Wie man zum Do-It-Yourself-Investor wird!

Als DIY-Investor hast du die volle Kontrolle über deine Finanzen und sparst eine Menge Geld, indem du dich selbst um die Geldanlage kümmerst. Diese Kenntnisse helfen dir dabei!

Wie man zum Do-It-Yourself-Investor!

Ich kenne eine Menge Leute, die daran interessiert sind, ein DIY-Investor zu werden, und mich fragen, wie man starten sollte. Sie haben das Gefühl, dass sie nur ein bisschen mehr Wissen brauchen, um es ohne einen Berater anzugehen. Im Folgenden werde ich dir daher erklären, wie du zum Do-It-Yourself-Investor wirst.

Warum ein Do-It-Yourself-Investor sein?

Es gibt eigentlich drei Hauptgründe, die dafür sprechen, dein Portfolio selber zu verwalten.

#1 – Es macht Spaß!

Der erste Punkt ist die Tatsache, dass es ein tolles Hobby ist, was vielen Leuten einfach Spaß macht. Wenn es dir jedoch überhaupt keinen Spaß macht, solltest du deine Entscheidung auf jeden Fall noch einmal überdenken, denn ist sehr unwahrscheinlich, dass du dir das ganze Wissen aneignen und dem Prozess soviel Aufmerksamkeit schenken wirst, obwohl es dir keinen Spaß macht.

#2 – Kontrolle

Als DIY-Investor hast du die volle Kontrolle. Dieser Punkt ist mir besonders wichtig, da ich keine Lust darauf habe, dass eine andere Person mein Geld verwaltet und Fehler auf Kosten meines Kapitals macht. Denn niemand kümmert sich so sehr um dein Geld wie du. Anstatt dich also vom einem Berater falsch beraten zu lassen, solltest du die Entscheidungsfindung und somit auch die Verantwortung selber tragen.

# 3 – Geld sparen

Der vielleicht wichtigste Grund, ein DIY-Investor zu sein, ist die Möglichkeit, Geld zu sparen. Gute Finanzberatung ist eine teure Angelegenheit und damit meine ich nicht die Berater deiner örtlichen Sparkasse, die dir die Produkte mit der höchsten Provision verkaufen wollen, sondern Honorarberater, die unabhängig agieren. Es ist dumm, seinen eigenen Rasen zu mähen, selber zu putzen und die Reifen selber zu wechseln nur um Geld zu sparen, wenn du es im Gegenzug eh wieder für deinen Finanzberater ausgibst. Du bist besser dran, wenn du eigenständig lernst, wie du dein Geld zu investieren hast, anstatt jemand anderen dafür zu bezahlen, diese Aufgabe für dich zu übernehmen.

Beginne langsam mit DIY-Investitionen

Dein eigenes Geld zu verwalten ist am einfachsten, wenn du ganz am Anfang damit beginnst, wenn du kaum Geld zum Investieren hast. Zu diesem Zeitpunkt ist dein finanzielles Leben in der Regel ziemlich einfach. Die Steuern sind simpel, du hast vermutlich nur ein Depot und dein Portfolio ist vielleicht nur vierstellig. Fehler, die bei einem so kleinen Portfolio gemacht werden, sind also extrem kostengünstig.

Aber selbst wenn du dich schon ein paar Jahre mit dem Thema beschäftigt hast, kannst du langsam damit beginnen. Du musst auch nicht direkt deinen Berater feuern, sobald du ein DIY-Investor bist. Stattdessen kannst du vielmehr beobachten, was der Berater macht, viele Fragen stellen und lernen. Du kannst auch erst einmal damit beginnen, beispielsweise nur das Depot für deine vermögenswirksamen Leistungen zu verwalten, sofern du dieses Angebot nutzt. Eine ausführliche Erklärung zu diesem Thema findest du hier. Wenn du dann wie der Großteil der Anleger feststellst, dass es eigentlich gar nicht so schwer ist und du dich mit dem Investieren wohlfühlst, kannst du damit beginnen dein gesamtes Geld zu verwalten.

Es gibt einiges, als DIY-Investor zu lernen

Es gibt ein paar Dinge, die ein DIY-Investor lernen sollte, bevor er mit dem Investieren beginnt. Genauso wie es in der Medizin Fachbegriffe gibt, existieren sie auch in der Finanzbranche. Je mehr du dich damit beschäftigst und darüber liest, desto einfacher wird dir das Investieren fallen.

Insbesondere solltest du damit beginnen, deine Altersvorsorge zu planen. Wie hoch sind deine Ansprüche bei der gesetzlichen Rente und wie groß ist die Rentenlücke die entsteht, sobald du das Renteneintrittsalter erreicht hast. Dabei solltest du dir anschauen wie viel du aktuell ausgibst und welche Ausgaben zukünftig weg- oder zusätzlich anfallen werden. Dazu kannst du diesen Rechner verwenden und zahlreiche Parameter einstellen, die auf dich zutreffen. Auch bei der Altersvorsorge gilt wie bei so vielen anderen Sachen auch: Je früher du mit dem Investieren beginnst, desto besser!

Bevor du jedoch ganz nervös wirst und gar nicht weißt, wo du überhaupt anfangen sollst, kann ich dich beruhigen. Gehe ganz entspannt an die Sache heran und schau anfangs erst einmal ein paar Youtube-Videos, lies Bücher oder paar Blog Posts, in denen dir die Basics erklärt werden.

Mit der Zeit kannst du dich tiefer in spezifische Themen herein arbeiten, wie beispielsweise was ETFs sind und warum sie für den Großteil der Menschen die beste Anlageform sind.

Und wenn du erst einmal die Basics gelernt hast, ändert sich von Jahr zu Jahr nur wenig bis gar nichts an der Art & Weise, wie der Aktienhandel funktioniert. Die Broker und Depotanbieter folgen natürlich dem technologischen Wandel, doch fundamental wird sich kaum etwas ändern.

Lerne über die Geschichte

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Lernprozesses eines DIY-Investors muss die Marktgeschichte sein. Ich bin immer wieder überrascht, besonders während eines Marktabschwungs, wie viele Leute keine Ahnung haben, was in der Vergangenheit passiert ist. Sie sind überrascht, wenn die Märkte um 8 %, 15 % oder 25 % fallen.

Viele machen sich Sorgen, da sie überfordert sind und nicht wissen wie sie sich verhalten sollten. Bist du hingegen wirtschaftshistorisch gut informiert, merkst du erst einmal, wie groß die Ähnlichkeiten zwischen vergangenen und aktuellen Crashs sind und weist wie du zu handeln hast, oder besser nicht zu handeln hast. Denn im Crash aus Angst zu verkaufen ist eine der schlechtesten Entscheidungen, die du als Anleger treffen kannst. Stattdessen solltest du deine Emotionen aus dem Spiel lassen und kontinuierlich weiter investieren.

Du musst investieren

Manche Menschen suchen nach einer Alternative zum Investieren in riskante Anlagen. Leider funktioniert das für die große Mehrheit von uns einfach nicht. Es ist keine Option! Du MUSST investieren und du MUSST in Anlagen mit einem gewissen Risiko investieren. Der Grund dafür ist, dass risikolose Anlagen einfach kaum Rendite erwirtschaften, um vernünftige finanzielle Ziele zu erreichen. Risiko bringt Rendite und das ist auch der Grund dafür, warum man möglichst früh beginnen sollte. Denn indem du früh anfängst und einen langen Anlagehorizont hast, kannst du kurzfristige Verluste aussitzen und trotzdem in Aktien investieren, anstatt das Geld in Anleihen zu investieren oder auf dem Girokonto zu parken.

Das genannte Risiko besteht aus zwei Komponenten:

Seichtes Risiko

Das erste, manchmal als oberflächliches Risiko bezeichnet, ist einfach die Volatilität, die du in Form von Wertschwankungen deines Portfolios spüren wirst. Obwohl dies bei manchen Menschen zu Schlafproblemen führt, ist es auf lange Sicht relativ unbedeutend.

Tiefes Risiko

Das zweite Risiko, auch tiefe Risiko genannt ist das Konzept, dass der Wert deiner Investitionen aufgrund von Inflation, Deflation, Beschlagnahmung oder Zerstörung sinkt und nie wieder steigt. Aus irgendeinem Grund liegen nur sehr wenige Menschen nachts wach und machen sich Gedanken über diese viel bedeutenderen Risiken. Und noch unwahrscheinlicher ist, dass sich irgendjemand Gedanken über das größte Risiko von allen macht – eine unzureichende Sparquote. Das ist zu schade, denn dieses Risiko steht vollständig unter deiner Kontrolle.

Wähle eine einfache Asset Allocation

Der nächste Schritt für einen DIY-Anleger ist die Wahl einer Asset Allocation, also die Aufteilung deines Kapitals auf verschiedene Wertpapiere. Dabei würde ich besonders als Beginner nicht auf Einzelaktien, sondern auf breit gestreute und kostengünstige Indexfonds & ETFs setzen. Einen kürzliche erschienen Artikel mit der Begründung dafür, findest du hier. Es gibt Hunderte von vernünftigen Asset Allocations, weshalb du eine wählen solltest, die dich langfristig zufrieden macht. Denn hin & her, macht Taschen leer.

Ein simples 70 – 30 Portfolio bestehend aus MSCI World und MSCI Emerging Markets

  • 70 % – iShares Core MSCI World UCITS ETF (A0RPWH)
  • 30 % – iShares MSCI EM UCITS ETF (A0RPWJ)

Eine gute Übersicht weiterer Portfolios mit mehreren Asset-Klassen findest du auf JustETF.

Bleib auf Kurs!

Den Plan aufrechtzuerhalten bedeutet einfach, regelmäßig Wertpapiere zu kaufen, unabhängig von der aktuellen Marktstimmung. Mithilfe von Sparplänen werden die Käufe nach der einmaligen Einrichtung automatisch jeden Monat durchgeführt, sodass du dich um nichts mehr kümmern musst.

Wenn du einmal einen vernünftigen Investitionsplan erstellt hast, ist es das Wichtigste, vielleicht genauso wichtig wie deine Sparrate und viel wichtiger als deine Asset Allocation, dass du über Jahrzehnte hinweg durch dick und dünn an dem Plan festhältst. Kein Plan wird funktionieren, wenn du dich nicht daran halten kannst. Wenn du dazu alleine jedoch nicht in der Lage sein solltest, besteht immer noch die Möglichkeit einen Anlageberater zu engagieren, der dir dabei helfen kann.


Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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