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Wie man den besten ETF auswählt – Tipps & Tricks

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Exchange-traded funds (ETFs) haben einen weiten Weg hinter sich, seit der erste US-Fonds, Standard & Poor’s Depositary Receipts, besser bekannt als Spider (SPDRs), im Jahr 1993 aufgelegt wurde. Dieser ETF bildet den S&P 500 ab und seine Beliebtheit bei den Anlegern führte zur Einführung von vielen weiteren ETFs, die auf anderen Indizes basieren. 2001 folgte dann auch schließlich der erste DAX-ETF, emittiert von Indexchange, einer ehemaligen Tochter der Hypovereinsbank.

Von ihrer anfänglichen Aufgabe als Aktienindex-Tracker haben sich ETFs zu einer Anlageoption entwickelt, die eine Vielzahl von verschiedenen Assets abbilden kann, jedoch nicht alle von gleicher Qualität. Tatsächlich war der Erfolg von ETFs auch für ihre Kehrseite verantwortlich, und zwar, dass ein erhöhtes Risiko für die Liquidation (Auflösung) einiger ETFs besteht.

Da der ETF-Markt nun rasant gewachsen ist und die Auswahl immer größer wird, ist es für dich als Anleger jedoch immer schwieriger geworden, den passenden ETF für dein Portfolio zu finden. Daher erkläre ich dir in diesem Beitrag auf einfachste Weise, wie du den besten ETF für deine Ziele und Strategie auswählst.

Die Auswahl eingrenzen

In der ETF-Welt gibt es eine riesige Auswahl. Dazu zählen traditionelle ETFs, die Aktien-Indizes abbilden, aber auch solche, die sich auf Anleihen, Rohstoffen und Futures beziehen. Auch eine Kategorisierung in Anlagestile wie Value, Growth oder eine Kombination daraus ist möglich. Außerdem findest du auch gehebelte ETFs, die deine Rendite oder deinen Verlust vervielfachen, basierend auf den Bewegungen des zugrunde liegenden Index.

Laut Statista existierten 2020 7.607 ETFs, wobei das von diesen Fonds verwaltete Vermögen insgesamt mehr als 7,73 Billionen US-Dollar beträgt.

Als Investor musst du als Erstes dieses riesige Universum an ETFs eingrenzen und dich auf diejenigen konzentrieren, die zu deinem Portfolio und deiner langfristigen Anlagestrategie passen. Es gibt viele Möglichkeiten, dies zu tun, aber du kannst mit einem ETF Screener beginnen, der alles herausfiltert, was du nicht willst – wie vielleicht die gehebelten oder inversen ETFs. Selbst nachdem du dich für die Arten von ETFs entschieden hast, die du haben willst, und die allgemeinen Anlageklassen oder Indizes, die du abbilden willst, hast du noch einiges an Arbeit vor dir.

Wettbewerb zwischen ähnlichen ETFs

Mit dem steigenden Angebot und einer immer größer werdenden Vielzahl an Anbietern sanken auch die Preise. Dieser Preiskampf ist gut für uns Anleger und senkt die mit ETFs verbundenen Gebühren nahezu auf null. Beschränkst du deine Suche jetzt beispielsweise nur auf den S&P 500 werden dir jedoch mit Sicherheit Angebote von nahezu einem Dutzend Anbietern angezeigt. Namen wie iShares Core S&P 500 UCITS ETF oder Vanguard S&P 500 UCITS ETF werden auftauchen. Wofür sollst du dich nun entscheiden?

Den richtigen ETF auswählen

Um jetzt den richtigen ETF zu finden, solltest du die folgenden Faktoren kennen und berücksichtigen:

  • Fondsgröße: Um als solides Investment zu gelten, sollte dein ETF eine Fondsgröße von mindestens 50 Millionen Euro aufweisen, besser 100 Millionen. Je größer der jeweilige Index ist, desto größer ist auch das Fondsvolumen des ETF.
  • Handelsaktivität: Als Anleger solltest du vor dem Kauf das durchschnittliche Handelsvolumen des ETF überprüfen. Das Volumen der beliebtesten ETFs beläuft sich auf mehrere Millionen Transaktionen. Warum ist das wichtig für dich? Je mehr Handelsvolumen besteht, desto liquider ist ein ETF und umso schneller kannst du einen ETF kaufen oder eben verkaufen. Auch der Spread, also die Differenz zwischen angebotenen Käuferpreis und dem angebotenen Verkäuferpreis ist umso niedriger.
  • Zugrunde liegender/s Index oder Asset: Auch der zugrunde liegender Index oder das Asset sollten definitiv berücksichtigt werden. Unter dem Gesichtspunkt der Diversifikation kann es sinnvoll sein, einen weit verbreiteten Index wie den S&P 500 zu kaufen, anstatt eines Index mit engem geografischem oder branchenspezifischem Fokus.
  • Tracking Error: Während der Großteil aller ETFs ihren zugrunde liegenden Index sehr genau nachbildet, tun es andere eben nicht so genau. Die Abweichung der Rendite des echten Index zum ETF, wird als Tracking Error bezeichnet. Stehst du nun also vor der Wahl und hast zwei identische ETFs, die sich nur im Tracking Error unterscheiden, rate ich dir dazu den ETF mit dem geringeren TR zu wählen.
  • Marktposition: Der “First-Mover-Vorteil” ist in der ETF-Welt wichtig, da der erste ETF-Emittent für einen bestimmten Sektor mit einer recht hohen Wahrscheinlichkeit den Löwenanteil des Vermögens erwirbt, bevor andere auf den Plan treten. Es ist daher ratsam, ETFs zu vermeiden, die lediglich Nachahmungen einer ursprünglichen Idee sind, da sie sich möglicherweise nicht von ihren Konkurrenten unterscheiden.

Im Falle einer Liquidation

Die Liquidation oder Schließung eines ETF ist normalerweise ein ordnungsgemäßer Prozess. Der ETF-Emittent informiert die Anleger in der Regel drei bis vier Wochen im Voraus über das Datum, an dem der ETF den Handel einstellen wird. Ein Anleger mit einer Position eines ETF, welcher liquidiert wird, hat die Auswahl zwischen diesen beiden Möglichkeiten, um seine Anlage zu schützen:

  • Verkauf der ETF-Anteile vor dem Stop-Datum: Dies ist ein proaktiver Ansatz, der in Fällen geeignet sein kann, in denen der Anleger der Ansicht ist, dass ein erhebliches Risiko eines erheblichen Preisverfalls des ETF besteht. In solchen Fällen kann der Anleger bereit sein, die breiten Bid-Ask-Spreads zu übersehen, die aufgrund seiner begrenzten Liquidität für den ETF wahrscheinlich vorherrschen.
  • Die ETF-Anteile bis zur Liquidation behalten: Diese Alternative eignet sich, wenn der ETF einen Sektor abbildet, der kaum volatil ist und nur ein begrenztes Abwärtsrisiko aufweist. Der Anleger muss möglicherweise einige Wochen warten, bis der Emittent den Verkauf der im ETF gehaltenen Wertpapiere abgeschlossen und den Nettoerlös nach Aufwand verteilt hat. Durch Festhalten am liquidierten Wert entfällt das Problem mit hohen Spreads.

Hast du jedoch die vorherigen 5 Faktoren zur richtigen Auswahl berücksichtigt, ist eine Liquidation sehr unwahrscheinlich. Je höher das Fondsvolumen, desto unwahrscheinlicher ist eine Liquidation. Zu einem solchen Fall kommt es jedoch nur, wenn das Interesse der Anleger an dem jeweiligen ETF stark sinkt und das Betreiben des ETF wirtschaftlich keinen Sinn mehr ergibt.

Fazit

Bei der Auswahl eines ETF solltest du Faktoren wie das Fondsvolumen, das Handelsvolumen und den zugrunde liegenden Index berücksichtigen. Für den Fall, dass ein ETF liquidiert werden sollte, musst du als Anleger entscheiden, ob du die ETF-Anteile selber verkaufst, bevor der Handel eingestellt wird, oder wartest, bis der Liquidationsprozess abgeschlossen ist. Grundsätzlich ist letzteres oft sinnvoller, da in der Regel ein größerer Teil deines Geldes erhalten bleibt.


Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.
Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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