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Was ist der DAX – Einfach erklärt

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  • Bildquelle: Unknown author, DAX-logo, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Um den DAX zu verstehen, muss man erstmal wissen was ein Index ist, denn der DAX ist ein Index. Im Grunde genommen ist ein Index eine Kennzahl für die Entwicklung eines ausgewählten Aktienkurses. Ein Index besteht in der Regel aus einer festgelegten Anzahl von Aktien, die ein bestimmtes Kriterium erfüllen. Kriterien können die Dividende, die Wachstumsrate, ein bestimmtes Land oder eine Branche sein. Der DAX ist der wichtigste deutsche Aktienindex. Er bildet die Wertentwicklung der 30 größten und liquidesten Unternehmen des deutschen Aktienmarktes ab. Die enthaltenen Unternehmen bilden daher rund 80 % der Marktkapitalisierung börsennotierter Aktiengesellschaften ab. In Summe sind das 1.033,3 Milliarden Euro (Stand: September 2017). Damit erreicht der DAX Platz 10 der weltweit größten Indizes.

Auswahlkriterien für DAX-Werte

Damit ein Unternehmen in den DAX aufgenommen wird, muss es im Prime Standard gelistet sein. Dieses Börsensegment entstand 2003 mit dem Ziel internationale Investoren anzuziehen, indem Unternehmen auf Englisch veröffentlichen sowie höchste Transparenzstandards gewährleisten. Grundsätzlich dient es der einheitlichen Regulation des Marktes. Ein weiteres Kriterium ist die Verfügbarkeit bei der Xetra (elektronische Wertpapierbörse) und ein Streubesitz von mindestens 10 %. Mit dem Streubesitz beschreibt man die Summe der Aktien, die für den Börsenhandel zur Verfügung stehen. Außerdem muss das Unternehmen einen Sitz in Deutschland haben oder den Schwerpunkt seines Handelsumsatzes an Aktien in Frankfurt und einen Sitz in der EU haben.

Anpassung des DAX

Da die sich die wirtschaftlichen Verhältnisse eines Unternehmens ständig verändern, egal ob positiv oder negativ, muss eine Anpassung des Index stattfinden. Dazu stehen vier Methoden zur Verfügung.

Fast-Exit (45/45)

  • Ein Unternehmen wird aus dem DAX genommen, wenn es nach Börsenumsatz oder Marktkapitalisierung nicht mehr zu den 45 größten Unternehmen gehört, ein Nicht-Index-Wert aber bei der Marktkapitalisierung mindestens Rang 35 und beim Börsenumsatz mindestens Rang 45 erreicht

Fast-Entry (25/25)

  • Ein Unternehmen wird neu in den DAX aufgenommen, wenn es nach beiden Kriterien mindestens zu den 25 größten Unternehmen zählt. Aus dem DAX scheidet dann jener Wert aus, der in mindestens einem der beiden Kriterien einen Rang schlechter als 35 ist und die niedrigste Marktkapitalisierung aufweist.

Regular-Exit (40/40)

  • Ein Unternehmen wird aus dem DAX genommen, wenn es nach einem der beiden Kriterien nicht mehr zu den 40 größten Unternehmen gehört, ein Nicht-Index-Wert aber in beiden Kriterien mindestens Rang 35 erreicht.

Regular-Entry (30/30)

  • Ein Unternehmen wird neu in den DAX aufgenommen, wenn es nach beiden Kriterien mindestens zu den 30 größten Unternehmen zählt und sofern ein Indexwert existiert, der nach mindestens einem Kriterium nicht mehr zu den 35 größten Unternehmen zählt.

Diese vier Regeln werden aber nicht jeden Monat angewendet, sondern immer jeweils zum Anpassungstermin im September. Die Fast-Exit- und Fast-Entry-Regel finden dagegen auch an den außerordentlichen Anpassungsterminen im März, Juni und Dezember Anwendung. Außerdem treten diese auch im Fall von Insolvenzen eines Unternehmens ein. Die nachträgliche Verletzung der zuvor genannten Auswahlkriterien hat die gleichen Folgen.

Indexgewichtung

Die Gewichtung der einzelnen Unternehmen findet je nach ihrer Streubesitz-Marktkapitalisierung statt. Also ist nicht der Gesamtwert aller Anteile eines Unternehmens ausschlaggebend, sondern eben nur die Anteile, welche öffentlich auf Börsen gehandelt werden. Auch der Besitz von Großaktionären (min. 5 %), fließt nicht mit in die Wertung ein. Durch die andauernden Kursänderungen und Veränderungen beim Aktienbesitz eines Unternehmens ändert sich auch die tatsächliche Streubesitz-Marktkapitalisierung (Anzahl der ausgegebenen Aktien * Aktienkurs). Die Gewichtung wird dabei im Sekundentakt neu berechnet. Änderungen des Streubesitz-Anteils werden vierteljährlich erfasst und in die Gewichtung integriert. Da diese vierteljährigen Änderungen zu extremen Verzerrungen führen können, hat man beschlossen eine Aktie zwischen dem Anpassungstermin zu entfernen, falls die Gewichtung 10 % überschreitet und die historische 30-Tages-Volatilität des Aktienkurses 250 % übersteigt.

Die DAX-Indexfamilie

Diese Indexfamilie beinhaltet aktuell 900 Aktienindizes, welche von der deutschen Börse AG zusammengestellt wurden. Im Übrigen ist auch dieses Unternehmen Teil des DAX. Die wohl bekanntesten deutschen Indizes abgesehen vom DAX lauten:

MDAX (Mid-Cap-DAX):

  • Enthält 60 mittelgroße Unternehmen, die dem DAX nach Marktkapitalisierung der ausgegebenen Aktien und Handelsvolumen folgen würden

SDAX (Small-Cap-DAX):

  • Enthält 70 kleine Unternehmen die dem MDAX, hinsichtlich Marktkapitalisierung der ausgegebenen Aktien und Handelsvolumen folgen würden

TecDAX:

  • Enthält die 30 größten “Technologiewerte” in Bezug auf die Marktkapitalisierung der ausgegebenen Aktien und Handelsvolumen

https://de.wikipedia.org/wiki/DAX

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