichkeit vorherzusagen, wie sich der Markt in einem bestimmten Zeitraum entwickeln wird, aber die passive Natur und die niedrigen Kosten von Indexfonds bieten dir langfristig sicher den größeren Vorteil. Niedrigere Kosten führen oft zu besseren langfristigen Renditen, und du bist nicht der Irrationalität der menschlichen Natur ausgesetzt.

Während aktive Fonds in einem Bärenmarkt vielleicht besser Performen mögen, ist das aber auch nicht garantiert. Wer also einen langen Anlagehorizont von 10 und mehr Jahren hat, kann die schlechte Phase aussitzen und sollte in jedem Fall den Sparplan weiterlaufen lassen. Der Effekt der niedrigen Einstiegskurse wird sich später bezahlt machen.


Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führe

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