AktienBasiswissen

Sonderdividenden – Definition & Erklärung

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Einer der großen Vorteile eines Aktieninvestors ist die Möglichkeit, Dividenden zu erhalten. Dies sind Teile des Gewinns, die Unternehmen in der Regel quartalsweise an ihre Aktionäre ausschütten. Dividenden können im Laufe der Zeit eine große passive Einkommensquelle darstellen. Natürlich können die Dividenden auch wieder in neue Aktien investiert werden um vom Zinseszins profitieren.

Noch besser als normale Dividenden sind jedoch Sonderdividenden, die häufig nicht angekündigt werden. Dies sind zusätzliche, einmalige Dividenden, die häufig anfallen, wenn ein Unternehmen über zusätzliches Bargeld verfügt.

Sonderdividenden können für die Aktionäre eine große zusätzliche Rendite bringen, jedoch auch Nachteile haben.

Regelmäßige vs. Sonderdividenden

Regelmäßige Dividenden sind in der Regel gut vorhersehbar und werden vierteljährlich ausgezahlt. Beispielsweise zahlt Coca-Cola derzeit alle drei Monate 36 Cent pro Aktie an die Anleger. Auf Basis der aktuellen Aktienkurse entspricht dies einer Rendite von mehr als 2,9 %, was eine relativ solide Rendite darstellt.

Die Höhe der Dividende eines Unternehmens kann variieren, ändert sich jedoch in der Regel nicht drastisch von einer Auszahlungsperiode zur nächsten. Bei Coca-Cola sind die vierteljährlichen Dividenden in der Regel nur um ein oder zwei Cent pro Jahr gestiegen.

Merke: Die finanziell gesündesten Unternehmen zahlen seit jeher jedes Quartal Dividenden und erhöhen diese jährlich, wenn ihre Umsätze und Gewinne steigen. (Coca-Cola hat seine Dividenden in 55 aufeinanderfolgenden Jahren ausgezahlt und erhöht).

Sonderdividenden sollten hingegen völlig anders behandelt werden als reguläre Dividenden. Sie kommen normalerweise, wenn ein Unternehmen feststellt, dass es viel Bargeld zur Verfügung hat oder eine ungewöhnlich starke Gewinnperiode hat. Eine Sonderdividende ist in der Regel eine einmalige Zahlung und kann niemals wiederholt werden. Daher sollte dies bei der Berechnung der Dividendenrendite eines Unternehmens nicht berücksichtigt werden.

Steuerabgaben

Sonderdividenden sind in der Regel steuerfrei, da die Zahlung aus bereits versteuertem Kapital gezahlt wird. Ob eine Sonderdividende jedoch tatsächlich steuerfrei ist, wird im Einzelfall geprüft. Spartenverkäufe eines Unternehmens sind beispielsweise nur in der Höhe des Buchwertes inklusive der Verkaufskosten der verkauften Sparte steuerfrei. Alle darüber hinaus erzielten Einnahmen sind steuerpflichtig. Nach diesem Vorgehen wird die Sonderdividende bewertet.

Spezielle Dividendenbeispiele

Prominente Unternehmen, die Sonderdividenden ausgeschüttet haben, sind unter anderem Camping World, das den Aktionären im März 2019 zusätzliche 7 Cent pro Aktie gewährte; und das Bergbauunternehmen Rio Tinto, das im Februar 2,43 USD pro Aktie an die Anleger auszahlte.

Das australische Bergbauunternehmen BHP machte 2018 Schlagzeilen, als es bekannt gab, 5,2 Milliarden US-Dollar in Form einer Sonderdividende an die Aktionäre auszuschütten. Das Unternehmen kaufte auch Aktien im Wert von 5,2 Mrd. USD zurück. Die Mittel für die Sonderdividende und den Rückkauf stammten aus dem Verkauf des US-Schieferölgeschäfts des Unternehmens.

Merke: Sonderdividenden sind bei Real Estate Investment Trusts (REITs) üblich, die einen Großteil ihres Nettogewinns an die Aktionäre ausschütten müssen.

In den seltensten Fällen wurden Sonderdividenden innerhalb eines kurzen Zeitraumes mehrmals ausgeschüttet. Das prominenteste Beispiel hierfür ist die Ford Motor Company, die über einen Zeitraum von drei Jahren drei Sonderdividenden ausgab. Im Januar 2016 wurde eine Dividende von 55 Cent pro Aktie ausgeschüttet, ein Jahr später eine Dividende von 20 Cent, im Januar 2018 eine Dividende von 28 Cent.

Bessere Eigenkapitalrendite durch Sonderdividenden

Unternehmen mit Kapitalüberschuss haben das Problem, dass ihre Eigenkapitalrendite sinkt, wenn sie den Überschuss weder sinnvoll investieren noch anlegen können. Für das Unternehmen ist es in einem solchen Fall lohnenswerter, auf Fremdkapital zurückzugreifen und das überschüssige Kapital an die Aktionäre auszuschütten.

Welchen Einfluss haben Sonderdividenden auf den Aktienkurs?

Ebenso wie normale Dividenden werden auch Sonderdividenden vom Aktienkurs abgezogen. Aufgrund dieses Abzuges ist es möglich, dass der Kurs am Tag nach der Auszahlung deutlich unter dem Dividendenabzug rutschen kann. Besonders bei Aktien mit niedrigen Umsätzen können solche Kursstürze starke Verluste herbeiführen. Daher lohnen sich Aktienkäufe meistens nicht, wenn sie nur für die Sonderdividende gekauft werden.

Ein Kursabfall ist allerdings nicht zwangsläufig die Folge. Je nach Auffassung der Sonderdividende am Markt und dem Grund für die Zahlung einer Sonderdividende kann die Ausschüttung auch eine Steigerung des Kurses bewirken.

Zusammenfassung

  • Sonderdividenden sind einmalige Ausschüttungen durch Unternehmen an die Aktionäre.
  • Sonderdividenden sind nicht zwangsläufig steuerfrei.
  • Unternehmen verwenden Sonderdividenden aus taktischen Gründen und um ihre Eigenkapitalrendite hochzuhalten.
  • Sonderdividenden haben selten einen langfristigen Einfluss auf die Aktienkurse.

Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.


Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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