AktienETFs

Investieren wie Buffett? Mit diesem Anlagetipp geht es

4 Mins read

Warren Buffett ist bekannt als das Orakel von Omaha und das nicht ohne Grund, denn mit Sicherheit ist er einer der besten Investoren aller Zeiten. Im Alter von 11 Jahren kaufte er seine erste Aktie und besitzt heutzutage Anteile an den größten Unternehmen der Welt. Buffetts persönliches Vermögen beträgt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung 66,6 Milliarden US-Dollar, was ihn zum viertreichsten Menschen der Erde macht. Angesichts seiner jahrzehntelangen Erfolgsbilanz auf dem Markt möchten viele Anleger lernen, wie man Aktien wie Buffett auswählt. Für einzelne Anleger, einschließlich seiner eigenen Frau, hat Warren Buffett jedoch einen anderen Anlagetipp – der nichts mit dem Stock Picking zu tun hat.

Rat an seine Frau

In seinem Jahresbrief 2013 an die Aktionäre ging Buffett auf seine eigene Sterblichkeit ein und gab dem Treuhänder, der mit der Verwaltung seines riesigen Nachlasses für seine Frau beauftragt ist, klare Anweisungen.

„Mein Rat an den Treuhänder könnte nicht einfacher sein. Legen Sie 10 Prozent des Geldes in kurzfristige Staatsanleihen und 90 Prozent in einen sehr kostengünstigen S&P 500-Indexfonds an. Ich bin davon überzeugt, dass die langfristigen Ergebnisse des Trusts mit dieser Strategie denen der meisten Anleger überlegen sein werden – egal ob Pensionsfonds, institutionellen Anlegern oder Einzelpersonen -, die Manager mit hohen Gebühren beschäftigen.“

Warren Buffett

Und es ist ein Rat, den er wiederholt. Auf der Jahresversammlung 2016 der Berkshire Hathaway-Aktionäre, die oft als „Woodstock des Kapitalismus“ bezeichnet wird, antwortete Buffett auf die Frage, wie ein durchschnittlicher Anleger seine Fonds verwalten sollte, mit den Worten: „Kaufen Sie einfach einen S&P-Indexfonds und bleiben Sie die nächsten 50 Jahre investiert.“

Buffetts Verachtung für teure Investmentmanager ist klar. Des Weiteren rät er auch davon ab, nur einer einzelnen Aktie Vertrauen zu schenken – nicht einmal seiner eigenen Firma, Berkshire Hathaway. Stattdessen schlägt er vor, Aktienanlagen in Form eines S&P 500-Indexfonds zu tätigen und von der Wertentwicklung der 500 größten öffentlichen Unternehmen Amerikas zu profitieren.

Buffetts Glaube an den S&P 500 ist so groß, dass er 2007 1 Million US-Dollar setzte, dass der S&P 500 im Zeitraum von 10 Jahren besser performen würde, als ein aktiv gemanagter Fonds. Diese Wette ging Buffett mit dem Hedgefonds-Manager Ted Seides ein, Gründer und Chef von Protégé Partners. 2017 verglichen sie ihre Ergebnisse und Buffett gewann. Buffetts Wette auf den S&P 500 brachte eine durchschnittliche jährliche Rendite von 7 Prozent jährlich, wohingegen der aktiv gemanagte Fonds nur 2,2 Prozent pro einbrachte.

Entscheidend für den hohen Rückstand des Fondsmanagers waren die Kosten, die bei einem Investment in einen Hedgefonds anfallen, wie Seides selbst zugab. „Je höher der Preis ist, den ein Investor für ein Asset zahlt, desto geringer sollten die Erwartungen an den Gewinn ausfallen“, so Seides zum Wettausgang.

Buffett und Value Investing

Vielleicht stellt man sich jetzt als Anleger aber die Frage, warum Buffett nicht seinem eigenen Rat folgt. Denn Berkshire Hathaway wurde auf Investitionen in einzelne Unternehmen aufgebaut. Das Aktienportfolio besteht aus Milliardeninvestitionen in Unternehmen wie Wells Fargo, American Express und Coca-Cola.

Es handelt sich um ein Portfolio, das auf einer Philosophie namens Value-Investing basiert und von Benjamin Graham, Buffetts Mentor und Professor an der Columbia Business School, entwickelt wurde. Value Investing ignoriert Marktschwankungen und konzentriert sich auf den inneren Wert eines Unternehmens. Buffett und sein Team suchen nach Unternehmen, die einen Wettbewerbsvorteil, ein hervorragendes Management und einen höheren Wert als den aktuellen Aktienkurs haben.

Entscheidest du dich trotz Buffett’s Rat für das Stock Picking, ist das Value-Investing eine gute Strategie. Du musst jedoch auch bedenken, dass Buffett und sein Investmentteam Vermögenswerte in Milliardenhöhe verwalten und in der Lage sind, massive Investitionen zu tätigen und die Geschäftstätigkeit der Unternehmen im Berkshire Hathaway-Portfolio zu beeinflussen. Privatanleger arbeiten hingegen im Bereich von mehreren tausend Euro und haben nicht die Zeit, das Vermögen oder das Fachwissen – welches Buffett’s Erfolg erfordert – nachzuahmen.

Außerdem sind Privatanleger wesentlich sensibler was Verluste angeht. Und gehe nicht davon aus, dass du keine Verluste machen wirst. Diese unvermeidlichen Verluste werden kommen.

Die Vorteile von Indexfonds und ETF’s

Die Anlage in Indexfonds hat gegenüber der Auswahl von Aktien mehrere Vorteile.

Sofortige Diversifikation: Beim Kauf einzelner Aktien benötigt man in der Regel viel Zeit und Geld, um ein vielfältiges Portfolio aufzubauen. Eine Diversifizierung zwischen Unternehmen und Branchen ist ebenfalls wichtig. Durch eine Anlage in einen S&P 500 Indexfonds erhältst du mit einem Produkt 500 Unternehmen und bist branchenweit aufgestellt. Persönlich denke ich, dass du deinem Depot noch weitere Länder hinzufügen solltest, um ein länderspezifisches Risiko auszuschließen.

Eine Wette auf die US-Wirtschaft: Die Wette auf die 500 größten öffentlichen Unternehmen in den USA ist vergleichbar mit einer Wette auf die gesamte US-Wirtschaft. Während eines dieser 500 Unternehmen Pleite gehen kann, handelt es sich bei diesen Unternehmen im Allgemeinen um stabile Blue-Chip-Unternehmen, die eine langfristige Stabilität erfahren.

Einfachere Kontrolle von Emotionen: Der beste Investitionsplan besteht darin, mit der Zeit zu wachsen. Wenn du bestimmte Aktien kaufen oder verkaufen möchtest, führt dies zwangsläufig dazu, dass du immer über den Einstiegs- oder Ausstiegszeitpunkte nachdenkst. Im Enddefekt hat das zur Folge, dass viele Anleger zum falschen Zeitpunkt kaufen und verkaufen. Das Timing der Märkte ist praktisch unmöglich. Setze stattdessen einen ETF-Sparplan auf und lasse diesen mit der Zeit wachsen. Somit können dir die Einstiegs- oder Ausstiegskurse relativ egal sein, da sich über einen längeren Zeitraum ein guter Durchschnittswert bildet.

Niedrigere Handelsgebühren: Der Kauf und Verkauf von Aktien zum Aufbau eines Portfolios kann in Bezug auf Handelsgebühren und Provisionen kostspielig sein. Der Kauf, die Verwaltung sowie die laufenden Kosten von Indexfonds oder ETFs sind hingegen sehr gering und nehmen keinen großen Einfluss auf deine Rendite.


Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

Related posts
Aktien

Diversifikation: Diese 4 Tipps schützen dein Aktiendepot

4 Mins read
Die Diversifikation ist eine Technik, die darauf abzielt das Risiko zu reduzieren, indem Investitionen auf verschiedene Finanzinstrumente, Branchen und andere Kategorien aufgeteilt werden. Wichtig für dein Depot ist es, dass die Assets möglichst unterschiedlich auf verschiedene Marktereignis reagieren.
ETFs

Value vs. Growth ETFs: Der Vergleich

3 Mins read
Wenn du auf der Suche nach einem Aktien-ETF für dein Portfolio bist, wirst du normalerweise vor die Wahl zwischen einem Growth- (Wachstum) oder Value- (Wert) ETF gestellt.
ETFs

7 Gründe, warum du ETFs kaufen solltest

3 Mins read
Exchange Traded Funds (ETFs) sind ein sehr beliebtes Anlageinstrument. Anleger, die ETFs im Rahmen ihrer Anlagestrategie nutzen, profitieren von vielen Vorteilen.
Werde informiert, wenn es einen neuen Beitrag gibt

Trag einfach deine E-Mail Adresse ein, um auf dem aktuellen Stand zu bleiben und über Neuigkeiten informiert zu werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.