Basiswissen

Was ist der Unterschied zwischen Einkommen und Vermögen?

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Den Unterschied Einkommen und Vermögen zu verstehen ist enorm wichtig, besonders wenn du versuchst deine eigene finanzielle Situation zu verbessern. Hast du schon mal von der Geschichte des Hausmeisters gehört, der nach seinem Tod alle überraschte, indem er seiner örtlichen Bibliothek 5 Millionen Dollar hinterließ? Oder die Geschichte von berühmten Sportlern, die mehrere Millionen im Jahr verdienten und nach dem Ende ihrer sportlichen Karriere Privatinsolvenz anmelden mussten?

Die Tatsache, dass du dich jedoch für dieses Thema interessierst und versuchst herauszufinden wo deine eigene aktuelle Position einzuordnen ist, zeigt, dass du auf dem richtigen Weg bist. Um nun herauszufinden was der Unterschied ist, solltest du weiterlesen.

Vermögen vs. Einkommen – Warum ist das wichtig?

Die beiden Begriffe Einkommen und Vermögen werden im Mainstream gerne synonym verwendet.

Nur weil jemand ein hohes Einkommen hat, ist er noch lange nicht vermögend. Nicht alle Menschen, die haufenweise Geld verdienen, sind wohlhabend. Und nicht alle Menschen, die vermögend sind, haben ein hohes Einkommen.

Wie kann das der Fall sein? Nehmen wir uns eine Minute Zeit, um zu verstehen, was zum Teufel Einkommen und Vermögen eigentlich sind:

Was ist Einkommen?

Das Einkommen ist das Geld, welches du in einem bestimmten Zeitraum, normalerweise jährlich, erhältst.

Dein Einkommen kann aus einer Vielzahl von Quellen stammen:+

  • Beschäftigung (Gehalt/Lohn)
  • Selbstständige Tätigkeit (Gewinn/Gehalt)
  • Zinsen
  • Ausschüttungen
  • Vermietung von Immobilien
  • Staatliche Leistungen

Einkommen ist wichtig, da du damit deine Ausgaben zahlst und deine Investitionen finanzierst.

Was ist Vermögen?

Vermögen kann einfach als die Summe deiner Vermögenswerte minus deiner Verbindlichkeiten beschrieben werden. Die Formel lautet wie folgt.

Nettovermögen (Vermögen) = Vermögen – Verbindlichkeiten (Schulden)

Vermögenswerte

In Bezug auf die persönlichen Finanzen kann die Definition eines Vermögenswertes variieren, je nachdem wie man es einstuft.

Einige zählen nur einkommensproduzierende Vermögenswerte, wie Aktien mit Dividendenausschüttungen oder vermietete Immobilien, wobei das Eigenheim oder die eigene Wohnung sowie Konsumgüter wie das Auto nicht berücksichtigt werden.

Die allgemeinere und breite Auffassung umfasst folgende Dinge als Vermögenswerte:

  • Immobilien (Hauptwohnsitz und alle Anlageobjekte)
  • Finanzielle Vermögenswerte (Aktien, Anleihen, Anleihen, Edelmetalle, Kryptowährungen usw.)
  • Rentenvermögen
  • Sachwerte wie Autos, Kunstwerke, Möbel etc.)

Für den Rest des Beitrags werde ich letztere Definition verwenden und alle Vermögenswerte mit einschließen, die du besitzt und von Wert sind.

Verbindlichkeiten

Deine Verbindlichkeiten sind alle Verpflichtungen, die du zukünftig bezahlen musst. Diese stammen typischerweise aus diesen Arten von Quellen:

  • Privatkredite
  • Kreditkartenschulden
  • Ausstehende Steuernachzahlungen

Vermögen

Dies wird einfach berechnet, indem du dein Vermögen nimmst und die Verbindlichkeiten davon abziehst.

Wie kommt es also, dass mich ein hohes Einkommen nicht automatisch wohlhabend macht?

Es geht nicht nur darum, wie viel du verdienst, sondern wie viel du davon behältst.

Um wohlhabend zu werden, musst du langfristig ein Vermögen aufbauen, das höher als deine Verbindlichkeiten ist. Um das zu erreichen, musst du am besten immer mehr einnehmen, als du ausgibst. Wie das? Wenn du regelmäßig mehr ausgibst, als du einnimmst, wirst du deine Ersparnisse (Teil des Vermögens) aufbrauchen oder im schlimmsten Fall sogar Schulden aufbauen. Dies kann beispielsweise über einen Dispo und Kontoüberziehung passieren.

Es kommt also nicht darauf an, wie viel du verdienst, sondern wie viel du ausgibst.

Lass uns das mal an einem Beispiel verdeutlichen. Wenn Thomas 100.000 € pro Jahr nach Steuern verdient, aber 99 % davon ausgibt, wäre er dann besser dran als Ben, der 40.000 € pro Jahr nach Steuern verdient, aber 25 % davon spart? Thomas Lebensstil mag sicher extravaganter sein, aber er wird dadurch nicht reicher. Thomas hätte 1.000 € pro Jahr gespart wohingegen Ben 10.000 € gespart hätte.

Im Laufe der Zeit macht das einen GROSSEN Unterschied.

Nehmen wir an, dass beide ihre Ersparnisse in einen kostengünstigen, diversifizierten ETF investieren, der darauf abzielt, eine jährliche Rendite von 8 % zu erreichen.

Mit einer monatlichen Investition von etwa 833 € (9.996 € pro Jahr) hätte Ben nach 20 Jahren ca. 490.000 Euro, wäre nach 28 Jahren Millionär und könnte nach 40 Jahren mit ca. 2,9 Millionen Euro in den Ruhestand gehen. Natürlich wird auch noch Kapitalertragssteuer fällig, doch du siehst was rein theoretisch möglich wäre.

Thomas der hingegen nur ein Zehntel (83 Euro) monatlich investiert, hätte am Ende der 40 Jahre gerade einmal die 290.000 Euro erreicht, obwohl sein Einkommen doppelt so hoch war. Versteh mich nicht falsch, das ist immer noch ein gutes Portfolio, aber er hat die Chance verpasst, sein Vermögen aggressiv aufzubauen und früher in den Ruhestand zu gehen.

Warum Vermögen wichtiger als Einkommen ist

Mit einem Vermögen besitzt du Vermögenswerte, die für dich arbeiten können. Sie generieren Einkommen, ohne dass du dafür wie in deinem richtigen Job, Zeit gegen Geld tauschen musst.

Um hingegen ein Einkommen zu erhalten, das nicht aus deinen Vermögen generiert wird, musst du immer bei der Arbeit auftauchen und dein Einkommen aktiv verdienen.

Nicht nur das, wenn du dein Vermögen mit investierbaren Vermögenswerten aufbaust, öffnest du die Tür für den Zinseszinseffekt, der dein Vermögen explodieren lässt. Mit diesem Wachstum hält keine Gehaltserhöhung stand.

Vermögen und investierbare Vermögenswerte zu haben, gibt dir Sicherheit und Stabilität, da du weißt, dass du mehr Vermögenswerte als Verpflichtungen und einen diversifizierten Einkommensstrom hast.

Wie baue ich mein Vermögen auf?

Es gibt ein paar einfache Schritte, mit denen du dein Vermögen steigern kannst, doch der Schlüssel (und die Schwierigkeit) liegt in der Beständigkeit.

  1. Sorge dafür, dass deine Einnahmen regelmäßig höher als deine Ausgaben sind und setzte dir ein persönliches Budget auf, das dir dabei hilft konsequent zu bleiben.
  2. Tilge deine Schulden
  3. Bauen dir einen Notfallfonds auf, der deine Ausgaben von 3 bis 6 Monaten abdeckt (dies schützt dich vor bösen Überraschungen und verhindert, dass du deine Investitionen vorzeitig abziehen musst)
  4. Investiere in ertrags- und wertsteigernde Anlagen wie z.B. kostengünstige, diversifizierte Indexfonds
  5. Warte auf die Magie des Zinseszinseffekts, um dein Vermögen wachsen zu lassen

Während du die einzelnen Schritte abarbeitest, solltest du dir immer wieder Schritt 1 vor Augen führen, indem du dein Einkommen steigerst und Ausgaben in Grenzen hältst.

Ein höheres Einkommen gibt dir die Möglichkeit, in kürzerer Zeit wohlhabender zu werden als Menschen mit einem geringeren Einkommen. Dafür musst du aber auf deine Ausgaben achten und deinen persönlichen Gewinn so schnell wie möglich in Form von Investitionen arbeiten lassen.


Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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