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Warren Buffett: Die 3 besten Regeln zum Investieren

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Warren Buffetts aktuellster „Letter to Berkshire Shareholders” sorgte mal wieder für viel Aufmerksamkeit bezüglich der Anlagestrategie des 90-jährigen Buffetts. Ein 2018 erschienener Artikel von CNBC analysierte Buffetts Investmentstrategie, indem jahrzehntealte öffentliche Äußerungen untersucht wurden und kam dabei zu 3 Regeln, die vor dem Investieren beachtet werden sollten. Dazu zählt Investitionen nur innerhalb seines eigenen Kompetenzkreises zu tätigen, beim Aktienkauf wie ein Unternehmer zu denken sowie Aktien zu günstigen Preisen zu kaufen, um eine Sicherheitsmarge zu schaffen.

Aus seinem Brief an die Berkshire Aktionäre geht hervor, dass er über den Zeitraum von 55 Jahren (1965 – 2020) eine durchschnittliche jährliche Rendite von 20 % erzielten konnte. Der S&P 500 hingegen erzielte in diesem Zeitraum „nur“ eine Rendite von 9,9 % pro Jahr.

Der beste langfristigen Gewinner in Berkshires Portfolio über die letzten 10 Jahre war das in Q1 2016 getätigte Investment in Apple. Zum Stand 17.02.21 lieferte das Investment eine Rendite von 432 %. Zum Vergleich, der durchschnittliche Aktienmarkt erzielte ein Viertel dieser Performance.

Kompetenzkreis

Eine wichtige Regel an die Buffett glaubt ist, dass Investoren es möglichst vermeiden sollten, ihren Kompetenzkreis beim Kauf von Aktien zu verlassen. Stattdessen sollten Anleger vollständig verstehen, wie ein Unternehmen arbeitet, wie es Geld verdient und wie es um die zukünftige Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells und der Gewinne steht. Während der Berkshire-Jahresversammlung 1999 bezeichnete er dies „innerhalb dessen operieren, was ich Kompetenzkreis nenne“, wie CNBC zitiert. In einem Versuch der Credit Suisse potenzielle Zukäufe Buffetts zu identifizieren, stellten sie fest, dass er leicht zu verstehende Unternehmen bevorzugt.

Mit der großen Ausnahme des Technologiekonzerns Apple Inc. und dem 2019 getätigten Kauf von Amazon-Aktien verzichtete Buffett auf eine Reihe von erfolgreichen Investitionen im Technologiebereich, eben weil er sich nicht kompetent genug fühlte, deren Geschäftsmodelle zu beurteilen.

Du kaufst ein Unternehmen

Die zweite wichtige Erkenntnis, die Buffett als College-Student im Jahr 1949 gewann, stammte aus der Lektüre von „The Intelligent Investor“, dem bahnbrechenden Buch des Value-Investing-Pioniers Benjamin Graham. Wie Buffett während der Jahreshauptversammlung von Berkshire Hathaway im Jahr 2002 sagte (siehe CNBC): „Man schaut nicht auf Dinge, die in Charts auf und ab wackeln, oder auf die Leute, die einem kleine Mitteilungen schicken, in denen sie sagen, dass man das kaufen soll, weil es nächste Woche steigt, oder weil es einen Aktiensplit geben wird, oder weil die Dividende erhöht wird, oder was auch immer, sondern man kauft ein Unternehmen.”

Der Kerngedanke von Grahams Buch ist laut CNBC, dass dich der Kauf von Aktien zu einem Teilhaber eines Unternehmens macht, der sich nicht um kurzfristige Schwankungen der Aktienkurse kümmern sollte. In der Tat glaubt Buffett, dass solche Kursschwankungen, die heute typischerweise als Volatilität bezeichnet werden, vorübergehendes „Rauschen“ darstellen, das von langfristigen Investoren ignoriert werden sollte.

Sicherheitsmarge

Eine dritte Regel, die Buffett von Graham übernommen hat, ist der Kauf von Aktien mit einer großen „Sicherheitsmarge“, also von Anlagen, die derzeit deutlich unter ihrem inneren Wert verkauft werden. Wie CNBC anmerkt, sollte diese Art der Schnäppchenjagd beim Investieren deine potenziellen Verluste begrenzen, falls deine Schätzung des inneren Wertes zu hoch war oder unvorhergesehene Ereignisse die einst rosigen Aussichten eines Unternehmens beeinträchtigen.

Natürlich lässt sich eine genaue Schätzung des inneren Wertes nicht einfach auf Formeln reduzieren, aber die Graham-Methode, wie sie von Buffett angewandt wird, beruht auf einer rigorosen fundamentalen Analyse der Daten, die für ein Unternehmen, seine Branche und die allgemeine Wirtschaft relevant sind. Buffett zeichnet sich durch seine jahrzehntelange Fähigkeit aus, scharfsinnige Wertbeurteilungen vorzunehmen.

Schau nie auf eine Schlagzeile

Für den durchschnittlichen Investor, dem Buffetts analytische Fähigkeiten und sein scharfes Auge fehlen, glaubt er, dass es die sicherste Wette ist, einfach auf die langfristigen Aussichten für die US-Wirtschaft und den US-Aktienmarkt zu setzen. „Das Beste, was Sie am 11. März 1942 hätten tun können – als ich meine erste Aktie kaufte – war, einen Indexfonds zu kaufen und niemals auf eine Schlagzeile zu schauen… als ob Sie eine Farm gekauft hätten“, sagte er heute gegenüber CNBC und merkte an, dass eine theoretische Investition von 10.000 Dollar in einen Indexfonds damals, heute mehr als 51 Millionen Dollar wert wäre, einschließlich reinvestierter Dividenden.

Buffetts schlechteste Stock Picks

Warren Buffett ist jedoch auch nicht frei von Fehlern und wählte eine Reihe von Verlierern aus. Buffetts schlechteste Performer während dieser 10 Jahre sind: Teva Pharmaceutical Industries Ltd. (TEVA), -52%, Bank of America Corp. (BAC), -15%, und das Baustoffunternehmen USG Corp. (USG), +14%. Der S&P 500 stieg in diesem Zeitraum um 77 %. (Alle Angaben zum Stand 25.06.2019)

Buffetts beneidenswerte Gesamtbilanz bestätigt jedoch, wie wertvoll seine drei besten Anlageregeln für Investoren sind.


Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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